Wimbledon 2020 abgesagt

Novak Djokovic (l.) beim Ballwechsel mit Roger Federer (r.)

Auswirkungen der Coronapandemie

Wimbledon 2020 abgesagt

Das legendäre Tennis-Turnier von Wimbledon kann wegen der anhaltenden Coronakrise im Jahr 2020 nicht stattfinden. Dies gaben die Veranstalter des Rasenevents am Mittwoch (01.04.2020) bekannt.

Angesichts des Verlaufs der Corona-Pandemie sei es nicht möglich, das Grand-Slam-Turnier wie geplant vom 29. Juni bis 12. Juli auszutragen, hieß es. Stattdessen soll die 134. Ausgabe nun vom 28. Juni bis 11. Juli 2021 über die Bühne gehen. Zuletzt waren bereits die French Open in den September verlegt worden, die ATP und die WTA pausieren bis mindestens 7. Juni.

Das traditionsreichste Turnier der Tenniswelt fiel bisher seit seiner Premiere 1877 lediglich während der zwei Weltkriege zwischen 1915 und 1918 sowie 1940 bis 1945 aus. Seit 1946 gab es bisher keine weitere Unterbrechung.

Tennis-Turnier in Wimbledon abgesagt

Sportschau 01.04.2020 02:29 Min. Verfügbar bis 01.04.2021 ARD

Ian Hewitt: Absage "richtige Entscheidung"

"Das ist eine Entscheidung, die uns nicht leichtgefallen ist", sagte Ian Hewitt, Vorsitzender des veranstaltenden All England Lawn Tennis and Croquet Club (AELTC): "Wir haben sie unter größter Rücksicht auf die öffentliche Gesundheit und des Wohlbefindens aller getan, die zusammenkommen, um Wimbledon zu verwirklichen." Dass es die erste Absage seit dem Zweiten Weltkrieg ist, habe die Verantwortlichen belastet, sagte Hewitt weiter. Nach "eingehender und umfassender Betrachtung aller Szenarien" sei die außergewöhnliche Maßnahme in Zeiten der Corona-Pandemie jedoch die "richtige Entscheidung". Rekordsieger Roger Federer (39) schrieb bei Twitter, er sei "am Boden zerstört".

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Jetzt gelte es zu schauen, wie Wimbledon zur Bewältigung der Corona-Pandemie beitragen könne. Immerhin: Finanziell fällt der AELTC trotz des insgesamt elften und seit den großen Kriegen (1914 bis 1918 und 1940 bis 1945) ersten Ausfalls offenbar vergleichsweise weich. Laut britischer Medienberichte ist Wimbledon im Besitz eines Versicherungsscheins gegen eine Pandemie - kein anderes Weltevent ist im Sport bisher bekannt, das derart gut abgesichert gegen die Krise ist.

Deutsche Rasensaison fällt aus

Mit der Absage von Wimbledon fallen auch die komplette Rasensaison und der geplante deutsche Turnier-Sommer aus. Die Tennis-Tour werde wegen der Coronavirus-Pandemie bis mindestens 13. Juli unterbrochen, teilten die Spielerorganisationen ATP und WTA am Mittwoch mit. Damit finden auch die deutschen Turniere in Stuttgart (08.06.20), Halle (beide Herren) sowie Berlin (15.06.20) und Bad Homburg (beide Damen) und weitere internationale Veranstaltungen nicht statt.

Für Stuttgart und Berlin werden Verlegungen geprüft. Die Entscheidung über einen neuen Termin müsse aus Sicht des Turnierveranstalters im April oder Mai fallen. "Es wird nicht so sein, dass wir das im Juni entscheiden, das ist zu spät", sagte Edwin Weindorfer. Mögliche Nachholtermine kämen für ihn Ende Juli oder im August infrage. "Wenn es die Pandemie zulässt, wenn die gesundheitlichen Voraussetzungen gegeben sind, dass die Leute wieder zu Events kommen können und die Reisefreiheit gegeben sein sollte, dann würde ich die Chance bei 50:50 sehen", sagte der 55-jährige Österreicher. ATP und WTA hätten signalisiert, dass die Option gegeben sei.

red; sid; dpa | Stand: 02.04.2020, 07:26

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