Wintersportnews am Donnerstag - Langläuferin Fessel verzichtet auf WM

Nicole Fessel - "Werde es wohl nicht zur WM schaffen" Sportschau 03.01.2019 04:33 Min. Verfügbar bis 03.01.2020 Das Erste

Wintersportnews am Donnerstag - Langläuferin Fessel verzichtet auf WM

Langläuferin Nicole Fessel: Keine WM, aber noch kein Karriereende +++ Kombinations-Olympiasieger Eric Frenzel lässt Weltcup in Otepää aus. +++ Eisschnellläufer Nico Ihle und Joel Dufter tragen die deutschen EM-Hoffnungen.

Langläuferin Nicole Fessel wird bei der Nordischen Ski-WM im Februar im österreichischen Seefeld fehlen. Die Olympia-Dritte mit der Staffel 2014 sagte am Donnerstag (03.01.2019) in der ARD: "Die WM in Seefeld ist eigentlich schon gestrichen in meinem Kopf. Seefeld war ein großes Ziel für mich und jetzt musste ich erstmal umdenken. Das war schon schwer für mich."

Fessel: "Merke es bei jedem Schritt"

Fessel laboriert an einer schmerzhaften Fersenverletzung. "Es wird besser, aber ich merke es bei jedem Schritt. Es ist nicht so, dass ich nicht die Form habe oder mir viel Training fehlt, sondern es ist immer noch so, dass ich Schmerzen habe", sagte die 35-Jährige. An ein Karriereende denke sie aber noch nicht. "Langlauf und ich das ist wie eine Ehe, eine Leidenschaft, die von klein auf in mir gewachsen ist. Da kämpft man in guten wie in schlechten Zeiten miteinander oder gegeneinander", erklärte Fessel. Die Allgäuerin lief in ihrer Karriere im Weltcup dreimal auf das Podest. Mit 242 Weltcupstarts, 20 WM-Starts und neun Olympiastarts zählt Fessel zu den erfolgreichsten deuten Langläuferinnen der vergangenen Jahre.

Kombinierer Frenzel lässt Weltcup aus

Nach zuletzt vier Wettkämpfen ohne Top-10-Ergebnis verzichtet Kombinations-Olympiasieger Eric Frenzel auf einen Start beim Weltcup am Wochenende im estnischen Otepää. Wie der Deutsche Skiverband am Donnerstag (03.01.2019) mittteilte, wird der 30-Jährige stattdessen weiter an seiner Skisprungform arbeiten.

Frenzel trainiert mit Weinbuch in Seefeld

Zusammen mit Frenzel wird auch Bundestrainer Hermann Weinbuch die Reise nach Estland auslassen. Der Coach erklärt: "Wir haben zwischen Weihnachten und Neujahr in Seefeld und Innsbruck trainiert, das Team hat weiter an der Sprungform gefeilt. Das hat funktioniert, fast alle Athleten haben dabei einen Schritt nach vorne gemacht. Lediglich bei Eric passt das Springen noch nicht ganz, deshalb haben wir entschieden, dass Eric den Otepää-Weltcup auslässt und eine weitere Trainingsphase einschiebt. Ich werde mit Eric in Seefeld weiter an der Sprungform arbeiten." In Seefeld findet vom 19. Februar bis 3. März die WM statt.

Youngster feiert Weltcup-Debüt

Für Frenzel rückt der Oberstdorfer Youngster Julian Schmid ins Team, der 19-Jährige feiert in Otepää sein Weltcup-Debüt. Zudem sind Manuel Faißt (SV Baiersbronn),  Vinzenz Geiger (SC Oberstdorf), Fabian Rießle (SZ Breitnau), Johannes Rydzek (SC Oberstdorf) und Terence Weber (SSV Geyer) am Start.

Sprinter Ihle und Dufter mit guten Chancen bei EM

Nico Ihle beim Weltcup in Tomaszow Mazowiecki (Dezember 2018)

Nico Ihle

Die Eissprinter Nico Ihle und Joel Dufter tragen die deutschen Hoffnungen bei den Europameisterschaften der Eisschnellläufer in Klobenstein (11. bis 13. Januar). Ihle, der bei der Premiere des Sprint-Vierkampfes im Jahr 2017 Dritter geworden war, und der deutsche Meister Dufter (Inzell) haben Chancen, in den Bereich der Medaillenränge zu laufen. Weiterhin wurden Hendrik Dombek (München) und Gabi Hirschbichler (Inzell) von der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft für den EM-Sprint-Vierkampf nominiert.

Pechstein und Dufter für Mehrkampf-EM qualifiziert

Für die Mehrkampf-EM haben sich Claudia Pechstein und Roxanne Dufter (Inzell) qualifiziert. Da die 46 Jahre alte Berlinerin mit Rückenproblemen kämpft, ist der Start bei ihrer 22. Eisschnelllauf-EM noch offen. Der beste deutsche Langstreckler Patrick Beckert (Erfurt) verzichtet auf die EM. Stattdessen werden sein Vereinskamerad Felix Maly und der Berliner Lukas Mann den Vierkampf in Südtirol bestreiten.

Pechstein legt Widerspruch ein

Derweil hat Pechstein Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in ihrem Fall eingelegt. Im Verfahren am 2. Oktober war das Gericht zwar Pechsteins Auffassung gefolgt, dass Anhörungen vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS öffentlich erfolgen müssen. Der CAS änderte daraufhin seine Satzungen. Nicht geteilt hatte der Gerichtshof in Straßburg Pechsteins Einschätzung, wonach der CAS kein unparteiliches Gericht ist. Pechstein hatte sich 2009 vor dem CAS gegen eine zweijährige Sperre wegen auffälliger Blutwerte gewehrt, die sie auf eine geerbte Blutanomalie zurückführt. Der CAS hatte die Strafe bestätigt.

dh/fth/dsv/dpa | Stand: 03.01.2019, 16:32

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