Loginow überrascht im Sprint in Oberhof

Alexander Loginow

Weltcup in Oberhof

Loginow überrascht im Sprint in Oberhof

Der Biathlet Alexander Loginow hat den Sprint in Oberhof gewonnen. Für den Russen ist es der erste Weltcup-Sieg in seiner Karriere. Bester Deutscher beim Heimrennen im Thüringer Wald war Benedikt Doll.

Mit einer fehlerfreien Schieß- und einer fantastischen Laufleistung sicherte sich Loginow am Freitag (11.01.2019) seinen allerersten Sieg. Zweiter wurde der Dominator in dieser Saison, Johannes Thingnes Bö. Der Norweger leistete sich einen Fehler im Stehendschießen und hatte im Ziel einen Rückstand von 25,2 Sekunden. Den dritten Platz sicherte sich mit null Fehlern der Schwede Sebastian Samuelsson (+36,8 Sek.).

Loginow ist wegen seiner Dopingvergangenheit nicht unumstritten. Der 26 Jahre alte frühere Juniorenweltmeister war bis Ende 2016 zwei Jahre wegen Epo-Missbrauchs gesperrt.

Biathlon in Oberhof: Gute Resultate für Doll und Co.

Sportschau 11.01.2019 00:42 Min. ARD

Die besten Bilder vom Biathlon-Sprint der Männer in Oberhof

Feuerwerk und Sektdusche bei der Siegerehrung der Männer mit Alexander Loginow (RUS/Mitte), Johannes Thingnes Bö (NOR/li.), Sebastian Samuelsson (SWE/re.). Bö hat seine Sektflasche geöffnet und sprüht sie ins Publikum.

Am Ende des Tages ging es dann noch richtig ausgelassen zu. Sektdusche und Feuerwerk für die Sieger der Sprint-Wettkämpfe. Bei den Männern durften Alexander Loginow (Mitte), Johannes Thingnes Bö (li.) und Sebastian Samuelsson (re.) bei der Siegerehrung am Samstagabend feiern.

Am Ende des Tages ging es dann noch richtig ausgelassen zu. Sektdusche und Feuerwerk für die Sieger der Sprint-Wettkämpfe. Bei den Männern durften Alexander Loginow (Mitte), Johannes Thingnes Bö (li.) und Sebastian Samuelsson (re.) bei der Siegerehrung am Samstagabend feiern.

Vor rund 2.000 begeisterten Zuschauern in der Innenstadt von Oberhof wurden aber auch die Frauen geehrt - für den Sprint von Donnerstag.

Besonders ausgelassen "begoss" dabei die Italienerin Lisa Vittozzi ihren am Donnerstag errungenen Sprint-Sieg von Oberhof.

Aber zurück zu den Männern: Diesen bot sich am Freitag beim Sprint ein Winterwunderland auf dem Rennsteig in Oberhof.

Schneefall, etwas Wind ...

... und beste Stimmung auf den Traversen, das erwartete die Biathleten.

Außerdem hatte sich hoher Besuch angekündigt. IOC-Präsident Thomas Bach, erklärter Biathlon-Fan, stattete Oberhof einen Besuch ab.

Die deutschen Athleten um Arnd Peiffer wollten das schlechte Ergebnis der Frauen von Donnerstag ausbügeln. Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer ging dabei nach guter Vorbereitung um den Jahreswechsel optimistisch ins Rennen.

Und der Deutsche sollte nicht enttäuschen. Mit nur einem Fehler und der viertbesten Laufzeit schafft es der Niedersachse auf Rang fünf.

Peiffer wird nur knapp von Teamkollege Benedikt Doll geschlagen. Die "Rennsemmel" schoss ebenfalls einmal daneben -

... und wurde mit der drittbesten Laufzeit Vierter.

Große Freude bei Doll (li.) und Peiffer (re.) nach dem Rennen - kein Podestplatz, aber immerhin die Flower Ceremony zur Belohnung für die starken Leistungen.

