Deutsche Frauen-Staffel bis fast zum Schluss auf Siegkurs

Die Staffel von Oberhof (v.l.n.r. Horchler, Hildebrand, Preuß, Herrmann)

Weltcup in Oberhof

Deutsche Frauen-Staffel bis fast zum Schluss auf Siegkurs

In einem kuriosen Staffelrennen mit zahlreichen Stürzen hatte das deutsche Quartett einen Überraschungssieg schon fast vor Augen. Am Ende ging es aber doch noch in die Strafrunde. Dennoch reichte es für Platz zwei hinter Russland.

Das war eine turbulente Staffel: Geprägt von Strafrunden und vielen Stürzen hatte Russland das beste Ende für sich und sicherte sich den Sieg. Dabei profitierte das Team vor allem vom Schießen, denn als eine von nur zwei Staffeln kamen die Russinnen ohne Strafrunde davon. Das wäre beinahe auch dem deutschen Quartett gelungen - erst Schlussläuferin Denise Herrmann musste in den sauren Apfel beißen und zwei Extrarunden drehen. Das kostete zwar den Sieg, aber über einen hervorragenden zweiten Platz konnten sich die deutschen Frauen auch freuen. Rang drei ging an Tschechien.

Horchler sorgt für gute Ausgangslage

Karolin Horchler überzeugte als Startläuferin

Karolin Horchler überzeugte als Startläuferin

Für die Startläuferin der deutschen Staffel, Karolin Horchler, gab es gleich zu Beginn eine Schrecksekunde. Nach einem Sturz lief sie zunächst am Ende des Feldes, behielt aber die Nerven. Im Liegendschießen verfehlte Horchler zunächst zwei Scheiben, traf aber mit zwei Nachladern und ging mit 21,5 Sekunden Rückstand als 13. wieder auf die Strecke. In Führung lag zu dem Zeitpunkt Italien knapp vor Tschechien und Polen. Zum Stehendschießen kam Horchler als Elfte und kam mit einem Nachlader besser weg als viele ihrer Konkurrentinnen. In Führung blieb Italien mit Vittozzi, Horchler mit 19,4 Sekunden dahinter auf Rang fünf. Zu den Bedingungen am Schießstand sagte sie am ZDF-Mikrofon: "Es war ganz schwierig zu schießen, der Wind wechselte hin und her. Ich bin noch glimpflich davongekommen." Auf der Schlussrunde drehte Horchler noch einmal mächtig auf und verbesserte sich bis zum Wechsel auf Platz drei hinter Italien und Schweden.

Hildebrand: "Sind eine schießstarke Mannschaft"

Auch Franziska Hildebrand erwischte es. In einer Kurve blieb sie an einer Streckenbegrenzung hängen und stürzte. Umso stärker präsentierte sie sich am Schießstand. Während die Konkurrenz Fehler schoss, traf sie alle Scheiben. Allerdings musste sie vorm letzten Schuss nachladen. Offenbar hatte sie zuvor eine Patrone rausrepetiert. Hildebrand ging als Dritte wieder auf die Strecke. Die bis dahin führenden Italienerinnen mussten in die Strafrunde und fielen zurück. Im stehenden Anschlag gelang Hildebrand bei weiter schwierigen Bedingungen eine brillante Serie, die die Führung bedeutete. Mit einem Polster von 14 Sekunden schickte sie Franziska Preuß ins Rennen. Dass die deutsche Staffel mit Wind und Schneeregen ganz gut zurechtkam, wunderte Hildebrand nicht: "Wir sind an sich eine schießstarke Mannschaft. Deshalb gelingt es uns auch bei schwierigen Bedingungen, die Scheiben weiß zu machen." Ganz bitter kam es dagegen für Italien. Nicole Gontier konnte stehend keinen einzigen Treffer landen und musste fünf Strafrunden drehen – damit waren alle Chancen auf einen Spitzenplatz vertan. Mehr als dreieinhalb Minuten Rückstand hatten die Italienerinnen beim zweiten Wechsel, bei dem die dritte Starterin, Alexia Runggaldier, zunächst nicht einmal bereitstand.

Deutsche Frauen-Staffel fährt auf das Podium Sportschau 13.01.2019 03:42 Min. Verfügbar bis 13.01.2020 Das Erste

Preuß behält die Nerven

Franziska Preuß beim Stehendschießen

Franziska Preuß beim Stehendschießen

Auch auf der dritten Runde gab es im tiefen Schnee zahlreiche Stürze. Die Amerikanerin Joanne Reid traf es gleich zwei Mal. Franziska Preuß blieb verschont. Beim Liegendschießen behauptete sie mit einem Nachlader die Führung vor Russland. Unter dem Jubel von Tausenden Fans auf der Tribüne brauchte Preuß alle Nachlader, um eine Strafrunde zu vermeiden. Besser erging es der Russin Kuklina, die fehlerfrei die Führung übernahm. Preuß nahm mit 16,6 Sekunden Rückstand die Verfolgung auf und machte in der Loipe Sekunde für Sekunde gut. Beim Wechsel hatte sie zu Russland aufgeschlossen und schickte Denise Herrmann ins Rennen. "Es tut gut, dass wir immer noch vorne angreifen können", sagte eine erleichterte Preuß nach dem Rennen. "Das Ergebnis heute gibt Mut für die kommenden Rennen."

Herrmann muss kreiseln

Das erste Duell am Schießstand gewann Herrmann gegen ihre russische Konkurrentin Yurlowa-Percht. Während die Deutsche auf Anhieb alle Scheiben abräumte, musste die Russin nachladen. Die weiteren Verfolgerinnen, Tschechien, Ukraine und Norwegen, lagen zu dem Zeitpunkt schon über eine Minute zurück. Auf der Strecke vergrößerte Herrmann das Polster noch etwas. Im stehenden Anschlag erlebte sie dann aber ein Debakel – gleich zweimal musste die 30-Jährige in die Strafrunde. Damit musste sie Russland ziehen lassen, konnte aber Rang zwei souverän behaupten.  

MDR aktuell - das Nachrichtenradio, 13.01.2019, 15.40 Uhr

ake | Stand: 13.01.2019, 13:16

Biathlon | Weltcupstand Damen

NameP
1.Dorothea Wierer904
2.Lisa Vittozzi882
3.Anastasiya Kuzmina870
4.Marte Olsbu Röiseland855
5.Hanna Öberg741

Biathlon | Weltcupstand Herren

NameP
1.Johannes Thingnes Bö1262
2.Alexander Loginow854
3.Quentin Fillon Maillet843
4.Simon Desthieux831
5.Arnd Peiffer802

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