Tischtennis-WM - Boll fällt für Achtelfinale aus

Timo Boll

Weltmeisterschaft in Budapest

Tischtennis-WM - Boll fällt für Achtelfinale aus

Bittere Nachricht für Tischtennis-Star Timo Boll: Der Rekord-Europameister musste am Donnerstagvormittag (25.04.2019) bei der WM in Budapest sein Achtelfinal-Spiel gegen den Südkoreaner Jang Woojin und später auch das Doppel wegen Fiebers absagen. Das gab der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) bekannt.

Der DTTB und seine Ärzte hatten versucht, den 38-Jährigen wenigstens für das Doppel am Abend mit seinem Partner Patrick Franziska fit zu kriegen. Dort benötigen die beiden Freunde nur noch einen Sieg gegen Joao Monteiro und Tiago Apolonia aus Portugal, um mindestens die Bronzemedaille in diesem Wettbewerb sicher zu haben. Aber es reichte nicht. Am Nachmittag kam auch die Absage für das Doppel.

"Timo hat über Nacht Fieber bekommen. Wir versuchen, das bis heute Abend zum Doppel in den Griff zu bekommen", hatte Richard Prause, der Sportdirektor des Deutschen Tischtennis-Bundes, am Vormittag noch gesagt.

Richard Prause: "Wir haben wirklich alles versucht"

Sportschau 25.04.2019 01:29 Min. Verfügbar bis 25.04.2020 ARD Von ARD-Reporter Mathias Arians

Große Chance verpasst

Sein unfreiwilliges Ausscheiden im Einzel brachte Boll um eine WM-Chance, die er selbst in seiner langen Karriere schon lange nicht mehr hatte und die er womöglich in seinem Alter auch nie wieder erhalten wird. Denn während sich der Weltranglisten-Fünfte in Budapest von Spiel zu Spiel gesteigert hatte und selbst nach eigenen Angaben nichts mehr von seinen Form- und Verletzungsproblemen im Vorfeld gespürt hat, zeigen vor allem die sonst so übermächtigen Chinesen bei diesen Weltmeisterschaften ungewohnte Schwächen.

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Nur eine Viertelstunde vor Bolls Absage schied der Weltranglisten-Erste Fan Zhendong überraschend gegen seinen Landsmann Liang Jingkun aus. Der an Nummer zwei gesetzte Xu Xin verlor bereits am Vortag gegen den Franzosen Simon Gauzy vom Bundesliga-Klub TTF Ochsenhausen. Deshalb steht bereits nach der Hälfte des Turniers fest, dass es im Herren-Einzel zum ersten Mal seit 16 Jahren kein rein chinesisches WM-Endspiel mehr geben wird. Auch der Titelverteidiger und Olympiasieger Ma Long ist nach seiner langen Verletzungspause noch nicht wieder in Bestform.

Auch Franziska angeschlagen

Selbst den verbliebenen Chinesen hätte Boll dank einer günstigen Auslosung bis zu einem möglichen Finale aus dem Weg gehen können. Der siebenfache Europameister und zweimalige World-Cup-Sieger, der bei Individual-Weltmeisterschaften bislang nur einmal Bronze im Einzel (2011) und einmal Silber im Doppel (2005) gewann, hatte eine solche Konstellation seit 2003 nicht mehr. Er selbst sagte am Mittwochabend: "Natürlich haben wir die Auslosung ein bisschen im Kopf. Ich bin froh, dass ich mich gut in das Turnier hineingearbeitet habe."

Das ist jetzt Makulatur. Selbst Partner Franziska war angeschlagen in den Tag des möglichen Viertelfinales im Doppel gegangen. Nach einer Diagnose der Verbandsärzte zog sich der 26-Jährige am späten Mittwochabend beim Mixed mit Petrissa Solja eine Verstauchung des Großzehengrundgelenks zu. Im Gegensatz zu Boll hatte sich Franziska aber für das Doppel spielfähig gemeldet.

sid/dpa | Stand: 25.04.2019, 16:33

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