Kerber gewinnt Wimbledon-Finale gegen Williams

All England Championships, Finale Frauen

Kerber gewinnt Wimbledon-Finale gegen Williams

Angelique Kerber hat zum ersten Mal in Wimbledon den Titel geholt. Im Finale gegen die siebenmalige Siegerin Serena Williams spielte Kerber groß auf.

Kerber setzte sich am Samstag (14.07.2018) nach 1:05 Stunden im Endpsiel der "All England Championships" überraschend deutlich in zwei Sätzen mit 6:3 und 6:3 gegen die US-Amerikanerin Williams durch. Damit feierte die 30-Jährige aus Kiel nach den Australian Open und den US Open im Jahr 2016 ihren insgesamt dritten Grand-Slam-Titel. Gleichzeitg nahm sie erfolgreich Revanche für die Niederlage im Wimbledon-Finale 2016 gegen Williams.

"Ich musste mein bestes Tennis spielen gegen einen Champion wie Serena", sagte eine bewegte Kerber nach dem Triumph, "es war immer ein großer Traum, in Wimbledon zu gewinnen." Williams, die erst ihr viertes Turnier nach einer knapp einjährigen Babypause spielte, zollte ihrer Gegnerin nach der Niederlage Respekt: "Ich habe alles versucht, aber Angelique hat heute einfach ein fantastisches Match gespielt."

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Kerber auf den Punkt da

Auf dem Center Court ging die an Nummer elf gesetzte Kerber gegen die favorisierte Williams von Beginn an konzentriert zu Werke. Gleich drei Mal nahm die Deutsche der 36-Jährigen Amerikanerin im ersten Satz den Aufschlag ab und holte ihn nach 32 Minuten mit 6:3.

Williams leistete sich unter dem präzisen und druckvollen Spiel von Kerber erstaunlich viele Fehler und konnte ihrer Gegnerin gerade einmal das Aufschlagspiel abnehmen.

Nachfolgerin von Steffi Graf

Nach etwas mehr als einer Stunde verwandelte Kerber schließlich ihren ersten Matchball zum ersten deutschen Triumph in Wimbledon seit Steffi Graf 1996. Damit hat sich die ehemalige Nummer eins der Weltrangliste nach einem schwachen Jahr endgültig aus dem Tief gekämpft und wird ab Montag auf Platz vier der WTA-Weltrangliste geführt.

Wimbledon: Die deutschen Finalistinnen

Von Frank Menke

Vor 87 Jahren standen zum ersten Mal deutsche Damen im Finale von Wimbledon. sportschau.de präsentiert ihnen alle deutschen Finalistinnen - von Cilly Aussem über Steffi Graf bis Angelique Kerber.

Siegerin Cilly Aussem (r.) und Hilde Krahwinkel schütteln sich die Hände beim Wimbledon-Finale 1931

Als das Empire State Building in New York eröffnet wurde, fand das erste Wimbledon-Finale der Damen mit deutscher Beteiligung statt. 1931 spielten es die beiden Deutschen Cäcilia "Cilly" Aussem (r.) und Hilde Krahwinkel aus. Aussem gewann mit 6:2, 7:5. Krahwinkel schaffte es nach ihrer Heirat mit dem Dänen Sven Sperling 1936 noch einmal ins Wimbledon-Endspiel. Krahwinkel-Sperling verlor auch dieses gegen die Amerikanerin Helen "Hull" Jacobs mit 2:6, 6:4, 5:7.

Als das Empire State Building in New York eröffnet wurde, fand das erste Wimbledon-Finale der Damen mit deutscher Beteiligung statt. 1931 spielten es die beiden Deutschen Cäcilia "Cilly" Aussem (r.) und Hilde Krahwinkel aus. Aussem gewann mit 6:2, 7:5. Krahwinkel schaffte es nach ihrer Heirat mit dem Dänen Sven Sperling 1936 noch einmal ins Wimbledon-Endspiel. Krahwinkel-Sperling verlor auch dieses gegen die Amerikanerin Helen "Hull" Jacobs mit 2:6, 6:4, 5:7.

Das Finale von 1987 hatte Steffi Graf noch gegen Martina Navratilova verloren. In ihrem Fabeljahr 1988 holte die Brühlerin gegen die US-Amerikanerin ihren ersten von sieben Wimbledon-Titeln. Als bis heute einzige Tennisspielerin gewann Graf 1988 den Golden Slam, heißt: alle vier Grand-Slam-Turniere plus das bei den Olympischen Spielen. Wiederum gegen Navratilova verteidigte sie im Jahr darauf ihren Wimbledon-Titel.

Advantage, Miss Graf: 1991 feierte Steffi (M:) mit ihren Eltern Heidi und Peter Graf ihren dritten Wimbledon-Coup. Im Finale besiegte sie die Argentinierin Gabriela Sabatini mit 6:4, 3:6, 8:6.

Steffi Grafs Siegeszug in London ging 1992 weiter. Diesmal bezwang sie Monica Seles im Endspiel klar mit 6:4 und 6:2. Beim anschließenden Wimbledon Champions Diner posierte sie mit dem Sieger bei den Herren, André Agassi. Er sollte neun Jahre später ihr Ehemann werden.

1993 machte Steffi Graf den Hattrick perfekt und gewann Wimbledon zum dritten Mal in Folge. Die Herzogin von Kent (r.) tröstete die unterlegene und in Tränen aufgelöste Gegnerin Jana Novotna (l.).

1995 und 1996 feierte Graf ihre beiden letzten Wimbledon-Triumphe, jeweils gegen die Spanierin Arantxa Sánchez-Vicario.

1999 posierten die Wimbledon-Sieger Lindsay Davenport und Pete Sampras mit der amerikanischen Flagge. Davenport hatte Steffi Graf in deren letztem Finale in London mit 6:4, 7:5 bezwungen.

Erst 14 Jahre später schaffte es wieder eine Deutsche ins Wimbledon-Finale: Sabine Lisicki verlor es 2013 gegen die Französin Marion Bartoli in zwei Sätzen, weil sie ihre Nerven nicht im Griff hatte und zu viele Fehler machte.

2016 tröstete Serena Williams (l.) nach dem Finale Angelique Kerber am Netz. Gegen die furios aufspielende US-Amerikanerin hatte die Deutsche zwar verloren, sich jedoch aufgrund ihrer spektakulären Spielweise den Respekt des Publikums erkämpft.

Serena Williams (l.) präsentierte 2016 den Wimbledon-Pokal, Angelique Kerber musste sich mit der kleineren Variante für den Verlierer begnügen.

Zwei Jahre später folgte die Revanche. In zwei Sätzen setzte sich Kerber 2018 gegen Williams durch und holte ihren ersten Titel auf dem "heiligen Rasen" - den ersten seit Steffi Graf 1996.

sid/dpa | Stand: 14.07.2018, 18:21

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