Die anderen Deutschen schafften es nicht in die Top 15. Mit Rang 17 nach einem Schießfehler dürfte Erik Lesser aber nicht unzufrieden sein. Beim Thüringer stand wegen Rückenproblemen ja sogar der Start auf der Kippe.

Beim Verfolger am Samstag dabei war auch Johannes Kühn, der mit vier Fehlern allerdings nur auf Rang 39 kam.

Die große Enttäuschung des Tages aus deutscher Sicht war dagegen Simon Schempp. Der Massenstart-Weltmeister von 2017 wurde ...

... mit drei Strafrunden und der nur 64.-besten Laufzeit 70. Damit fehlt Schempp, der vor der Saison mit Schulterproblemen zu kämpfen hatte, am Samstag im Verfolger der besten 60.

Auch der Thüringer Lucas Fratzscher, der sein Weltcup-Debüt gab, kreiselte zu oft in der Strafrunde. Am Ende stand Platz 93 nach vier Schießfehlern und der 92.-besten Laufzeit.

Jubeln konnten dagegen diese Drei, das Podest vom Sprint in Oberhof. Der Russe Alexander Loginow, einst wegen EPO-Dopings zwei Jahre gesperrt, feierte seinen ersten Weltcupsieg vor Gesamt-Weltcupspitzenreiter Johannes Thingnes Bö aus Norwegen (li.) und dem Schweden Sebastian Samuelsson (re.).

Schnellster auf der anspruchsvollen Oberhofer Strecke war dabei Bö, mit einem Fehler musste er aber dem fehlerfreien Russen den Vortritt lassen.

Nicht ganz für das Podest reichte es für den Franzosen Martin Fourcade.

Der Weltcupsieger der vergangenen Jahre zeigte mit Rang sieben nach einem Fehler aber aufsteigende Form. Mit der fünftbesten Laufzeit ist er ein heißer Podestkandidat für die Verfolger am Samstag (live ab 14.30 im sportschau-Live-Ticker und im ARD-Hörfunk bei "MDR aktuell" und "B5 aktuell")

Doll und Peiffer knapp am Podest vorbei

Anders als bei den deutschen Damen am Vortag lief es bei den DSV-Herren deutlich besser. Benedikt Doll verpasste als Vierter mit einem Schießfehler nur um zwei Sekunden das Podest. "Der Fehler ist natürlich ärgerlich. Aber am Ende sind die Punkte wichtig", sagte der Sprint-Weltmeister. Auch Arnd Peiffer überzeugte als Fünfter. Der 31-Jährige leistete sich wie Doll eine Strafrunde. Ihn trennten 2,5 Sekunden vom dritten Rang. "Wir haben uns läuferisch gut präsentiert", so Peiffer im Ziel.

Erik Lesser plagte sich zuletzt mit Rückenproblemen wegen Übertrainings und sagte den Weltcup in Nove Mesto vor Weihnachten ab. Bei seinem Heimrennen lieferte der Lokalmatador nun aber eine respektable Leistung ab. Mit nur einem Schießfehler wurde der Thüringer 17. und geht mit einem Rückstand von 1:44,0 Minuten in das Verfolgungsrennen am Samstag (12.01.2019). "Der Rücken hält, die Form ist aber noch nicht ganz da", so der 30-Jährige.

Schempp nicht in der Verfolgung dabei

Johannes Kühn dürfte vor allem mit seiner Schießleistung nicht zufrieden sein. Er belegte mit vier Fehlern Platz 39 (+2:31,9 Min.). Enttäuschend lief der Sprint für Simon Schempp - der 30-Jährige leistete sich drei Schießfehler und verlor viel, viel Zeit auf der Strecke. Auf den Sieger fehlten Schempp 3:29,1 Min. Als 70. ist er bei der Verfolgung somit nicht dabei. Lucas Fratzscher wurde bei seiner Weltcup-Premiere mit vier Schießfehlern 93. (+4:30,8 Min).

Thema in Rundschau, BR Fernsehen, 11.1.19, 18.30 Uhr

nho/dpa/sid | Stand: 11.01.2019, 16:00

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