Turn-WM: Zwölftes WM-Gold für Biles

Mehrkampf der Frauen

Turn-WM: Zwölftes WM-Gold für Biles

Kunstturnerin Simone Biles hat zum zwölften Mal bei Welttitelkämpfen eine Goldmedaille gewonnen.

Das historische Dutzend ist voll: Mit ihrem zwölften Weltmeistertitel hat Biles aus den USA bei den Kunstturn-Weltmeisterschaften in Doha Sportgeschichte geschrieben. Die vierfache Olympiasiegerin von Rio 2016 siegte am Donnerstag (01.11.2018) im Aspire Dome jedoch knapper als erwartet vor Mai Murakami aus Japan und Titelverteidigerin Morgan Hurd (USA).

Die 21-jährige Biles egalisierte damit die Bestmarke des Weißrussen Witali Scherbo, der zwischen 1991 und 1996 ebenfalls zwölf WM-Goldmedaillen gewonnen hatte. Im Schatten von Biles, die am Freitag zwei weitere Titel beim Sprung und am Stufenbarren sammeln kann, reichte es für die deutsche Mehrkampf-Meisterin Elisabeth Seitz aus Stuttgart nur zu einem enttäuschenden 21. Platz.

Zwei Stürze weggesteckt

Der Weg zum Gold war für Biles allerdings steiniger als erwartet. Aber insgesamt turnte sie auf einem derart hohen Niveau, dass selbst zwei Stürze beim Sprung und am Schwebebalken ihren Gesamtsieg nicht ernsthaft gefährden konnten. Dennoch fiel Biles nach dem letzten Durchgang ihrer Teamkollegin Hurd erleichtert in die Arme.

Zwei Jahre nach ihrem olympischen Triumph ist damit das sportliche Comeback von Biles jetzt schon gelungen. Die Weltsportlerin des Jahres 2016 hatte sich seither eine Auszeit gegönnt. Nicht nur, aber auch wegen des Missbrauchsskandals um den langjährigen US-Teamarzt Larry Nassar, unter dem auch sie unmittelbar zu leiden hatte.

Begonnen hatten die Welttitelkämpfe für Biles mit gesundheitlichen Problemen. Wegen eines Nierensteins musste sie am vergangenen Wochenende im Krankenhaus behandelt werden. Seither aber waren der neuen Weltmeisterin keine Schmerzen mehr anzumerken.

Seitz startet katastrophal

Für Seitz begann der Wettkampf mit einem Debakel am Balken. Zwei Stürze, ein heftiger Wackler - mit lediglich 10,400 Zählern fand sich die 24-Jährige am Ende des Feldes wieder. Der Rückstand war derart groß, dass eine Verbesserung der Platzierung kaum noch machbar war. Ihre Mutter Claudia und ihr Bruder Gabriel drückten auf der Tribüne zunächst vergeblich die Daumen.

Am Stufenbarren allerdings fand die Olympia-Vierte zu gewohnter Form zurück (14,600) und tankte Selbstvertrauen für ihren Finalstart an diesem Gerät am Samstag. Noch vor einem Jahr allerdings hatte sich Seitz bei den Welttitelkämpfen bis auf Rang neun geturnt.

Chusovitina greift nach Medaille

Mit insgesamt sechs Gerätefinalen wird die WM am Freitag fortgesetzt. Dabei greift die mittlerweile 43 Jahre alte Oksana Chusovitina aus Usbekistan beim Sprung nach ihrer zwölften WM-Medaille. Von 2006 bis 2012 ging die Mehrkampf-Olympiasiegerin von 1992 (!) für den Deutschen Turner-Bund (DTB) an die Geräte.

sid/dpa | Stand: 01.11.2018, 16:08

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