Biathlon - deutsches Mixed-Team ohne Zielwasser

Erik Lesser

Mixed-Staffel in Kontiolahti

Biathlon - deutsches Mixed-Team ohne Zielwasser

Es war nicht der Tag der deutschen Biathleten in Kontiolahti. In der Mixed-Staffel lief das DSV-Quartett nach schwachen Schießleistungen der Spitze deutlich hinterher. Der Kampf um den Sieg war dramatisch. Am Ende hatten die Italiener die Nase vorn.

Während die Ukraine, Italien, Norwegen und Russland um den Sieg im dritten Mixed-Staffel in dieser Saison kämpften, kreiselte Benedikt Doll in der Strafrunde. Und nicht nur der Schlussläufer patzte am Schießstand, auch seine Teamkollegen Franziska Hildebrand, Franziska Preuß und Erik Lesser schossen konstant daneben. Mit zwei Strafrunden und zwölf Nachladern reichte es nur zum siebten Platz.

Italien gewinnt

Über den Sieg jubelte Italien. Das Quartett um Dorothea Wierer, Lisa Vittozzi, Dominik Windisch und Lukas Hofer lief trotz einer Strafrunde und 13 Nachladern die schnellste Zeit. Mit einer grandiosen Schießleistung (drei Nachlader bei 40 Schuss) schaffte es die Ukraine auf den zweiten Platz. Rang drei belegte in einer spannenden Schlussrunde Norwegen.

Hildebrand muss in die Strafrunde

Franziska Hildebrand

Franziska Hildebrand am Schießstand in Kontiolahti

Mit dem Kampf um das Podium hatten die Deutschen in keiner Phase des Rennens etwas zu tun. Das Dilemma begann schon bei Startläuferin Hildebrand. Sie musste sogar in die Strafrunde und fiel nach dem Stehendschießen vom dritten auf den 17. Platz zurück. Auch in der Loipe verlor die 30-Jährige wertvolle Zeit. Mit fast einer Minute Rückstand übergab sie als 16. an Franziska Preuß.

Pikant dabei: Hildebrand hatte nach Olympia in einem Zeitungsinterview in ungewöhnlich scharfer Form Kritik geübt und dabei auch ihre Teamkollegin Preuß und deren "labiles Nervenkostüm" beim Schießen angesprochen. In der Mixed-Staffel wackelte nun Hildebrand und meinte im ZDF enttäuscht: "Ich wollte es unbedingt besser. Am Ende hat es leider nicht geklappt."

Preuß spricht von "zähem Rennen"

Auch Preuß schwächelte am Schießstand. Im Gegensatz zu Hildebrand verhinderte sie aber die Strafrunde. Mit drei Nachladern und einer durchwachsenen Laufleistung schob sich Preuß um sieben Positionen auf Rang neun nach vorn. Zeitlich konnte sie nichts gut machen. Mit 58 Sekunden Rückstand schickte sie Lesser in die Spur und sagte danach: "Es ist ein hartes Rennen und extrem zäh auf der Strecke."

Lessers Tank war leer

Erik Lesser

Erik Lesser in Kontiolahti

Der Thüringer brauchte jetzt ein perfektes Rennen. Doch auch der Schnellschütze hatte kein Zielwasser intus. Mit zwei Nachladern konnte sich Lesser nicht an die Spitze heran saugen, sondern ging auf den letzten Metern "blau". Völlig entkräftet lag Lesser im Ziel während sein Teamkollege Benedikt Doll 67 Sekunden nach der vierköpfigen Spitzengruppe auf seine 7,5 km lange Runde ging.

Auch Doll muss einmal kreiseln

Und Doll war der Erste aus dem DSV-Team, der im Liegendschießen auf Anhieb alle fünf Scheiben abräumen konnte. Doch wie gewonnen, so zerronnen. Im Stehendanschlag musste Doll in die Strafrunde und kämpfte auf der Schlussrunde gegen Sebastian Samuelsson um den sechsten Platz. Der Schwede hatte das bessere Ende für sich und sich einen verärgerten Doll zurück.

Dahlmeier, Schempp und Peiffer geschont

Mit Laura Dahlmeier, Simon Schempp und Arnd Peiffer fehlten gleich drei der Top-Athleten, die beim unvergessen dramatischen Mixed-Rennen bei Olympia noch im Einsatz waren. Das Trio wurde geschont, wird am Sonntag bei den Massenstart-Rennen (Live-Ticker bei sportschau.de) aber wieder dabei sein.

Thema in: Deutschlandfunk, 10.03.2018, 22.50 Uhr

sst | Stand: 10.03.2018, 17:59

Biathlon | Weltcupstand Damen

NameP
1.Kaisa Mäkäräinen822
2.Anastasiya Kuzmina819
3.Darja Domratschewa804
4.Laura Dahlmeier730
5.Dorothea Wierer681

Biathlon | Weltcupstand Herren

NameP
1.Martin Fourcade1116
2.Johannes Thingnes Bö1027
3.Anton Schipulin697
4.Arnd Peiffer668
5.Lukas Hofer637

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