Wimbledon - Freude beim Kassenwart

Bernard Tomic

Bemerkenswert hohe Geldstrafen

Wimbledon - Freude beim Kassenwart

Fabio Fognini faselt von einer "Bombe", Serena Williams haut ein Loch in den Rasen, und Bernard Tomic hat keine Lust: Beim Tennisturnier in Wimbledon gab es in diesem Jahr schon bemerkenswert hohe Geldstrafen.

Das Rasenturnier in Wimbledon ist das bedeutendste und das älteste Tennisturnier der Welt und ein Höhepunkt im Sportjahr. Im altehrwürdigen All England Lawn Tennis Club ist man mächtig stolz auf seinen "heiligen Rasen", auf dem sich Jahr für Jahr die Weltelite misst. Was den Engländern besonders wichtig ist, das ist die Etikette.

Das fängt schon bei der Kleidung an. Die soll nämlich weiß sein. Das betrifft auch die Schuhsohlen und die Unterwäsche. Roger Federer lief 2013 mit orangen Sohlen auf, Eugenie Bouchard 2015 mit einem schwarzen BH, der unter dem weißen Oberteil zu sehen war. Beides kam nicht gut an. Es gab Verwarnungen.

Fogninis Gerede kostet 2700 Euro

Da verwundert es nicht, dass der Tennis-Weltverband ITF, der das Turnier offiziell ausrichtet, auch mit Strafen schnell bei der Sache ist. Gerade in Wimbledon, so die Meinung, soll bitteschön alles sauber und geordnet zugehen.

In diesem Jahr gab es schon drei bemerkenswerte Sanktionen. So leistete sich Fabio Fognini bei seiner Drittrunden-Niederlage gegen Tennys Sandgren auf einem Außenplatz einen verbalen Aussetzer Der 32-Jährige hatte gesagt, auf der Tennis-Anlage solle bitteschön "eine Bombe explodieren". Später erklärte der Italiener, das sei in der Hitze des Gefechts passiert. Er sei unzufrieden mit seinem Spiel und den Bedingungen auf Platz 14 gewesen. "Wenn ich jemanden angegriffen habe, entschuldige ich mich", sagte er. Das nutzte freilich nichts mehr. Fognini muss 2700 Euro Strafe für seine "Bomben-Wünsche" zahlen.

9000 Euro für ein Loch im Rasen

Noch schlimmer erwischte es Serena Williams. Die haute nämlich mit ihrem Tennisschläger ein Loch in den Rasen. Satte 9000 Euro muss sie jetzt berappen. Das Kuriose: Den Aussetzer hatte sie im Training auf einem Übungsplatz. Doch auch die sind halt "heilig" in Wimbledon, und auch im Training hat man sich dort zu benehmen.

Bis zu 18.000 Euro kann der Weltverband den Spielern für ihr Fehlverhalten aufbrummen - für Ball wegschlagen, Schläger zertrümmern, verbale Angriffe oder unerlaubtes Verlassen des Platzes.

Rekordstrafe für Tomic

Mit 18.000 Euro wäre der Australier Bernard Tomic sicherlich zufrieden gewesen, doch stattdessen kassierte er in diesem Jahr eine Wimbledon-Rekordstrafe von 50.000 Euro. Er hatte sein Auftaktspiel gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga in nur 58 Minuten 2:6, 1:6, 4:6 verloren. Es war das zweitkürzeste Match der Wimbledon-Geschichte. Das hätte besser sein können, meinte der Weltverband und unterstellte Tomic Lustlosigkeit. Offiziell hieß es, er habe die professionellen Standards nicht befolgt. 50.000 Euro - das entspricht der Summe des Preisgeldes für die erste Runde. Die Strafe erscheint hart, so gewann Tomic immerhin sieben Spiele.

Tomic ist allerdings Wiederholungstäter. Schon 2017 wurde er nach seinen lustlosen Auftritt beim Erstrunden-Aus gegen den Hamburger Mischa Zverev zur Kasse gebeten. Damals hatte Tomic hinterher erklärt, er habe sich auf dem Platz gelangweilt.

Medwedew wollte seine Strafe unbedingt

Daniil Medwedew

Daniil Medwedew

Auch Daniil Medwedew wollte 2017 unbedingt bestraft werden und sorgte für das bisher vielleicht kurioseste Fehlverhalten in Wimbledon. Nach einem verlorenen Match zückte der Russe sein Portemonnaie und warf einige Münzen vor den Stuhl der Schiedsrichterin. Die 12.800 Euro Strafe hat er dann aber wohl per Überweisung bezahlt.

vdv/sid/dpa | Stand: 09.07.2019, 11:20

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