Alexander Zverev "am Scheideweg"

Alexander Zverev

Nach dem Aus in Wimbledon

Alexander Zverev "am Scheideweg"

Von Marcus Bark

Alexander Zverev ist nach dem Aus in der ersten Runde von Wimbledon niedergeschlagen. Vor allem der Rechtsstreit mit seinem Manager setze ihm zu, so der beste deutsche Tennisprofi. ARD-Experte Thomas Perlebach sieht Zverev "am Scheideweg". Die Probleme müssten schnell gelöst werden, sonst könne das "ganz böse" enden.

Knapp neun Minuten dauerte die Pressekonferenz mit Alexander Zverev. Er war, wie sollte es auch anders sein, ziemlich niedergeschlagen. Schon in der ersten Runde kam am Montag (01.07.2019) das Aus beim bedeutendsten Tennisturnier der Welt.

Es habe aber, so sagte Zverev, nichts mit Tennis zu tun, dass er auf dem Rasen von Wimbledon schon so früh gescheitert sei. Der Grund für die Niederlage gegen den tschechischen Qualifikanten Jiri Vesely liege in dem "Mann", der sogar mal "ein Freund" gewesen sei, jedenfalls mehr als ein Manager.

Zverev nach dem Erstrunden-Aus in Wimbledon: Wut gegen Ex-Manager Sportschau 02.07.2019 01:15 Min. Verfügbar bis 02.07.2020 Das Erste

Es ging in den knapp neun Minuten sehr viel um jenen Mann, dessen Namen Zverev nie aussprach. Trotzdem wusste jeder im Raum, dass Patricio Apey gemeint war. Er, also Apey, "tut alles, um mir zu schaden", so Zverev.

Näheres dürfe er nicht sagen. So bleibt vieles nebulös in diesem Streit zwischen dem hoch veranlagten Tennisspieler und Apey, einem 53 Jahre alten Chilenen, der die ACE Group in London als Direktor führt.

Patricio Apey

Im Rechtsstreit mit Alexander Zverev: Patricio Apey

Die Beratungsfirma hatte schon viele Größen aus dem Tennisgeschäft unter Vertrag, etwa den britischen Wimbledonsieger Andy Murray, auch die ehemalige argentinische Weltklassespielerin Gabriela Sabatini und den Deutschen Nicolas Kiefer.

Zverev wurde viele Jahre von Apey betreut, zum Nutzen für beide. Im Herbst 2018, just nach Zverevs Sieg beim ATP-Finale, soll es dann zum Bruch gekommen sein. Warum ausgerechnet nach einem Triumph, wurde Zverev gefragt, und er antwortete wieder nur vage: "Weil nach dem Erfolg kommt seine Arbeit. Und da kommen viele Dinge dann raus."

Apey: Werde als "Sündenbock ausgenutzt"

Apey äußerte sich am Dienstagabend (02.07.2019) und nannte den 22-Jährigen bei seinem Spitznamen Sascha: "Traurigerweise ist die einzige Person, die Saschas Leben schwierig macht, Sascha selbst." Er, Apey, werde als "Sündenbock ausgenutzt", sagte er und signalisierte die Bereitschaft zu einem klärenden Gespräch.

"Es geht um sehr, sehr viel Geld"

Thomas Perlebach berichtet seit vielen Jahren für den ARD-Hörfunk über Tennis. Er kennt Zverev schon lange und ist auch beim Turnier 2019 wieder in Wimbledon.

Perlebach sieht den Fünften der Weltrangliste "am Scheideweg". Falls Zverev die Probleme nicht schnell in den Griff bekomme, könne "das ganz böse für ihn ausgehen". Der Rechtsstreit, in dem es um "sehr, sehr viel Geld" gehe, aber auch das Kompetenzgerangel zwischen Zverevs Vater und Trainer Ivan Lendl müssten dringend beigelegt werden, so der ARD-Experte im ausführlichen Gespräch mit der Sportschau.

ARD-Experte: "Das kann böse für Zverev ausgehen"

Sportschau 02.07.2019 06:14 Min. Verfügbar bis 02.07.2020 ARD

Stand: 02.07.2019, 21:25

Darstellung: