Deutschlands Volleyballerinnen begeistern

Die deutschen Volleyballerinnen Anna Pogany (l.) und Denise Hanke (r.)

Volleyball-EM in Slowenien, Ungarn, Polen und der Türkei

Deutschlands Volleyballerinnen begeistern

Von Jan Wochner

Die deutschen Volleyballfrauen eilen bei der Europameisterschaft von Sieg zu Sieg. Ohne einen Wackler hat sich die Mannschaft von Bundestrainer Felix Koslowski als Gruppenerster für das Achtelfinale qualifiziert, sogar Russland geschlagen. Gegner im Achtelfinale ist am Sonntag (01.09.2019) Slowenien. Seinen Spielerinnen gönnt Koslowski bis dahin erst einmal ein wenig Zeit zur Erholung.

Das sichere Weiterkommen war erwartet worden. Keine Frage. Aber diese Auftritte haben nicht nur überzeugt, sondern gleich begeistert. Deutschlands Volleyballerinnen haben bei der EM alle Erwartungen übertroffen. "Wir hatten im Vorfeld mit dem zweiten Platz in unserer Gruppe geliebäugelt. Für den Fall, dass es perfekt läuft", sagt Koslowski. "Aber wir haben sensationell Russland geschlagen und die Chance auf Platz eins genutzt."

Makellose Vorrundenbilanz

Der Sieg über das Weltklasseteam aus Russland überstrahlt die ohnehin makellose Vorrundenbilanz der deutschen Mannschaft. Fünf Spiele, fünf Siege. Dass die Russinnen nach der Einschätzung vieler Experten momentan nicht in Bestform auftreten, spielt keine Rolle. Deutschlands Volleyballerinnen haben mit diesem Sieg so oder so ein Ausrufezeichen gesetzt. Bundestrainer Koslowski freute aber viel mehr, dass seine Mannschaft an den beiden folgenden Tagen auch gegen die Slowakei und Weißrussland letztlich sicher siegte.

Volleyball EM - Bundestrainer Felix Koslowski im Interview Sportschau 29.08.2019 11:37 Min. Verfügbar bis 29.08.2020 Das Erste

Zur Belohnung hat er seinen Spielerinnen den Donnerstag komplett frei gegeben. "Das waren viele Spiele in kurzer Zeit, das hat sehr viel Energie gezogen und war auch mental sehr belastend. Die Akkus waren sehr, sehr leer", sagt Koslowski. Weil sich die Co-Gastgeber Polen und Slowakei in ihren Gruppen als Zweiter bzw. Dritter für das Achtelfinale qualifizierten, wird das DVV-Team sein erstes K.o.-Spiel statt in Bratislava im knapp 500 Kilometer entfernten Lodz absolvieren.

Favorit gegen Slowenien

Achtelfinalgegner wird Slowenien sein, das als krasser Außenseiter gilt. Die Slowenen haben eine junge Mannschaft, die sich noch am Anfang ihrer Entwicklung befindet. Der Bundestrainer aber hält nichts davon, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen: "Das sind immer die schwierigsten Spiele. Wir sind Gruppenerster, aber die Slowenen haben sehr gut gespielt bislang. Meine Mannschaft kann aber damit umgehen, und wir entwickeln schon eine gewisse Vorfreude auf das Spiel."

Mischung aus Jugend und spielerischer Reife

Das klingt nach gelebter Zuversicht und die kommt nicht von ungefähr. Die junge deutsche Mannschaft hat spielerisch überzeugt, vor allem mit variantenreichem Angriffsspiel. Obwohl das Durchschnittsalter bei gerade einmal 23,7 Jahren liegt, wirkt die deutsche Mannschaft spielerisch reif. "Es gab in den letzten drei Spielen Phasen, da war ich überrascht, mit welcher Konstanz und Souveränität meine Spielerinnen manche Situationen ausgespielt haben", sagt auch Koslowski anerkennend. "Das haben sie extrem gut gemacht."

Dass seine jungen Wilden bereits zu den Medaillenkandidaten zählen, ist auch Koslowski nicht entgangen: "Medaillenträume sind bei uns kein großes Thema. Wenn wir irgendwann aber die Chance bekommen, um eine Medaille zu spielen, dann werden wir uns darüber auch Gedanken machen." Klingt nach einem guten Plan.

Stand: 29.08.2019, 15:50

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