Tischtennis-EM - DTTB-Herren Favorit in Nantes

Timo Boll bei den Czech Open

Vorschau auf die EM

Tischtennis-EM - DTTB-Herren Favorit in Nantes

Von Michael Buchartz

Bei der Tischtennis-EM wollen die deutschen Männer den achten Titel im Team holen. Obwohl die Konkurrenz in Europas Elite groß ist, gelten Timo Boll und Co. als erster Anwärter auf den Titel.

Eigentlich ist alles klar vor der Team-EM, die am Dienstag (03.09.2019) im französischen Nantes beginnt. Deutschland heißt der große Favorit im Herren-Wettbewerb. Der DTTB stellt das ausgeglichenste Team des Kontinents.

Boll wieder bester Europäer

Vorsicht ist dennoch geboten: Die Abstände in der Weltelite sind klein und andere spielen inzwischen auf Augenhöhe. Ein Beispiel dafür: Mathias Falck. Der Schwede legt aktuell eine fantastische Saison hin, wurde im April im Einzel sogar Vizeweltmeister.

Nicht umsonst löste er danach das erste Mal seit elf Jahren einen Deutschen als besten Europäer ab. Davor hatten Dimitrij Ovtcharov und Timo Boll sich an der Spitze Europas immer abgewechselt. "Er hat sich die Position des besten Europäers verdient. Aber wir werden ihn jagen", sagte Boll zuletzt. Das klappte - pünktlich zur EM ist Boll in der Weltrangliste wieder bester Spieler des Kontinents.

Schweden gilt als größter Konkurrent

Die Schweden gelten dennoch als der ärgste Konkurrent, denn um Falck herum hat sich ein hochtalentiertes Team bestehend aus den beiden Profis von Borussia Düsseldorf, Anton Källberg und Kristian Karlsson, sowie Jugendvizeweltmeister Truls Moregard gebildet.

Boll zu Team-EM: Können den Titel wieder holen! Sportschau 19.08.2019 Verfügbar bis 19.08.2020 Das Erste

Form bei Boll und Co. stimmt

Allerdings wagt nicht nur Schweden den Angriff auf die "Chinesen Europas", wie die DTTB-Herren in der Szene gerne genannt werden - auch Portugal, Frankreich oder Großbritannien wittern ihre Chance. Deutschland dürfte gewarnt sein, denn 2014 und 2015 schnappten ihnen andere Nationen den Titel weg.

Hoffnung auf den achten Titel im Team macht die gute Form aller drei Spitzenspieler. Bei den Czech Open, der Generalprobe vor der EM, schaffte es Ovtcharov bis ins Finale. Auch Boll und Patrick Franziska, die im Halb- und im Viertelfinale ausschieden, stellten unter Beweis, dass sie gewillt sind, ihr bestes Tischtennis abzurufen. Trumpf des DTTB könnte Franziska sein: Er hat in diesem Jahr den absoluten Durchbruch geschafft, schlug im Sommer sogar zwei der Topchinesen.

Deutsches Frauen-Tischtennis-Team darf mit Top-Besetzung zur Mannschafts-EM Sportschau 02.09.2019 03:17 Min. Verfügbar bis 30.09.2020 Das Erste

Terminkalender zu voll

Sportlich gesehen also ein guter Ausblick für Deutschland. Bleibt der Blick über den Tellerrand: Zum Beispiel darauf, ob jedes Jahr Einzel beziehungsweise Team-EM und WM sein müssen. Denn der Kalender ist voll - zu voll. "Der Tischtennis-Weltverband übertreibt es mit den vielen Turnieren", schlägt Bundestrainer Jörg Roßkopf Alarm.

Einzel-WM, die European Games, die Team-EM, diverse WorldTour-Turniere sowie Tischtennis-Weltcup bedeuten kaum eine Pause in diesem Jahr für die DTTB-Spieler. Eine Diskussion darüber, WM und EM nur alle zwei Jahre stattfinden zu lassen, ist längt im Gange. Noch heißt die Gegenwart aber Nantes 2019.

Stand: 02.09.2019, 08:00

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