Alexander Zverev - nach dem ATP-Titel bereit für das Zepter?

Alexander Zverev

ATP World Tour Finals

Alexander Zverev - nach dem ATP-Titel bereit für das Zepter?

"Gigantisch", "krachend" und "zermürbend" - die internationale Presse feiert Alexander Zverev nach seinem Triumph im ATP-Finale. Was ist vom 21-Jährigen jetzt zu erwarten?

"Wie ein Watvogel" sei der Deutsche mit seinen "zuckenden Muskeln an der Grundlinie entlang gesprungen", schrieb der britische "Telegraph" nach Alexander Zverevs Sieg über Novak Djokovic am Sonntagabend (18.11.18), der dem 21-Jährigen den Titel im ATP-Finale und damit den größten Triumph seiner bisherigen Karriere eingebracht hatte.

"Ich kann es noch gar nicht fassen", sagte der glückliche Zverev nach dem 6:4, 6:3 gegen den Weltranglistenersten Djokovic, gegen den er in der Gruppenphase noch klar in zwei Sätzen unterlegen gewesen war.

Im Kreis der Großen angekommen

"Mit seinem kräftigen Aufschlag, den krachenden Schlägen und dem verbesserten Spiel am Netz zeigt der 1,98 Meter große Deutsche alle Facetten, um ganz an die Spitze aufzusteigen", urteilte die britische BBC und prophezeite: "Zverev wird als derjenige Spieler angekündigt, der nach Djokovic, Federer, Nadal und Murray das Zepter im Herrentennis übernehmen könnte."

Klar ist: Mit dem Gewinn der ATP-WM ist Deutschlands bester Tennisspieler endgültig im Kreis der ganz Großen angekommen. Und natürlich war auch Boris Becker beeindruckt: "Auf diesen Moment hat die ganze Tenniswelt gewartet", sagte Becker bei der BBC. Und er befand: "Wer Djokovic und Federer nacheinander in einem der größten Turniere der Welt bezwingt, beweist, dass er der nächste Superstar wird."

Novak Djokovic selbst sagte: "Wir wussten vorher, dass er Grand-Slam-Turniere gewinnen kann. Jetzt wird er bei jedem Grand Slam zu den Favoriten zählen." Derzeit ist das Viertelfinale bei den French Open 2018 sein bislang bestes Resultat bei einem der vier Top-Turniere.

Kommentar - Was ist Zverevs ATP-Finals-Titel wert?

Sportschau 19.11.2018 01:31 Min. ARD

Fortschritte seit Lendl-Engagement

Verantwortlich für diese Entwicklung ist nicht nur Zverev selbst. Der 21-Jährige selbst hob noch in London die Arbeit seines Vaters Alexander senior hervor: "Mein Vater ist derjenige, der die Grundlagen gelegt hat. Er hat mir beigebracht, wie man Tennis spielt."

Viele Beobachter hatten zuletzt auch darauf hingewiesen, dass Zverev deutlich sichtbare Fortschritte gemacht habe, seit Ivan Lendl zu seinem Betreuerkreis gehört. Der 58-Jährige arbeitet seit August mit Zverev zusammen. "Ivans Erfahrung auf und neben dem Platz ist unglaublich", meinte Zverev dazu.

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Vater sieht sich verantwortlich

Das wollte Vater Zverev so nicht stehen lassen: "Ich bin mit Sascha 50 Wochen im Jahr unterwegs, Ivan ist vielleicht zwölf Wochen dabei." Wer Berater und wer Chefcoach sei, soll jeder für sich selbst entscheiden: "Ivan ist erst kurz bei uns, ich will nicht beurteilen, welchen Anteil er hat. Er macht seine Arbeit sehr gut."

Der Erfolg seines Sohnes sei für ihn "absoluter Wahnsinn", meinte Zverev senior. Vielleicht hilft ihm dieser Sieg, "bei den großen Turnieren besser zu spielen", sagte er. In der Weltrangliste kletterte sein Sohn auf Rang vier.

Blieb bei allem Lob noch die Frage nach den Vorzügen der vom "Telegraph" zitierten Watvögeln. Die gehören zu den "Regenpfeiferartigen" und zeichnen sich durch "stelzenartigen Gang" aus, ist bei Wikipedia zu lesen. Offenbar hilft das auch, um erfolgreich Tennis zu spielen.

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Stand: 19.11.2018, 11:11

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