Roßkopf - ein deutsches Tischtennisidol feiert Jubiläum

Bundestrainer Joerg Rosskopf klatscht Dimitri Ovtcharov ab

Roßkopf - ein deutsches Tischtennisidol feiert Jubiläum

  • Jörg Roßkopf gilt als "Mr. Tischtennis" in Deutschland
  • Der Bundestrainer feiert am Mittwoch seinen 50. Geburtstag.
  • Vorbild für eine ganze Generation

Ein Punkt veränderte sein Leben - und eine ganze Sportart: Als Jörg Roßkopf 1989 bei der Tischtennis-WM in Dortmund den Matchball im Doppel-Finale zum Titelgewinn mit Steffen Fetzner verwandelte, stieg der 19-Jährige mit einem Schlag zu einer Ikone der deutschen Sportgeschichte auf und leitete zugleich einen nachhaltigen Aufschwung seiner Sportart ein. Am Mittwoch (22.05.2019) feiert "Mr. Tischtennis" nun seinen 50. Geburtstag.

"Nach Dortmund wurde schnell deutlich, dass dieser Titel etwas Besonderes bleiben wird", sagt der Jubilar rückblickend: "Ohne 1989 würde es vielleicht keinen Timo Boll geben, und ich bin stolz und froh, dass ich ein Teil des Ganzen bin."

"Rossi", sagt Ehrenpräsident Hans Wilhelm Gäb vom Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) als Wegbegleiter und Mentor, "ist ein zentrales Stück deutscher Tischtennis-Geschichte." Als erster Deutscher gewann Roßkopf im Einzel 1992 den EM-Titel, 1996 eine Olympia-Medaille (Bronze) und 1998 den Weltcup. In seinem Sog stieg auch das Nationalteam in die Weltelite auf. Im Zuge seiner Erfolge gewann Tischtennis an Popularität und Prestige.

Schöler: "Absolut fairer Sportler"

"Ein Leben lässt sich natürlich nicht nur auf den Sport reduzieren. Ich bin zufrieden und glücklich, wie es sportlich und privat läuft", sagt Roßkopf - trotz eines unerfüllbaren Wunsches: "Ich würde gerne noch einmal das verlorene Olympia-Finale von 1992 neu spielen. Es ist schade, dass Speedy und ich damals nicht Olympiasieger geworden sind."

Der frühere WM-Zweite Eberhard Schöler würdigt Roßkopf "als absolut fairen Sportler", und Boll ist dankbar: "Als ich Kind war, ist Rossi mein Idol gewesen, heute bin ich froh, dass ich immer noch von seiner Erfahrung profitiere. Ich vertraue ihm sehr."

Welttrainer des Jahres 2017

Für Roßkopf, der "frühestens 2024" über eine berufliche Veränderung nachdenken würde, ist der Sport mehr als nur das nächste Match. "Sport ist gesellschaftlich wichtig, damit die Kinder nicht auf der Straße rumhängen. Der Anreiz müsste durch TV-Übertragungen von vielen Sportarten kommen und nicht nur vom Fußball. Regierung und Politik sollten darüber einmal nachdenken."

Als Coach stört den "Welttrainer des Jahres 2017" die Geringschätzung für seinen Berufsstand: "Wir lassen Kinder und Aktive in die Hallen und vermitteln Wissen und Spaß. Aber Medaillen bekommen wir keine. Das ist ein Katastrophe, und es wäre ein Ausrufezeichen, wenn man sehen würde, dass wir Trainer zu den Erfolgen der Sportler gehören."

Stand: 22.05.2019, 07:26

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