Dopingsperre für Biathlet Ustjugow - deutsche Staffel darf auf Olympia-Gold hoffen

Jewgeni Ustjugow

Doping-Beschuldigungen

Dopingsperre für Biathlet Ustjugow - deutsche Staffel darf auf Olympia-Gold hoffen

Der Biathlon-Weltverband IBU hat Jewgeni Ustjugow wegen Dopings zwei Jahre gesperrt. Da auch einige frühere Ergebnisse des Russen annulliert wurden, könnte die deutsche Männer-Staffel nachträglich Olympiasieger 2014 werden.

Die IBU teilte am Samstag (15.02.2020) am Rande der Weltmeisterschaft in Antholz mit, dass sie den Russen Jewgeni Ustjugow des Dopings beschuldigt. Die IBU erklärte alle Ergebnisse des 34-Jährigen vom 27. August 2013 bis zum Ende der Weltcupsaison 2013/14 für ungültig und verhängte eine Zweijahressperre. Als Grund nannte die IBU die Verwendung des anabolen Steroids Oxandrolon.

Deutschland nachträglich Olympiasieger?

Da Ustjugow zur siegreichen russischen Männerstaffel bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi gehörte, könnte er auch die Olympiamedaille verlieren und das deutsche Team nachrücken. Das deutsche Quartett Erik Lesser, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Simon Schempp war in Sotschi 3,5 Sekunden hinter Russland zu Silber gelaufen. Die weiteren Aufrücker wären der bisherige Bronze-Gewinner Österreich und die viertplatzierten Norweger.

Böhm über möglichen Olympia-Sieg: "Wäre ein Stück weit Genugtuung" Sportschau 15.02.2020 01:33 Min. Verfügbar bis 15.02.2021 Das Erste

Entscheidung beim IOC, Ustjugow kann Einspruch einlegen

Die Entscheidung, ob den Russen das Olympia-Gold aberkannt wird, liegt allerdings beim Internationalen Olympischen Komitee. Ustjugow kann zudem innerhalb von 21 Tage Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof CAS einlegen.

Auch Olympiasiegerin Slepzowa gesperrt

Neben Ustjugow wurde auch Olympiasiegerin Swetlana Slepzowa wegen Dopings - ihr wird die Einnahme der muskelaufbauenden Substanz Ostarine vorgeworfen - gesperrt. Beide haben Doping immer bestritten und ihre Karrieren bereits beendet.

Das Verfahren hatte die IBU bereits im November 2018 eröffnet. Der Biathlon-Weltverband arbeitet eng mit der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada und stützt sich auf Daten aus dem Labor-Informations- und Management-System (LIMS) des Moskauer Labors, in dem zwischen 2012 und 2015 systematisch positive Dopingtests vertuscht worden sein sollen, darunter auch die von Ustjugow und Slepzowa.

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red/dpa/sid | Stand: 15.02.2020, 11:36

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