Serena Williams - die einzige Konstante

Tennisstar Serena Williams beim Aufschlag.

Tennis in Wimbledon

Serena Williams - die einzige Konstante

Sie ist 37 Jahre alt und Mutter und steht in Wimbledon erneut im Halbfinale. Serena Williams ist seit Jahren die einzige echte Konstante im Damentennis. In London jagt sie zudem einen Rekord.

Für einen kleinen Hinweis darauf, warum Serena Williams seit vielen Jahren die einzige Konstante im Damentennis ist, genügte ein Eindruck von ihrem Mixed-Auftritt am Dienstagabend (09.07.2019). Im Star-Doppel mit dem Schotten Andy Murray kämpfte die US-Amerikanerin auf dem Centre Court von Wimbledon verbissen um jeden Ball. Williams rannte, brüllte und retournierte bravourös einen knapp 220 km/h schnellen Aufschlag des Franzosen Fabrice Martin. Es war eine beeindruckende Demonstration ihres Siegeswillens.

Zum elften Mal im Halbfinale

Nach 1:37 Stunden durften "Murrena" oder "Serandy", wie das Publikum die beiden Tennis-Größen getauft hat, jubeln. Genauso wie Williams bereits wenige Stunden zuvor in der Einzel-Konkurrenz nach ihrem hart erkämpften Dreisatzerfolg gegen ihre Landsfrau Alison Riske gejubelt hatte. Zum insgesamt elften Mal steht sie im Halbfinale des Rasen-Majors von London. Nur einmal, beim ersten Mal im längst fernen Jahr 2000, hat sie anschließend nicht auch das Endspiel erreicht.

Halep und Williams ziehen ins Halbfinale ein

Sportschau 09.07.2019 01:13 Min. Verfügbar bis 09.07.2020 ARD Von NDR-Reporter Thomas Perlebach

Gemeinsam mit Williams stehen in der Runde der letzten Vier drei Osteuropäerinnen. Für ihre nächste Gegnerin Barbora Strycova aus Tschechien und die Ukrainerin Jelena Switolina ist es eine Premiere auf Grand-Slam-Ebene, für die Rumänin und frühere French-Open-Siegerin Simona Halep immerhin bereits das siebte Mal. Zum engeren Favoritenkreis hatte im Vorfeld des Turniers keine von ihnen gehört.

Weltspitze in permanenter Bewegung

Ungewöhnlich ist das aber nicht. Denn die Weltspitze bei den Frauen ist seit Jahren in permanenter Bewegung. Seitdem sich Serena Williams im Frühjahr 2017 in ihre zwischenzeitliche Babypause verabschiedet hatte, gab es allein sieben verschiedene Weltranglistenerste. Die meisten hielten sich nur wenige Wochen an der Spitze. Dazu brachten die ersten 18 WTA-Turniere in diesem Jahr 18 verschiedene Siegerinnen hervor, ein Rekord. Inzwischen sind es 24 bei 32 gespielten Events.

Und wann immer sich eine neue Tennis-Königin zu erheben scheint, folgt das Ende der Regentschaft umgehend. Zuletzt galt dies für die Japanerin Naomi Osaka, die zwei Majors in Serie gewann, die Weltranglistenführung übernahm und plötzlich in ein Loch fiel. Ihre Nachfolgerin, die French-Open-Siegerin Ashleigh Barty schien ebenfalls das Potenzial zu besitzen. Dann kassierte sie in Wimbledon eine überraschende Pleite gegen Riske und verpasste so das mit Spannung erwartete Viertelfinal-Duell gegen Williams.

Rekorde wackeln

Und so ist diese vor den Wimbledon-Halbfinals am Donnerstag zumindest abseits des Rankings weiter die unangefochtene Nummer eins im Frauentennis. Mit ihrem 24. Grand-Slam-Titel will Williams den Rekord der Australierin Margaret Court einstellen und außerdem ihren ersten Major-Triumph als Mutter feiern. Mit dem achten Wimbledon-Triumph würde Williams auch Steffi Graf (sieben Wimbledonsiege) abhängen. Dann fehlt ihr nur ein Sieg zum Rekord von Martina Navratilova.

sid | Stand: 10.07.2019, 12:52

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