Deutschland Dritter beim Staffel-Krimi in Oberhof

Doll zur Biathlon-Staffel in Oberhof: "Letzter Nachlader war ein Taktikschuss" Sportschau 11.01.2020 01:39 Min. Verfügbar bis 11.01.2021 Das Erste

Staffel-Weltcup

Deutschland Dritter beim Staffel-Krimi in Oberhof

Was für eine Achterbahn der Gefühle: In einem verrückten und von Fehlschüssen geprägten Staffelrennen ist die deutsche Mannschaft auf das Podium gelaufen. Norwegen gewann auch ohne die beiden pausierenden Bö-Brüder das dritte Staffelrennen des Winters. Frankreich lief auf den zweiten Platz.

In der Besetzung Philipp Horn, Johannes Kühn, Arnd Peiffer und Benedikt Doll lieferten die deutschen Männer ein furioses Staffelrennen ab. Trotz zweier Strafrunden reichte es für den dritten Platz. Beim letzten Schießen war sogar der Sieg drin, doch Schlussläufer Doll konnte die Chance nicht nutzen und musste stattdessen in die Strafrunde.

Horn erst gezittert, dann geliefert

Philipp Horn

Philipp Horn im Staffelpulk in Oberhof

Die meisten Biathleten flattern beim Stehendanschlag, bei Philipp Horn ist das anders. Der Startläufer der deutschen Staffel schwächelt gern mal beim Liegendanschlag und sorgte mit drei Fehlschüssen für Schnappatmung bei seinen Trainern. Weil die Nachlader saßen, hielt sich der Rückstand (38 Sekunden) auf die Spitze in Grenzen. "Ich musste mich nach den ersten fünf Schüssen extrem zusammenreißen", gab Horn nach seinem ersten Staffelrennen zu. Im Stehendschießen - Horns Schokoladenseite - fielen bei fünf Schüssen fünf Scheiben. Damit verbesserte sich der 25-Jährige vom SV Eintracht Frankenhain deutlich und schickte Johannes Kühn als Neunten mit einem Rückstand von 22,8 Sekunden auf Norwegen ins Rennen.

Kühn muss in die Strafrunde

Und Kühn? Der aktuell stärkste Deutsche, am Freitag Dritter im Sprint, startete eine erfolgreiche Aufholjagd, kam als Fünfter zum Liegendschießen. Fehlerfrei im Liegendanschlag und mit Adrenalin im Körper machte sich Kühn auf die Verfolgung und kam als Dritter hinter Norwegen und Weißrussland zum Stehendanschlag. Klappte das Schießen zuletzt so zuverlässig, ging plötzlich gar nichts mehr. "Es war halt windig und dann ist es schwer, zu treffen. Ich hab mich gewundert, dass der Norweger fehlerfrei geblieben ist." Kühn musste in die Strafrunde, fiel auf Rang 10 (+1:18,8 Minuten) zurück. Wieder begann eine Aufholjagd und Kühn hatte noch genügend Energie im Tank. Mit der schnellsten Laufzeit schickte er Arnd Peiffer als Sechsten (+ 57,3 s) ins Rennen.

Peiffer übergibt als Zweiter

Peiffer brauchte im Liegend- und Stehendanschlag Nachlader und holte dennoch ordentlich auf, weil die Kontrahenten bei schwierigen Bedingungen noch mehr Scheiben stehen ließen und teilweise sogar in die Strafrunde mussten. So schickte der Routinier Schlussläufer Benedikt Doll als Zweiten mit 31,7 Sekunden Rückstand auf Norwegen ins Rennen.

Doll - Achterbahnfahrt der Gefühle

Wenn beim Team Norge Johannes Thingnes Bö das Rennen zu Ende gelaufen hätte, wäre der Deckel wahrscheinlich schon drauf gewesen. Doch weil Bö in seiner Heimat auf die Geburt seines ersten Kindes wartet, sollte Vetle Christiansen den Sieg nach Hause laufen. Nach dem Liegendschießen sah es nach einem sicheren Erfolg aus, doch beim Stehendschießen patzte der Norweger. Er musste in die Strafrunde. Das war die Chance für Doll, der zeitgleich mit dem Franzosen Fillon Maillet zum letzten Schießen kam. Während der Franzose mit einem Nachlader abräumte, musste Doll ebenfalls in die Srafrunde, verteidigte aber den dritten Platz. Der Norweger Christiansen hing auf der Zielgeraden noch den Franzosen Maillet ab und sorgte für den dritten norwegischen Staffelsieg im dritten Rennen.

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Schempp nicht nominiert

Der etatmäßige Schlussläufer Simon Schempp, der im Sprint nur 43. geworden war, wurde für das Staffelrennen nicht berücksichtigt. Der Uhinger erlebt eine schwierige Saison und hat auch die Norm für die Weltmeisterschaft nicht geschafft.

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red | Stand: 11.01.2020, 15:38

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