Wimbledon - Görges folgt Kerber ins Halbfinale

Julia Görges jubelt in Wimbledon

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Wimbledon - Görges folgt Kerber ins Halbfinale

Zum ersten Mal seit 1931 könnte es beim berühmtesten Tennis-Turnier der Welt wieder ein deutsches Damen-Finale geben: Nach Angelique Kerber gewann auch Julia Görges ihr Viertelfinal-Match und zog ins Halbfinale von Wimbledon ein.

Görges setzte sich am Dienstag (10.07.2018) gegen gegen die Niederländerin Kiki Bertens 3:6, 7:5, 6:1 durch und steht erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier unter den besten Vier. Die 29-jährige spielt am Donnerstag gegen die langjährige Weltranglisten-Erste Serena Williams aus den USA.

Görges nervenstark

Görges hatte gegen Bertens, mit der sie gut befreundet ist und regelmäßig im Doppel an den Start geht, in einem ausgeglichenen Satz als erste bei ihrem Aufschlag gewackelt. Das Break zum 3:5 entschied letztlich den Durchgang. Im zweiten Durchgang biss sich Görges dann zurück ins Match. Im Entscheidungsdurchgang ging sie dann mit 3:1 in Führung und bewies am Ende Nervenstärke.

"Einfach unfassbar. Ich bin so glücklich über meine Leistung". sagte eine überwältigte Görges nach dem verwandelten Matchball. "Das ganze Match war so eng, aber ich bin ruhig geblieben. Ich bin froh, dass es am Ende geklappt hat. Ich freue mich auf das, was als nächstes kommt."

Deutsches Wimbledon-Finale möglich - Görges besiegt Bertens

Sportschau | 10.07.2018 | 00:45 Min.

Gegen die Grand-Slam-Rekordsiegerin Williams, die bei ihrem Drei-Satz-Sieg gegen Camila Giorgi erstmals einen Satz abgab, hatte Görges bei den French Open in Runde drei deutlich verloren. In Wimbledon will sie die Gelegenheit nun beim Schopfe greifen: "Es ist eine große Chance, gegen Serena hier spielen zu dürfen. Jedes Spiel beginnt bei Null."

Auch Kerber weiter - deutsches Wimbledon-Endspiel möglich

Auch Angelique Kerber fehlt nur noch ein Sieg zu ihrem zweiten Endspieleinzug in Wimbledon. Die Deutsche setzte sich gegen die Russin Darja Kassatkina 6:3, 7:5 durch und erreichte beim berühmtesten Tennis-Turnier der Welt zum dritten Mal die Runde der besten Vier. Das Ende des Viertelfinals bot Spannung, als Kerber in mitreißenden Ballwechseln zunächst sechs Matchbälle vergab. Nach 1:29 Stunden nutzte sie ihre siebte Chance.

"Ich habe versucht, das Match in meine Hände zu nehmen und mich an mein Limit zu pushen", sagte Kerber: "Es war ein Match auf hohem Niveau."

30 Jahre nach dem ersten Wimbledon-Sieg von Steffi Graf demonstrierte die Kielerin, warum sie inzwischen als Titelanwärterin gehandelt wird. Schlüssel war aber auch ihre deutlich geringere Fehlerquote. Im Halbfinale am Donnerstag kann die zweimalige Grand-Slam-Siegerin Kerber jetzt gegen die Lettin Jelena Ostapenko wie vor zwei Jahren das Endspiel erreichen. Damals hatte Kerber gegen die US-Amerikanerin Serena Williams verloren.

Angelique Kerber

Angelique Kerber jubelt in Wimbledon.

Zwei deutsche Halbfinalistinnen bei einem Grand-Slam-Turnier hatte es in der 50-jährigen Geschichte des Profitennis nur 1990 bei den Australian Open und 1993 bei den French Open gegeben. In Wimbledon war dies in 134 Jahren nur 1931 der Fall, als Cilly Aussem und Hilde Krahwinkel sogar das Endspiel bestritten.

Auf dem Centre Court legte Kerber aggressiv los und brachte ihre Gegnerin, Nummer 14 der Weltrangliste, mit ihrer Vorhand häufig in Schwierigkeiten. Mit zwei Doppelfehlern überließ Kassatkina der Norddeutschen das erste Aufschlagspiel. Nach zehn Minuten führte Kerber mit 3:0. Die deutlich erfahrenere Linkshänderin versuchte die Ballwechsel zu diktieren, um gegen die neun Jahre jüngere Russin nicht selbst in die Bedrängnis zu geraten. Die Kontrahentinnen lieferten sich teils hochklassige und lange Ballwechsel, immer wieder konnte sich Kerber auf ihre Vorhand und ihre Fitness verlassen.

Dennoch war die 30-Jährige machtlos, als Kassatkina mit ihrer Power und dem risikoreichen Spiel auf 3:4 herankam. Kerber zeigte sich unbeeindruckt - und wieder half die Russin mit zwei Doppelfehlern beim nächsten Break mit. Ein Aufschlagspiel später sicherte sich die deutsche Nummer eins den ersten Satz.

Jetzt gegen Ostapenko - "Sehe mich nicht als Favoritin"

Auch im zweiten Satz machte die Weltranglisten-Zehnte konzentriert weiter. Nach einem zwischenzeitlichen 3:1 musste sie die Russin zwar wieder herankommen lassen, ließ sich nicht mehr vom zweiten Grand-Slam-Halbfinale in diesem Jahr nach den Australian Open im Januar abbringen, wo sie es nun mit der an Position 12 gesetzten Ostapenko zu tun bekommt.

Kerber ist an Wimbledon an Position 11 gesetzt - und nach dem Aus der kompletten Top Ten der Setzliste die höchstgesetzte der verbliebenen Spielerinnen im Turnier. "Es ist egal, wer die Gegnerin ist. Jede, die im Halbfinale steht, hat das verdient", sagte Kerber. "Ich sehe mich nicht als eine Favoritin."

Del Potro macht Viertelfinale komplett

Bei den Herren hat Juan Martin del Potro das Viertelfinale von Wimbledon komplettiert. Der Weltranglisten- Vierte aus Argentinien gewann die Fortsetzung seines Achtelfinals gegen den Franzosen Gilles Simon 7:6 (7:1), 7:6 (7:5), 5:7, 7:6 (7:5). Die Partie war am Montagabend nach drei Sätzen wegen Dunkelheit abgebrochen worden.

Der frühere US-Open-Sieger fordert am Mittwoch den spanischen Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal heraus. Der Schweizer Titelverteidiger Roger Federer trifft in der Runde der besten Acht des Rasenturniers in London auf den Südafrikaner Kevin Anderson. Zudem werden in den Duellen zwischen dem Serben Novak Djokovic und dem Japaner Kei Nishikori sowie zwischen dem Kanadier Milos Raonic und John Isner aus den USA die Halbfinalisten ermittelt.

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red/sid/dpa | Stand: 10.07.2018, 17:45

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