Biathletin Herrmann gewinnt "Geister-Sprint" in Nove Mesto

Denise Herrmann gewinnt in Nove Mesto Sportschau 05.03.2020 01:40 Min. Verfügbar bis 05.03.2021 Das Erste

Weltcup in Nove Mesto

Biathletin Herrmann gewinnt "Geister-Sprint" in Nove Mesto

Von Wolfram Porr

Start-Ziel-Sieg für Denise Herrmann in Nove Mesto: Die zweimalige Vize-Weltmeisterin von Antholz gewann den Sprint zum Auftakt des Biathlon-Weltcups souverän.

Herrmann kam mit der Startnummer 3 als Erste ins Ziel, und ihre Zeit wurde von keiner der 99 Starterinnen mehr unterboten. Nacheinander bissen sich alle Favoritinnen die Zähne an der Zeit der 31-Jährigen aus, die trotz wechselnder, böiger Winde ohne Schießfehler blieb und die 7,5 Kilometer in 18:51,0 Minuten absolvierte. Ob Tiril Eckhoff (Norwegen/2 Schießfehler/+1:11,1 Minuten), Hanna Öberg (Schweden/1/+1:22,4) oder die Weltcupgesamtführende Dorothea Wierer (Italien/3/1:48,3) - sie alle hatten teilweise deutlich das Nachsehen.

Hinter Herrmann kam die Französin Anais Bescond (0/+27,2 Sekunden) auf Rang zwei vor der Tschechin Marketa Davidova (1/+49,7). Sprint-Weltmeisterin Marte Olsbu Röiseland war wegen einer Viruserkrankung nicht am Start.

Sechster Weltcupsieg für Herrmann

Für Herrmann war es der sechste Weltcupsieg ihrer Karriere - einer, den sie sicher nicht so schnell vergessen wird. Das lag vor allem an den äußeren Umständen. Denn die tschechischen Veranstalter hatten verfügt, dass aus Angst vor der Verbreitung des neuartigen Coronavirus keine Zuschauer zugelassen waren. Also zogen die Athletinnen "einsam" ihre Runden und schossen vor leeren Rängen - eine ungewohnte Situation, mit der Herrmann mit am besten zurecht kam.

Leere Ränge "kein Nachteil"

Denise Herrmann

"Mir ist wirklich ein gutes Rennen gelungen", sagte Herrmann vor dem ZDF-Mikrofon. "Die Stimmung ist eine ganz Besondere. Am Schießstand war es sicher kein Nachteil, fokussiert sein Ding machen zu können." Der letzte Wettkampf bei der WM habe sie "ein bisschen gefuchst". So sei sie motiviert an den Start gegangen, was sie auch für die restlichen Saisonrennen beibehalten will: "Ich bin wirklich gut drauf und will noch ein paar gute Rennen zeigen."

Franziska Preuß in den Top 15

Franziska Preuß (2/+1:34,9 Minuten) hielt lange gut mit, blieb beim Liegendschießen ohne Fehler, verdarb sich mit zwei Fahrkarten im Stehendanschlag aber eine mögliche, noch bessere Platzierung als Rang 13. "Läuferisch hatte ich einen guten Tag. Vielleicht bin ich ein bisschen übermotiviert zum Schießstand gelaufen", analysierte Preuß, die sich nach einem kleinen Loch nach der WM neu motivieren musste. Vanessa Hinz (2/1:50,4), bei der WM in Antholz noch beste Deutsche im Sprint, landete wenige Sekunden hinter Preuß auf Platz 28.

Die weiteren Platzierungen der Deutschen: Karolin Horchler (1/1:49,9) wurde 31., Janina Hettich (4/2:47,9) 62. und Franziska Hildebrand (4/2:54,9) landete bei ihrem Comeback nach zweieinhalb Monaten Weltcuppause auf Platz 66.

Thema in: B5 aktuell, Sportnachrichten immer fünf Minuten vor der vollen Stunde

Stand: 05.03.2020, 18:47

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