Biathlon-Staffel der Frauen Deutsche Frauen stürmen in Ruhpolding auf das Staffelpodest

Stand: 14.01.2023 15:34 Uhr

Nach den Männern sind auch die deutschen Biathletinnen in der Besetzung Anna Weidel, Vanessa Voigt, Sophia Schneider und Denise Herrmann-Wick am Samstag (14.01.2023) beim Heimrennen in Ruhpolding auf das Podest gelaufen. Das DSV-Quartett feierte hinter Norwegen den zweiten Platz. Rang drei ging an Italien.

Den Grundstein zum Sieg in der 4x6-Kilometer-Staffel legte Norwegen mit nur sechs Nachladern am Schießstand. Die Deutschen überzeugten indes in der Loipe. Nach einem verkorksten Start von Weidel (12. Platz) brachte die fehlerfreie Voigt das Team wieder in Podestnähe (4. Platz). Schneider und Herrmann-Wick liefen im Eiltempo und mit soliden Leistungen am Schießstand noch auf das Treppchen. Dabei lieferten sich Herrmann-Wick und die italienische Schlussläuferin Dorothea Wierer einen Showdown um den zweiten Platz. "Ich hab gedacht: Vollgas von Anfang an. Damit sie gar nicht erst auf die Idee kommt, mitzulaufen. Heute war alles dabei, was Biathlon ausmacht", freute sich Herrmann-Wick im Ersten.

Weidel mit vier Nachladern weit zurück

Startläuferin Anna Weidel erwischte ausgerechnet in der Heimstaffel einen gebrauchten Tag. Die 26-Jährige, die auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, räumte die ersten fünf Scheiben erst mit dem dritten Nachlader ab. So viele Patronen brauchte keine andere Athletin im Feld. Beim Stehendanschlag kam noch ein Nachlader dazu. Auch in der Loipe lief es für die angeschlagene Weidel zäh. "Ich hab nicht gedacht, dass es so schwer gehen würde. Es tut mir für die ganze Mannschaft, extrem leid", sagte sie im Sportschau-Interview.

Die deutschen Biathletinnen laufen in Ruhpolding hinter Norwegen und vor Italien auf das Staffelpodest - die Siegerehrung. mehr

Auf der letzten Runde verlor Weidel fast 30 Sekunden und schickte Vanessa Voigt mit mehr als einer Minute Rückstand auf die führenden Französinnen auf Position zwölf ins Rennen.

Blitzsauber - Voigt bringt DSV-Staffel zurück

Die Thüringerin musste am Schießstand die Nerven bewahren - und lieferte. Voigt räumte die zehn Scheiben auf Anhieb ab und machte acht Plätze gut. "Das war die Vanessa. Ich bin megahappy. Die zehn Treffer und die ganzen Zuschauer waren sehr beflügelnd", freute sich Voigt.

Als Vierte hatte die deutsche Staffel wieder Blickkontakt zum Treppchen, auch wenn die Konkurrenz mit Frankreich, Italien und Norwegen groß war. Die Französinnen schienen enteilt und hatten fast eine Minute Vorsprung auf das DSV-Quartett. Italien (+ 27 Sekunden) und Norwegen (+ 46,8 Sekunden) lagen zur Halbzeit aber noch in Reichweite.

Die Staffel der Frauen in Ruhpolding - die Stimmen

Sportschau, 13.01.2023 14:25 Uhr

Schneider fliegt über die Strecke und übergibt als Dritte

Jetzt lag es an Sophia Schneider, den guten Platz zu halten. Die Lokalmatadorin lief zum ersten Mal in einer Weltcup-Staffel in ihrem Wohnzimmer, und das schien sie zu beflügeln. Schneider war pfeilschnell unterwegs, zeigte nur am Schießstand (insgesamt vier Nachlader) noch kleine Schwächen. Weil auch Frankreich (mit Sophie Chauveaus) patzte und sogar in die Strafrunde musste, schickte Schneider Schlussläuferin Herrmann-Wick als Dritte ins Rennen.

Auf der letzten Runde überholte Wirbelwind Schneider sogar die Tschechin Marketa Davidova und war 15 Sekunden schneller unterwegs als die Norwegerin Marte Olsbu Röiseland, die ihre Staffel aber mit zwei blitzsauberen Schießen deutlich in Führung brachte. "Es ist von Beginn an gut gegangen. Die Zuschauer haben einen super unterstützt, man ist fast geflogen", freute sich die 21-jährige Schneider.

Herrmann-Wick - Showdown im Kampf um Platz zwei

Norwegens Schlussläuferin Ingrid Landmark Tandrevold hatte fast 30 Sekunden Vorsprung auf Dorothea Wierer, die für Italien unterwegs war. Dahinter folgte Denise Herrmann-Wick - und die zündete direkt den Turbo und schob sich an Wierer vorbei. Am Schießstand zog die Italienerin wieder vorbei, weil Herrmann-Wick einen Nachlader brauchte.

Das Katz- und Maus-Spiel begann erneut. Wieder hatte Herrmann-Wick zehn Sekunden Rückstand, und wieder fing sie Wierer ein. Der Showdown hätte spannender nicht sein können. Herrmann-Wick und Wierer brauchten beim letzten Schießen je einen Nachlader und gingen nahezu zeitgleich raus. In der Loipe ließ die beste DSV-Athletin ihrer italienischen Konkurrentin dann aber keine Chance und kam 15 Sekunden vor Wierer ins Ziel.

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