Qualifiziert für ATP Finals - Zverev kann seinen Titel verteidigen

Alexander Zverev freut sich über einen Punkt

Titelverteidiger in London dabei

Qualifiziert für ATP Finals - Zverev kann seinen Titel verteidigen

Als sich Alexander Zverev schon vor seinem letztlich verlorenen Achtelfinale in Paris für das Saisonfinale qualifiziert hatte, musste die ATP nur noch auf den Knopf drücken.

In einem längst vorbereiteten Filmchen warb die Vereinigung der Profispieler auf ihrer Internetseite mit Deutschlands bestem Tennisspieler für das Turnier in London (10. bis 17. November). "Der amtierende Champion kehrt zurück. In bestechender Form. Gewaltige Sprungkraft. Riesiges Talent. Blitzschneller Aufschlag. Unglaubliche Übersicht", ist in dem Kurzvideo zu lesen, dazu die Frage: "Wird Alexander Zverev seinen Titel verteidigen?"

Viel Schatten bei Niederlage gegen Shapovalov

Er darf es zumindest versuchen. Durch das Zweitrunden-Aus des Italieners Matteo Berrettini am Mittwochabend (30.10.19) beim letzten Masters-Turniers der Saison in Paris war dem gebürtigen Hamburger im "Race to London" der Startplatz beim Elite-Turnier der besten acht Spieler des Jahres nicht mehr zu nehmen. Zuvor standen schon Rafael Nadal, Novak Djokovic, Roger Federer, Daniil Medwedew, Dominic Thiem und Stefanos Tsitsipas als Teilnehmer fest. Bei seiner Achtelfinal-Niederlage gegen den Kanadier Denis Shapovalov zeigte Zverev allerdings wieder einmal mehr Schatten als Licht.

Sein Spiel am Netz funktionierte überhaupt nicht, die Volleys landeten überwiegend im Aus, es mangelte ihm an Ideen. Dennoch war es "wirklich sehr glücklich, dass ich mich zum dritten Mal in Folge für London qualifiziert habe", wurde der 22-Jährige von der ATP zitiert. Der Triumph im Vorjahr, als er als erster Deutscher seit Boris Becker (1995) das ATP-Finale gewann, sei "das Highlight meiner bisherigen Karriere" gewesen, so Zverev.

Rückschläge bei Grand-Slam-Turnieren

Zverev hatte damals die beiden Superstars Federer und Djokovic in hochklassigen Matches besiegt, das war zuvor zehn Jahre lang beim Saisonfinale keinem Spieler gelungen. "Du hast eine unglaubliche Karriere vor dir", hatte der unterlegene Finalgegner Djokovic zum hochtalentierten Überraschungssieger gesagt. Doch Zverev konnte die Erwartungen seitdem nicht immer erfüllen.

Bei den Grand-Slam-Turnieren gab es weiter Rückschläge, nach seinem Aus bei den US Open wurde auch Mentor Becker deutlich. "Er hat sich in den letzten 18 Monaten als Spieler nicht verbessert", kritisierte der sechsmalige Majorsieger und bezeichnete Zverevs Spiel als "zu eindimensional, zu lesbar für den Gegner".

Mehr Teilnahmen als Stich

Ganz so schlimm ist es dann doch nicht: Trotz aller Rückschläge wie der jüngsten Auftaktniederlage beim Turnier in Basel und dem Aus in Paris reichte es wieder zu einem Platz in London. Drei Teilnahmen beim Saisonfinale kann nicht einmal Wimbledonsieger Michael Stich aufweisen, in Deutschland spielte nur Becker (11 Starts/3 Titel) konstanter im Kreis der Besten - doch Zverev ist noch jung.

Nach einem schwarzen Mittwoch für seine Konkurrenten, neben Berrettini verloren auch Roberto Bautista Agut (Spanien), Diego Schwartzman (Argentinien) und David Goffin (Belgien), ist noch ein Platz für das Turnier zu vergeben. Noch hat Berrettini die Pole Position inne, muss aber nun auf die Ausrutscher der Konkurrenz hoffen.

Struff vergibt zwei Matchbälle

Genau wie Zverev ist in Paris am Donnerstag auch Jan-Lennard Struff ausgeschieden. Der 29-jährige Warsteiner vergab zwei Matchbälle und unterlag nach packendem Kampf dem Lokalmatadoren Jo-Wilfried Tsonga 6:2, 4:6, 6:7 (6:8). In der Runde zuvor hatte Struff Titelverteidiger Karen Chatschanow aus Russland ausgeschaltet.

"Ich bin komplett anders als Boris" - Alexander Zverev im Exklusivinterview Sportschau 20.12.2018 16:16 Min. Verfügbar bis 20.12.2019 Das Erste

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sid/dpa/red | Stand: 31.10.2019, 19:47

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