Nina Mittelham - auf dem Weg in die Weltspitze

Nina Mittelham bei der DM 2019

Tischtennis-WM in Budapest

Nina Mittelham - auf dem Weg in die Weltspitze

Von Michael Buchartz

Bei der Tischtennis-WM in Budapest (21.04. - 28.04.2019) werden die Klassen Einzel, Doppel und Mixed ausgetragen. Außenseiterchancen besitzen vor allem die deutschen Herren. Trotz zuletzt guter Leistungen scheint für Deutschlands Damen um Nina Mittelham und Petrissa Solja die absolute Weltspitze zu weit weg zu sein.

Zugegeben: Wenn man unter den besten 50 steht, ist man eigentlich schon Weltspitze – zumindest mal in der erweiterten – und besser als viele andere. Nina Mittelham hat den Sprung unter diese besten 50 mit starken Leistungen geschafft. Nun will die 22-Jährige den nächsten Karriereschritt machen. "Das nächste Ziel ist die Top 40, dann irgendwann die Top 20 und wenn dann noch was geht, die Top 10. Je schneller, desto besser natürlich", gibt sie schmunzelnd die Richtung vor.

Großer Erfolg im Jugendbereich

Schon früh war bei Mittelham viel Talent zu sehen: Mit zwölf Jahren wechselt sie von ihrem Heimatklub Willich nach Uerdingen in die 3. Damen-Bundesliga. Mit 14 Jahren schlägt sie für den Neusser Klub Holzbüttgen bereits in Deutschlands zweithöchster Damenklasse auf, räumt auf den deutschen Jugendmeisterschaften alle Goldmedaillen ab und wird mit der Schülerinnen-Mannschaft der DJK Holzbüttgen ebenfalls Meister. "Dieser Meistertitel war die Belohnung für eine intensive Jugendarbeit", sagt damals beispielsweise der heutige Klub-Vorsitzende Stefan Vollmert.

Nina Mittelham im Jahr 2011 als 13-Jährige bei der DJk Holzbüttgen

Nina Mittelham im Jahr 2011 als 13-Jährige bei der DJk Holzbüttgen

Was folgt, ist ein Siegeszug Mittelhams durch die Jugendklassen in ganz Europa. Spätestens mit dem Dreifach-Triumph bei den Europameisterschaften 2013 gilt Mittelham als eines der größten Talente in Europa und knackt erstmals die Top 100 der Weltrangliste. "In der Jugend legt man die Grundlagen, von denen man später extrem profitiert", analysiert die Nationalspielerin ihre eigene Jugendzeit.

Absolute Weltspitze weit weg

Inzwischen hat sich die gebürtige Willicherin weiter vorgearbeitet und feierte inbesondere innerhalb des letzten Jahres mit dem Doppel-Titel bei der EM in Alicante mit Kristin Lang sowie dem zweifachen Erfolg bei der DM 2019 Erfolge, die das Selbstvertrauen stärken. Doch der Weg in die absolute Weltspitze ist weit, deutlich weiter als bei den männlichen Kollegen. Wie weit es für die Deutschen geht, hängt ein bisschen von der Auslosung ab. Bei den Damen hat Europe-Top-16-Gewinnerin Petrissa Solja die beste Setzposition und könnte trotzdem früh auf eine starke Akteurin aus Fernost treffen – kommen doch die besten 15 Spielerinnen der Welt allesamt von dort.

Die Favoritenlage ist klar: Maximal fünf Startplätze im Einzel pro Verband gibt es. Fünf Chinesinnen sind es auch, die die Weltrangliste der Damen anführen. "In gewisser Form ist man sicherlich Außenseiter, aber vielleicht können wir für eine Schlagzeile sorgen", hofft Prause auf eine kleine Überraschung. Aufgrund der Dominanz liegt das Ziel bei dieser Individual-WM in Budapest laut Prause allerdings erstmal darin, die Setzung zu bestätigen.

Nina Mittelham - "Noch sehr schwer gegen Asiatinnen"

Sportschau 10.04.2019 05:06 Min. Verfügbar bis 10.04.2020 ARD

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Medaillenchance im Doppel

Bei den Herren liegen "nur" drei Chinesen an der Spitze. Der große Titel-Anwärter heißt sicherlich Fan Zhendong, der in den vergangenen Monaten die Elite fast nach Belieben beherrschte. Insgesamt liegt die Weltspitze bei den Herren näher zusammen als bei den Damen. Chancen auf eine Medaille besitzen viele – inklusive der drei deutschen Top-Spieler Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov und dem zuletzt formstarken Patrick Franziska.

"Es gibt sicherlich 20 Herren, die eine Medaille gewinnen können", schaut Prause auf die Einzelkonkurrenz. Im Doppel scheint ebenso vieles möglich: Insbesondere Franziska/Boll haben mit dem Finaleinzug bei den Qatar Open gezeigt, dass mit ihnen zu rechnen ist.

Keine Pause nach der WM

Die WM in Budapest ist sicherlich das wichtigste Turnier in diesem Jahr, doch der der volle Terminkalender wirft bereits seine Schatten voraus: Im Sommer finden die Europaspiele statt, dazu die Team-EM im Herbst – und natürlich winkt in der Ferne schon Olympia in Tokio im nächsten Jahr. Deshalb wird ein besonderer Fokus in Budapest auf dem Mixed-Wettbewerb liegen, der bei Olympia erstmals ausgetragen wird. "Die Priorität liegt auf der Mannschaft, aber das Mixed bietet natürlich eine zusätzliche Medaillenchance", erläutert Prause.

DTTB-Sportdirektor Richard Prause - "Die Terminhatz ist unglaublich"

Sportschau 10.04.2019 05:27 Min. Verfügbar bis 10.04.2020 ARD

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Die Teilnahme an Olympia ist übrigens auch eines von zwei Zielen, die Nina Mittelham in ihrem Steckbrief auf der Website des DTTB angibt. Sie selbst zeigt sich positiv gestimmt: "Die Voraussetzungen im Moment sehen nicht so schlecht aus, aber es ist noch ein langes Jahr bis dahin." Das andere Ziel übrigens ist Europameisterin. Der Einzel-Titel fehlt ihr dort noch. Beide Turniere finden 2020 statt - erreichbar scheinen ihre selbst gesteckten Ziele in jedem Fall.

Stand: 18.04.2019, 08:30

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