Wimbledon - Giganten-Trio und ein Außenseiter im Halbfinale

Tennis-Grand-Slam in London

Wimbledon - Giganten-Trio und ein Außenseiter im Halbfinale

Roger Federer genoss mit ausgebreiteten Armen den Jubel über sein stolzes Jubiläum - und machte sich prompt bereit für die große Revanche auf dem heiligen Rasen.

Mit seinem 100. Sieg in Wimbledon hat sich der "Maestro" ein Halbfinal-Duell mit Dauerrivale Rafael Nadal erspielt. Elf Jahre nach dem legendären Wimbledon-Finale von 2008 kommt es erstmals wieder auf Rasen zum Tennis-Klassiker zwischen den beiden Superstars.

Schwierigkeiten zu Beginn

Während Federer am Mittwoch (10.07.2019) trotz einiger Anlaufschwierigkeiten 4:6, 6:1, 6:4, 6:4 gegen den Japaner Kei Nishikori gewann, schlug Nadal den US-Amerikaner Sam Querrey 7:5, 6:2, 6:2. Nun steht das insgesamt 40. Duell der beiden langjährigen Rivalen an, wobei Nadal mit 24:15 Siegen in der Bilanz klar die Nase vorne hat.

Auch das bisher letzte Duell vor einem Monat im Halbfinale der French Open hatte er für sich entschieden. Genauso wie das epische Endspiel 2008, als er Federer in dessen "Wohnzimmer" auf dem Centre Court entthront hatte. "Es wird schön, ihm auf diesem Belag wieder gegenüberzustehen", sagte Federer nach seinem Match: "Ich weiß, dass es immer einen großen Hype um unser Duell gibt."

Wimbledon - Djokovic, Feder und Nadal im Halbfinale

Sportschau 10.07.2019 00:42 Min. ARD

Nadal schon für ATP-Finale qualifiziert

Auch Nadal, der sich als erster Spieler vorzeitig für das ATP-Finale (10. bis 17. November) in London qualifizierte, freute sich auf die Neuauflage des Endspiels. "Es ist schwer sich vorzustellen, dass wir erneut in dieser Situation sind", meinte der Spanier: "Aber großartig, nach so einer langen Zeit."

Federer (Nr. 2) hatte gegen Nishikori (Nr. 8) zunächst einen Fehlstart hingelegt, direkt zum Auftakt ein Break kassiert und von den ersten 14 Ballwechseln nur drei gewinnen können. Dem Rückstand lief der 20-malige Grand-Slam-Sieger im ersten Satz letztlich erfolglos hinterher.

Roger Federer nach seinem Viertelfinalsieg gegen Kei Nishikori

Roger Federer nach seinem Viertelfinalsieg gegen Kei Nishikori

Kontinuierlich gesteigert

Allerdings steigerte sich der Schweizer kontinuierlich. Im zweiten Durchgang war Federer dann voll da, schaltete in den "FedExpress"-Modus und stürmte in 23 Minuten zum Satzgewinn. Obwohl sich Nishikori anschließend nach Kräften wehrte, ließ der "Maestro" nichts mehr anbrennen. Vor allem dank seiner hervorragenden Quote bei den Netzangriffen kontrollierte er das Geschehen.

Querrey hielt nur anfangs dagegen

Nadal hatte gegen Querrey nur im eine Stunde dauernden ersten Satz einige Mühe gehabt. In der Folge kassierte er kein weiteres Break.

Novak Djokovic ballt die Faust

Novak Djokovic ballt die Faust - wieder steht der Serbe im Halbfinale

Im Trubel um Federer und Nadal ging beinahe unter, dass auch Titelverteidiger Novak Djokovic nur noch zwei Siege zum erneuten Triumph fehlen. Der hatte als erster Spieler des Tages zuvor die Vorschlussrunde erreicht. Der Weltranglistenerste aus Serbien gewann mühelos 6:4, 6:0, 6:2 gegen den Belgier David Goffin und überholte mit seiner zehnten Halbfinal-Teilnahme in Wimbledon in dieser Statistik auch seinen früheren Trainer Boris Becker (9).

Zehn Spiele in Folge für Djokovic

Nachdem Goffin mit dem ersten Break des Tages 4:3 in Führung gegangen war, hatte Djokovic beeindruckende zehn Spiele in Folge gewonnen. Bis zum Schluss machte Goffin noch zwei Punkte.

Sein nächster Gegner ist der Spanier Roberto Bautista Agut, der Guido Pella aus Argentinien 7:5, 6:4, 3:6, 6:3 bezwang und auch Djokovic selbst in diesem Jahr schon zweimal geschlagen hat.

Williams und Murray im Mixed ausgeschieden

Im Mixed-Wettbewerb ist derweil das Star-Doppel Andy Murray und Serena Williams im Achtelfinale ausgeschieden. Das Duo aus Großbritannien und den USA unterlag der topgesetzten Paarung Bruno Soares/Nicole Melichar (Brasilien/USA) 3:6, 6:4, 2:6.

Dagegen erreichten Laura Siegemund (Stuttgart) und ihr neuseeländischer Partner Artem Sitak nach 3:16 Stunden und einem 5:7, 7:6 (7:5), 13:12 (7:5) gegen die an Nummer drei gesetzten Gabriela Dabrowski/Mate Pavic (Kanada/Serbien) das Viertelfinale. Am Donnerstag spielen Siegemund/Sitak gegen Kveta Peschke/Wesley Koolhof (Tschechien/Niederlande/Nr. 5) um einen Platz in der Runde der letzten vier Teams.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Mittwoch, 10.07.19, 22.50 Uhr

dpa/sid | Stand: 10.07.2019, 22:31

Darstellung: