Biathlon: Mit Spätstarter Kühn ist zu rechnen

Johannes Kühn

Weltcup in Hochfilzen

Biathlon: Mit Spätstarter Kühn ist zu rechnen

Von Wolfram Porr

Die Männer-Staffel hat am Wochenende die Ehre der deutschen Biathleten gerettet. Platz zwei hinter Norwegen, das konnte sich sehen lassen. Mit einer Topleistung hatte Johannes Kühn großen Anteil an dem Erfolg. ARD-Expertin Magdalena Neuner hat ihn auf dem Zettel.

Es war in den letzten Jahren nicht so einfach, sich im deutschen Biathlon-Herrenteam in den Vordergrund zu spielen. Arnd Peiffer, Simon Schempp, Benedikt Doll und Erik Lesser hießen die dominierenden Persönlichkeiten, die meist auch das Staffel-Quartett bildeten. Einer flog deshalb stets ein wenig unter dem Radar: Johannes Kühn. Der Zollwachtmeister, der für den WSV Reit im Winkl startet, ist mit seinen 28 Jahren aber längst kein Newcomer mehr. Kühn ist einfach ein Spätstarter.

Erst ein Top-Einzelergebnis

Erst 2012/2013 startete der gebürtige Passauer, der als Hobbies Fußball, Radfahren, Volleyball, Kino angibt und gerne NFL-Spiele schaut, erstmals im Weltcup. Zuvor tingelte er durch den IBU-Cup. Auf der großen Weltcupbühne blieben die ganz großen Erfolge bisher aus. Als beste Einzelplatzierung steht für ihn 2018 ein zweiter Platz im Sprintrennen beim Weltcup in Pokljuka zu Buche. In Ruhpolding platzierte er sich zudem einmal in den Top Ten. Mit der Staffel wurde er je einmal Zweiter und Dritter. Seine Stärken liegen in der Loipe. An diesem Wochenende nun bewies er, dass er es auch am Schießstand kann.

Biathlon - Analyse & Stimmen nach der Herren-Staffel Sportschau 15.12.2019 05:22 Min. Verfügbar bis 15.12.2020 Das Erste

Neuner: "Werden noch viel von ihm hören"

"Johannes hat heute eine Super-Schießzeit hingelegt. Er hat nicht zu schnell geschossen, vom Rhythmus her okay, zwischendurch auch mal ein bisschen schneller. Also er hat sich richtig getraut heute", freute sich ARD-Biathlonexpertin Magdalena Neuner mit Kühn, der die deutsche Staffel auf der Position zwei in Führung gebracht hatte. Auch Teamkollege Benedikt Doll fan Kühns Leistung "saustark".

Johannes Kühn und Arnd Peiffer beim Wechsel

Johannes Kühn und Arnd Peiffer beim Wechsel

Neuner traut Kühn nun sogar Großes zu: "Für mich gehört Johannes zu denen, die man immer unter die Top 5 tippen kann. Er ist läuferisch so stark, dass er da zur absoluten Weltspitze gehört. Und er hat heute gezeigt, dass er auch treffen kann, wenn alles zusammenpasst." Ein dickes Lob aus berufenem Munde - das sollte Kühn Selbstvertrauen geben. Und natürlich das Erlebnis, die deutsche Staffel nach vorne gebracht zu haben: "Ich glaube, dass ihm das Sicherheit und Selbstvertrauen gibt. Und umso öfter diese positiven Ergebnisse passieren umso gefestigter wird er in der Weltspitze sein. Ich glaube, wir werden noch viel von ihm hören und sehen", sagt Neuner.

Gesund bleiben und weiter so

Nichts anderes hat Johannes Kühn vor: "Gesund bleiben und hoffentlich ähnlich weitermachen wie an diesem Wochenende. Heute war super. Ich hoffe, dass es so weitergeht." Schon in dieser Woche hat er im französischen Annecy die Möglichkeit, seine gute Form zu bestätigen.

Biathlon - die 4x7,5 km-Staffel der Männer in Hochfilzen Sportschau 15.12.2019 02:35 Min. Verfügbar bis 15.12.2020 Das Erste

Stand: 16.12.2019, 11:19

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