Struff - mit ganz viel Ruhe in die Weltspitze

Jan-Lennard Struff

Tennis in Wimbledon

Struff - mit ganz viel Ruhe in die Weltspitze

Von Christian Hornung

Schon in Paris hat Jan-Lennard Struff die Tennisfans mitgerissen, jetzt hat er in Wimbledon die Chance, sein bisher bestes Resultat zu übertreffen.

Struff steht oft ein wenig im Schatten von Alexander Zverev, der das Masters im vergangenen Jahr gewonnen und sich unter den Top Fünf der Welt etabliert hat. Doch während beim Hamburger vor allem bei Grand-Slam-Turnieren immer wieder krasse Einbrüche - wie jetzt auch beim Erstrunden-Aus in Wimbledon - festzustellen sind, geht Struff gerade den entgegengesetzten Weg. Er ist inzwischen die Konstante im deutschen Tennis.

Viele Topspieler geschlagen

Auf Position 33 in der Welt ist der Warsteiner angekommen, nach dem Turnier in London könnte der Sprung in die Top-30 gelingen. Schon zuletzt in Paris begeisterte der 1,96 Meter große Daviscup-Spieler die Fans, gewannn beispielsweise in der dritten Runde mit 11:9 im fünften Satz gegen den Kroaten Borna Coric und scheiterte erst an der Nummer eins, Novak Djokovic.

Struff: "Ersten zwei Sätze waren unglaublich gut"

Sportschau 05.07.2019 01:37 Min. ARD Von NDR-Reporterin Ina Kast

Struff kann die Großen der Branche aber mittlerweile sehr gut ärgern und hat in diesem Jahr schon eine Reihe von ihnen bezwungen: In Barcelona beförderte er den Griechen Stefanos Tsitsipas aus dem Turnier, in Madrid bezwang er den Australier Nick Kyrgios, in Rom wies er Grigor Dimitrow und Marin Cilic in die Schranken.

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Nicht von Emotionen getrieben

Struffs Stärke ist die Ruhe. Er lässt sich nicht so von Emotionen treiben wie Zverev, auch außerhalb des Platzes sind bei ihm die Ausschläge nach unten und oben moderat. Er ist frischgebackener Papa, vielleicht trägt auch das zu seiner Gelassenheit bei. Struff ist kein Fan davon, die Dinge komplizierter zu machen als sie sind: "Ich bin gut drauf. Wenn man gewinnt, fühlt sich alles leichter an", erklärte er nach seinem Zweitrunden-Sieg über den Amerikaner Taylor Fritz.

2018 hatte er in Wimbledon ähnliches Lospech wie zuletzt in Paris, statt Djokovic hieß im Vorjahr sein Drittrunden-Bezwinger Roger Federer. Diesmal sind die Chancen am Samstag (05.07.2019) im Duell mit Michail Kukuschkin aus Kasachstan schon deutlich besser. Der vorhand- und aufschlagstarke Struff verbietet sich aber jegliche Träumerei und gibt nur ein ganz nüchternes Versprechen ab: "Ich werde meine Leistung abrufen."

Stand: 05.07.2019, 08:44

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