Auch deutsche Volleyballerinnen verpassen Olympia

Volleyball-Nationalspielerin Anna Pogany spielt den Ball

Volleyball, Olympia-Qualifikation

Auch deutsche Volleyballerinnen verpassen Olympia

Nach den Männern haben auch die deutschen Volleyballerinnen die Olympia-Qualifikation verpasst. Gegen die Türkei verloren sie im Finale deutlich mit 0:3.

Der Traum der deutschen Volleyballerinnen von der vierten Olympia-Teilnahme ist geplatzt. Das Team von Bundestrainer Felix Koslowski unterlag im Finale des Qualifikationsturniers im niederländischen Apeldoorn der Türkei klar mit 0:3 (17:25, 19:25, 22:25). Damit ist bei den Sommerspielen in Tokio keine deutsche Volleyball-Mannschaft dabei, die Männer hatten das Ticket ebenfalls verpasst.

Ausgerechnet im entscheidenden Spiel am Sonntag (12.01.2020) knüpfte die deutsche Mannschaft nicht an ihre bis dahin hervorragenden Turnierleistungen an. Die vom früheren Bundestrainer Giovanni Guidetti trainierten Türkinnen erwischten einen Superstart, die Deutschen fanden kaum Mittel, kämpften sich aber Punkt für Punkt in die Partie. Es blieb im ersten Satz allerdings bei einem Rückstand, den die Koslowski-Sechs nicht mehr aufholte.

Louisa Lippmann: "Wahnsinnig stolz auf das Team" Sportschau 12.01.2020 00:29 Min. Verfügbar bis 12.01.2021 Das Erste

Koslowski schwört sein Team nochmal ein

Angetrieben von den überwiegend in Rot gekleideten Fans, die jede Aktion der Deutschen gnadenlos auspfiffen, behielten die Türkinnen Oberwasser, der deutsche Block konnte gegen die starken Angreiferinnen nicht zupacken, dazu kamen einige individuelle Fehler. Im zweiten Satz war es die erst 21 Jahre alte Außenangreiferin Hanna Orthmann, die ihr Team mit guten Aktionen im Spiel hielt. Koslowski brachte sein Team mental wieder auf Kurs: "Warum haben wir die ganze Woche gekämpft? Wollt ihr nach Tokio? Wir dürfen nicht so passiv sein", so der Trainer in einer Auszeit.

Olympia-Qualifikation: Deutsche Volleyballerinnen verlieren Finale

Sportschau 12.01.2020 00:43 Min. Verfügbar bis 12.01.2021 ARD Von Tobias Blanck

Auch Diagonalangreiferin Louisa Lippmann zeigte immer wieder schöne Aktionen. Doch insgesamt fehlte die Konstanz, die die Mannschaft in den vergangenen Partien ausgezeichnet hatte, um die favorisierten Türkinnen ernsthaft unter Druck zu setzten. Am Ende stand eine klare und auch verdiente Niederlage der jungen DVV-Auswahl, die trotz aller Enttäuschung optimistisch in die Zukunft blicken kann. "Die Enttäuschung ist riesig, aber die Türkinnen haben einfach sehr viel Druck gemacht. Ich bin trotzdem wahnsinnig stolz auf das Team", sagte Lippmann.

In der Gruppenphase gelang gegen die Türkei noch ein Sieg

In der Gruppenphase hatten die Deutschen die Türkei noch mit 3:1 bezwungen und danach drei weitere Siege folgen lassen, unter anderem ein souveränes 3:0 im Halbfinale gegen Gastgeber Niederlande. Der ganz große Coup blieb aber aus. Damit muss der DVV weiter auf die erste Teilnahme seines Frauen-Teams seit 2004 warten. Bereits vor 16 Jahren hieß der Gegner im Finale Türkei, damals setzte sich Deutschland mit 3:0 durch. Die Männer von Bundestrainer Andrea Giani hatten am Freitag ihr Tokio-Ticket beim 0:3 gegen Frankreich im Endspiel des Quali-Turniers in Berlin verspielt.

"Wir sind an einer sehr starken türkischen Mannschaft gescheitert, die uns das Leben unfassbar schwer gemacht hat. Sie haben das Spiel heute von vorne bis hinten kontrolliert", sagte Trainer Koslowski. "Es ist wirklich schwer damit umzugehen, die Mannschaft hat hier überragend gespielt, das tut total weh."

red/sid/dpa | Stand: 12.01.2020, 19:06

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