Biathlon | Sprint Benedikt Doll setzt deutschen Biathlon-Höhenflug fort

Stand: 10.03.2022 15:45 Uhr

Die deutschen Biathleten trumpfen am Saisonende noch einmal so richtig auf. Bei der Weltcup-Premiere in Estland liefen drei DSV-Skijäger unter die besten Sieben. Auf das Podium sprintete dabei Benedikt Doll.

Von Sanny Stephan

Benedikt Doll ist beim vorletzten Sprint in dieser Saison auf den dritten Platz gelaufen. Der 31-Jährige blieb am Schießstand fehlerfrei und musste sich am Donnerstag (10.03.2022) nur dem überragenden Quentin Fillon Maillet (Frankreich) und Sturla Holm Laegreid (Norwegen) geschlagen geben. Doll war 11,1 Sekunden langsamer als Fillon Maillet.

Damit ist der Franzose seinem Ziel, bester Biathlet der Saison zu werden, einen großen Schritt näher gekommen. Zumal sein schärfster Konkurrent im Kampf um den Gesamt-Weltcup, Emilien Jacquelin, mit vier Fehlern abgeschlagen nicht in den Top Ten landete. "Ich war mir nicht so sicher vor dem Rennen, ob ich gewinnen kann oder nicht. Ich habe den Fokus behalten. Es hat perfekt geklappt und es fühlt sich gut an, zu gewinnen", so der Franzose in der Sportschau.

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23 von 86 Athleten fehlerfrei

Schnell war klar, dass bei der Weltcup-Premiere in Estland nur eine fehlerfreie Serie am Schießstand der Weg zum Sieg sein kann. Sonnenschein und kaum Wind sorgten für beste Bedingungen und nur wenige Fehler der Top-Skijäger. 23 von 86 Athleten räumten alle Scheiben ab.

Zu ihnen gehörte auch Doll, der zudem mit der drittschnellsten Laufzeit glänzte. Vor allem seine Schlussrunde war eine Augenweide, damit schob sich der Hobbykoch noch auf das Podium. "Die Null war die Vorgabe und man sollte auch recht schnell schießen. Da habe ich noch die eine oder andere Sekunde liegen lassen, aber ansonsten war es perfekt. Es macht richtig Spaß hier", sagte Doll der Sportschau.

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Lesser - Fehler kostet Podium

Ähnlich schnell wie Doll war Erik Lesser unterwegs. Der Thüringer, der vergangene Woche seinen Abschied angekündigt hatte, war auf der Strecke nur zwei Sekunden langsamer als sein Zimmerpartner, traf aber eine der zehn Scheiben nicht. Und genau die war bei Laborbedingungen eine zu viel. Lesser wurde Siebter - und war überrascht von seinem guten Sprint.

"Ich werde mich darauf aber nicht ausruhen", lachte er extrem locker. Der Fehler wurmte ihn dennoch: "Ohne den Fehlschuss wäre ich um den zweiten Platz gelaufen." Und auch mit seiner Schlussrunde haderte Lesser ein wenig. "Da habe ich verloren. Ich werde vor Oslo wohl noch einmal ins Training gehen müssen", scherzte er.

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Rees starker Fünfter - Kühn patzt am Schießstand

Zum Scherzen war auch Roman Rees aufgelegt. Mit zehn Volltreffern und schnellen Beinen lief Rees, der von einem "grandiosen Tag" sprach, auf den fünften Platz und erklärte: "Für ein Topergebnis brauche ich immer die Null. Es war eines meiner besten Rennen, weil ich mir sogar noch Körner aufsparen konnte und dann einen richtigen Schlussprint gezogen haben."

Deutschlands bester Sprinter, Johannes Kühn, der in Kontiolahti den dritten Platz im Sprint belegt hatte, musste schon nach dem Liegendanschlag die Podestplatz-Hoffnungen begraben. Ein Fehlschuss bedeuteten einen Rückstand von rund 25 Sekunden auf die Besten. Im Stehendanschlag kam eine weitere Runde dazu, damit verpufften alle Chancen auf eine gute Platzierung. Kühn haderte über Rang 23.

Nawrath und Zobel deutlich abgeschlagen

Zweimal in die Strafrunde musste auch Philipp Nawrath, der zudem läuferisch nicht so schnell unterwegs war wie seine Teamkollegen und nur auf dem 33. Platz landete. David Zobel (60.) lag mit einem Fehler nach dem Liegendanschlag noch gut im Rennen und auf Massenstart-Kurs, allerdings platzten alle Hoffnungen mit drei Fehlern beim Stehendanschlag.

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