Wimbledon - Federer folgt Djokovic ins Finale

Roger Federer

Tennis-Grand-Slam in London

Wimbledon - Federer folgt Djokovic ins Finale

Der serbische Titelverteidiger Novak Djokovic steht nach einem Sieg gegen den spanischen Überraschungs-Halbfinalisten Roberto Bautista Agut im Finale des Grand-Slam-Turniers von Wimbledon. Wenige Stunden später folgte ihm Roger Federer nach einer mitreißenden Partie gegen Rafael Nadal.

Federer entschied dieses Mal den Tennisklassiker gegen Nadal für sich und greift in Wimbledon nach seinem neunten Titel. Der 37-Jährige gewann am Freitag (12.07.2019) in London im Halbfinale gegen seinen vier Jahre jüngeren spanischen Dauerrivalen mit 7:6 (7:3), 1:6, 6:3, 6:4. Er verwandelte den fünften Matchball.

In einer mitreißenden Atmosphäre glückte dem Schweizer sein 16. Sieg im 40. Duell mit dem Spanier. Zum zwölften Mal zog er ins Endspiel von Wimbledon ein. Mit dem Sieg beim ersten Wiedersehen der beiden Tennis-Stars beim Rasenturnier in London seit elf Jahren revanchierte sich Federer auch für das Halbfinal-Aus bei den French Open in Paris.

Wimbledon: Federer gewinnt Klassiker gegen Nadal

Sportschau 12.07.2019 00:51 Min. ARD

Federers Wimbledon-Bilanz: 101:12

Am Sonntag trifft der Rekord-Grand-Slam-Sieger auf den serbischen Titelverteidiger Novak Djokovic, der sich in vier Sätzen 6:2, 4:6, 6:3, 6:2 gegen den Spanier Roberto Bautista Agut behauptete. Mit einem weiteren Titelgewinn in Wimbledon würde Federer mit Martina Navratilova gleichziehen, sie hat als einzige bislang neunmal beim traditionsreichsten Tennisturnier triumphiert. Seine beeindruckende Wimbledon-Bilanz verbesserte der Basler auf 101:12-Siege.

"Es war schwer am Ende. Ich denke, das Match war auf einem sehr hohen Niveau. Es war eine Freude, hier zu spielen. Es ist immer ein besonderes Spiel gegen Rafa", sagte Federer beim Siegerinterview.

Das zuvor letzte Duell mit Nadal auf dem heiligen Rasen hatte Federer im Finale 2008 im fünften Satz nach 4:48 Stunden mit 7:9 verloren, diesmal jubelte wieder der Schweizer. Auf seinem Lieblingsbelag trat der 20-fache Grand-Slam-Sieger aggressiver auf, rückte immer wieder erfolgreich ans Netz vor und machte deutlich mehr direkte Punkte als sein Kontrahent. Die Spannung spitzte sich erstmals im Tiebreak des ersten Satzes zu, den sich Federer nach einem anfänglichen Hin und Her deutlich sicherte.

Auf der Tribüne fieberte seine Ehefrau Mirka mit, auch Federers früherer Trainer Stefan Edberg war unter den rund 15.000 Zuschauern auf dem ausverkauften Centre Court. Im zweiten Satz setzte dann Nadal trotz "Come-on-Roger"-Anfeuerungsrufen ein klares Zeichen. Als Federer eine Vorhand mit dem Rahmen traf, stöhnte ein Teil des Publikums auf. Der spanische Weltranglisten-Zweite holte sich das zweite Break und den zweiten Satz klar.

Immer wieder standen die Zuschauer begeistert von ihren Sitzen auf, auch als Federer nach packenden Ballwechseln im dritten Durchgang mit dem 3:1 entscheidend in Führung ging. In seinem letzten Aufschlagspiel aber zitterte Federer noch einmal.

Djokovic zum sechsten Mal im Finale

Novak Djokovic

Novak Djokovic

Zuvor hatten auch Djokovic und der Weltranglisten-22. Bautista Agut eine hochklassige Partie geboten. Der serbische Titelverteidiger tätschelte nach seinem Erfolg den grünen Rasen, blickte erlöst in den Himmel und bedankte sich in allen vier Richtungen beim Publikum. "Im Finale zu sein, ist ein Traum, der wahr wird. Das Finale in Wimbledon zu spielen, ist etwas Besonderes", sagte Djokovic. Zum sechsten Mal steht der Weltranglisten-Erste im Endspiel an der Church Road. "Es war ein sehr enges Spiel, gerade zu Beginn des dritten Satzes, da hätte es in eine andere Richtung gehen können", lobte der Titel-Mitfavorit den Halbfinal-Debütanten Bastista Agut.

Der Spanier präsentierte sich ab dem zweiten Satz als Gegner auf Augenhöhe und nervte den Serben zunehmend mit seiner Konstanz und Hartnäckigkeit. Der Titel-Mitfavorit haderte mit sich, schüttelte den Kopf und wich teilweise von seiner druckvollen Spielweise ab. In seinem 25. Grand-Slam-Finale kann Djokovic nun am Sonntag beim traditionsreichsten aller Tennis-Turniere seinen fünften Titel nach 2011, 2014, 2015 und 2018 gewinnen.

sid/dpa | Stand: 12.07.2019, 20:59

Darstellung: