Peiffer: "Mache mir Sorgen um den Nachwuchs"

Arnd Peiffer

Biathlon in Coronazeiten

Peiffer: "Mache mir Sorgen um den Nachwuchs"

Die deutschen Biathlon-Männer stecken mitten in den Vorbereitungen auf die neue Saison in Oberhof. Aber auch dort herrscht ein Thema vor: Corona und die Auswirkungen auf den Sport. Arnd Peiffer sorgt sich vor allem um den Nachwuchs.

Die Biathlon-Männer befinden sich aktuell auf einem Lehrgang in Oberhof. Am Dienstag gab der Weltcup-Ort bekannt, dass die Wettbewerbe im Januar wegen der Corona-Pandemie ohne Zuschauer statttfinden werden. Arnd Peiffer bedauert das, betont aber: "Lieber Rennen ohne Zuschauer, als gar keine Rennen." Mehr Sorgen macht ihm wegen der ganzen Corona-Beschränkungen der Nachwuchsbereich: "Die leiden besonders darunter. Der Weltcup wird durchgedrückt. Für die zweite Reihe herrscht ein bisschen Perspektivlosigkeit, es fehlen die internationalen Rennen. Es ist schwierig. Vielleicht werden wir den Effekt in ein paar Jahren spüren, wenn uns der Nachwuchs wegbricht", sagt der fünfmalige Weltmeister.

Olympia: "Riesige aufgeblasene Veranstaltung"

Angesprochen darauf, ob der mittlerweile 33-Jährige bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking dabei sein werde, meint er: "Meine Karriereplanung habe ich nie an irgendwelchen Orten und Veranstaltungen festgemacht." Und findet dann deutliche Worte: Für den Olympiasieger im Sprint 2018 in Pyeongchang besitzen die Olympischen Spiele ohnehin "nicht mehr den Mythos. Ich bin ein bisschen desillusioniert", äußert sich der Routinier kritisch. Olympia sei längst nicht mehr "für Athleten konstruiert, sondern für die Zuschauer. Das ist eine riesige aufgeblasene Veranstaltung, die brutal vermarktet wird."

Biathlon: Sorgen und Ziele vor dem Saisonstart

Sportschau 04.11.2020 02:16 Min. Verfügbar bis 04.11.2021 ARD Von Philipp Weiskirch


Kirchner: "Hoch motiviert in die neue Saison"

Doch jetzt richtet sich Peiffers Blick und der des DSV auf den Weltcup-Auftakt im finnischen Kontiolahti am 28. November. Peiffer wird sicher an den Start gehen - er gehört neben Philipp Horn, Johannes Kühn und Benedikt Doll zu den Gesetzten.

Die beiden Routiniers Simon Schempp und Erik Lesser müssen um ihren Startplatz noch bangen. Gerade bei Schempp sieht Bundestrainer Mark Kirchner gute Ansätze: "Bei ihm ist mehr Stabilität vorhanden." Überhaupt zeigt sich der Bundestrainer zufrieden mit der Vorbereitung seines Teams. Trotz Corona konnten alle gut für die neue Saison trainieren, nur ein Lehrgang musste aufgrund der damals aktuellen Reisebeschränkungen im Frühjahr abgesagt werden. "Die Jungs haben gut und quantitativ hoch trainiert und gehen hoch motiviert in die neue Saison", stellt Kirchner fest.

Dass die Wettbewerbe in der kommenden Saison an weniger Orten stattfinden, stört den Bundestrainer kaum: "Die Wettkämpfe bleiben die gleichen und wir haben weniger Reisestress."

Stand: 04.11.2020, 15:38

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