Djokovic gewinnt Wimbledon-Finale gegen Anderson

Novak Djokovic beim Wimbledon Finale

Finale beim Tennis-Klassiker

Djokovic gewinnt Wimbledon-Finale gegen Anderson

Novak Djokovic hat das Wimbledon-Endspiel der Herren gewonnen. Der Serbe siegte gegen den Südafrikaner Kevin Anderson und feierte seinen vierten Triumph an der Church Road.

Der frühere Weltranlistenerste aus Serbien setzte sich im Endspiel am Sonntag (15.07.2018) mit 6:2, 6:2, 7:6 (7:3) durch und ließ dem südafrikanischen Federer-Schreck bei dessen Endspiel-Premiere in Wimbledon keine Chance. Nach den Endlos-Halbfinalen über zwei Tage hatte es Djokovic eilig und feierte nach 2:19 Stunden den vierten Triumph nach 2011, 2014 und 2015 beim bedeutendsten Tennis-Turnier der Welt.

Erster Grand-Slam-Titel seit 2016 für Djokovic

Dank eines Returnfehlers von Anderson verwandelte Djokovic seinen zweiten Matchball zu seinem insgesamt 13. Grand-Slam-Titel. Im Anschluss kniete er auf dem berühmten Rasen und pflückte symbolisch einige Grashalme.

Djokovic war gegen Anderson von Beginn an in allen Belangen überlegen. Während dem Südafrikaner in den ersten beiden Sätzen 25 einfache Fehler unterliefen, zeigte sich Djokovic nervenstark. Seine vier Breakbälle im Match nutzte er allesamt eiskalt, führte so bereits nach etwas mehr als einer Stunde mit 2:0 nach Sätzen.

Anderson kam vor allem mit seinem sonst so starken Aufschlag kaum zu einfachen Punkten, schlug letztlich für seine Verhältnisse bescheidene zehn Asse. Erst im dritten Satz sah es so aus, als könnte er dem Favoriten gefährlich werden. Djokovic wehrte gleich mehrere Satzbälle ab, rettete sich aber in den Tiebreak und machte den Drei-Satz-Sieg perfekt.

Für Djokovic war es der erste Major-Titel seit seinem Triumph bei den French Open 2016. Im Anschluss daran begann eine fast zweijährige Durststrecke für den "Djoker" mit Verletzungen und Rückschlägen. Nach einer Ellenbogen-Operation im Januar kam er weiter aus dem Tritt. Ende Mai war er daraufhin erstmals seit zwölf Jahren aus den Top-20 der Weltrangliste gefallen. Zuletzt hatte sich der langjährige Dominator allerdings Stück für Stück zurückgekämpft und wird nun ab Montag in der Weltrangliste wieder auf Rang zehn geführt.

"Es war ein langer Prozess. Die vergangenen Jahre waren nicht einfach. Ich hatte viele Momente des Zweifels, wusste nicht, ob ich zurückkommen werde", sagte Djokovic: "Es gibt keinen besseren Ort für ein Comeback als hier. Das ist ein heiliger Ort in der Welt des Tennis."

Gelöst präsentierte er den Pokal - und seine Familie mit dem fünfjährigen Sohn auf der Tribüne: "Zum ersten Mal stehe ich hier und jemand ruft von draußen 'Daddy, Daddy!' Es fühlt sich großartig an", sagte Djokovic bei der Ehrung auf dem Centre Court. "Ich könnte nicht glücklicher sein."

Epische Halbfinalduelle

Beide Endspielteilnehmer hatten nach anstregenden, epischen Halbfinalsiegen das Finale erreicht. Djokovics Match gegen Rafael Nadal erstreckte sich über zwei Tage und endete erst 24 Stunden vor dem Finale und nach einer Gesamtspielzeit von 5:15 Stunden mit einem dramatischen Fünf-Satz-Sieg. Anderson hatte am Freitag im zweitlängsten Match der Wimbledon-Geschichte über 6:36 Stunden John Isner (USA) besiegt.

red/sid/dpa | Stand: 15.07.2018, 16:54

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