Paukenschlag - Zverev holt Lendl ins Trainerteam

Neuer Coach für die deutsche Tennishoffnung

Paukenschlag - Zverev holt Lendl ins Trainerteam

Alexander Zverev hat sich kurz vor dem Start der US Open mit Ivan Lendl eine Tennis-Legende in sein Trainer-Team geholt. Der hatte zuletzt Andy Murray auf Platz eins der Weltrangliste geführt.

Ivan Lendls Meinung hat Gewicht.  270 Wochen lang war der gebürtige Tscheche die Nummer eins der Tennis- Welt, er heimste acht Grand-Slam-Erfolge ein und liegt mit 94 Titeln immer noch auf Platz drei der ewigen Bestenliste. Und wenn Lendl über Alexander Zverev sagt: "Ihr habt da eine künftige Nummer eins" - dann darf man sich Hoffnungen machen, dass in Zukunft nach Boris Becker wirklich mal wieder ein deutscher Spieler die Weltrangliste anführen wird.

Zurzeit liegt Zverev auf Platz vier dieser Liste. Und damit es weiter nach oben geht, tut er sich jetzt mit Lendl zusammen. "Willkommen im Team, Ivan Lendl", schrieb der 21-Jährige auf seinem Instagram-Account. Sein Manager Patricio Apey bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass Lendl nun zum Team des 21-jährigen Hamburgers gehöre und eine langfristige Vereinbarung getroffen sei.

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Murray ganz nach oben geführt

Zverev ist damit ein Coup geglückt. Denn der 58-Jährige Lendl war nicht nur als Spieler eine Legende, er ist auch ein exzellenter Trainer. Zuletzt coachte er Andy Murray. Unter Lendl feierte der Schotte seine größten Erfolge. Er gewann 2012 die US Open und triumphierte 2013 und 2016 beim Rasenturnier in Wimbledon. Zudem holte er 2012 und 2016 bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille. Zverev wartet noch auf die ganz großen Erfolge.

Zuletzt wurde er wieder ausschließlich von seinem Vater trainiert, nachdem er sich zu Beginn des Jahres von seinem spanischen Coach Juan Carlos Ferrero getrennt hatte. Der Kontakt zu Lendl besteht schon länger. Schon mehrmals war Zverev bei Lendl in Florida zu Gast, wo er ihn offenbar von seinem Potenzial überzeugen konnte. Lendl kennt auch Zverevs Vater gut. Der bestritt 16 Davis-Cup-Duelle für die Sowjetunion.

Zuletzt zwei frühe Pleiten

Alternative zu Lendl war übrigens Boris Becker. "Ivan und Boris sind die einzigen Leute, die überhaupt in Frage kommen würden", meinte Zverev erst zuletzt zur Trainerfrage.

Zuletzt musste Zverev einige Rückschläge hinnehmen. So verpatzte er die Generalprobe für die anstehenden US Open in New York (27. August bis 9. September). Nach einem Freilos zum Auftakt musste er sich beim ATP-Masters in Cincinnati schon in der zweiten Runde dem Niederländer Robin Haase geschlagen geben. Es war die zweite bittere Pleite binnen fünf Tagen. Schon in der Vorwoche hatte er als Titelverteidiger beim Turnier in Toronto im Viertelfinale gegen den 19-jährigen Griechen Stefanos Tsitsipas verloren. Bei den US Open steht Zverev dennoch an Position vier der Setzliste.

Motivationsschub für die US Open

Welche Rolle der Wahl-Amerikaner Lendl genau im Trainerteam übernehmen wird, ist noch nicht klar. Zverev hat immer betont, dass sein Vater stets sein wichtigster Trainer bleiben werde. Möglich ist also, dass Lendl eine Art Supervisor wird. Ob dessen Arbeit schon bei den US Open Früchte trägt, bleibt abzuwarten. Dass er die Personalie vor dem Start des Grand-Slam-Turniers eingetütet hat, bedeutet für Zverev in jedem Fall einen Motivationsschub.

Mit Lendl trainiert, in Washington prompt gewonnen

Erst zuletzt war Zverev bei Lendl in Florida zu Gast, wo sich die Pläne der beiden für eine Zusammenarbeit wohl verfestigten. "Seine Trainingsarbeit ähnelt der meines Vaters: hohe Intensität, wenig Pausen, ähnliche Übungen", sagte Zverev im "Tennis-Channel".  Anschließend reiste er zum Turnier nach Washington - und gewann.

red/sid/dpa | Stand: 22.08.2018, 15:53

ATP | Weltrangliste

Name P
1. Novak Djokovic 12325
2. Rafael Nadal 7945
3. Roger Federer 7460
4. Dominic Thiem 4925
5. Kei Nishikori 4040
6. Alexander Zverev 4005
7. Stefanos Tsitsipas 3455
8. Daniil Medwedew 3230
9. Karen Chatschanow 2890
10. Fabio Fognini 2555

WTA | Weltrangliste

Name P
1. Naomi Osaka 6417
2. Ashleigh Barty 6256
3. Karolina Pliskova 6185
4. Simona Halep 5223
5. Kiki Bertens 5120
6. Petra Kvitova 4780
7. Jelina Switolina 4577
8. Serena Williams 3995
9. Aryna Sabalenka 3565
10. Sloane Stephens 3189
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