Djokovic gegen Medwedew - Duell der "Unbesiegbaren"

Novak Djokovic (l.) und Daniil Medwedew

Australian Open

Djokovic gegen Medwedew - Duell der "Unbesiegbaren"

Keiner hat Novak Djokovic bislang bezwungen, wenn er im Endspiel der Australian Open in Melbourne stand. Am Sonntag (21.02.2021) trifft die serbische Nummer eins der Tennis-Welt nun auf Daniil Medwedew, der seine vergangenen 20 Partien allesamt gewonnen hat. Welche Serie wird enden?

Der "unbezwingbare" Daniil Medwedew schmunzelte kurz, von einer Favoritenrolle im Finale der Australian Open wollte er jedoch nichts wissen. Immerhin stehe ihm am Sonntag Novak Djokovic gegenüber, "einer der größten Spieler der Geschichte". Er selbst sei lediglich ein "Herausforderer", sagte der Russe und kam zu dem Schluss: "Ich habe nichts zu verlieren."

Verlieren - was ist das?

Verlieren - dieses Gefühl dürfte Medwedew so langsam abhandengekommen sein. Das eindrucksvolle 6:4, 6:2, 7:5 im Halbfinale gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas, der zuvor Grand-Slam-Rekordchampion Rafael Nadal ausgeschaltet hatte, war bereits sein 20. Sieg in Folge. Und was noch viel imposanter ist: Zwölf dieser Erfolge feierte Medwedew gegen Top-10-Spieler. "Für das Selbstvertrauen ist es einfach großartig, wenn du alle schlägst", sagte der 25-Jährige, "weil ich denke, dass die Leute anfangen, vielleicht ein bisschen Angst vor dir zu haben."

Zum zweiten Mal hat es Medwedew in ein Grand-Slam-Endspiel geschafft. Nun könnte seine Herausforderung aber kaum größer sein: Er muss die beeindruckende Serie von Djokovic stoppen, der in all seinen vorangegangenen acht Endspielen in Melbourne triumphiert hat. "Er hat sicher mehr Erfahrung, aber auch mehr zu verlieren", sagte Medwedew.

"Mann, den es zu schlagen gilt"

Medwedew ist selbst von den Besten seit längerem nicht zu besiegen. Er dürfte in dieser Form auch für Djokovic gefährlich werden. "Er ist momentan der Mann, den es zu schlagen gilt", lobte der Serbe seinen Kontrahenten - und er weiß, wovon er spricht. Auf dem Weg zum Titel bei den ATP Finals im November hatte Medwedew auch den Weltranglisten-Ersten glatt in zwei Sätzen bezwungen.

Schon 2019 war der Moskauer ganz nah dran am ersten Major-Titel. Im Finale der US Open musste er sich Nadal nach großem Kampf in fünf Sätzen geschlagen geben. Bereits jetzt steht fest, dass Medwedew am kommenden Montag US-Open-Sieger Dominic Thiem (Österreich) in der Weltrangliste von Platz drei verdrängen wird. Schlägt er auch Djokovic, rückt er sogar an Nadal vorbei auf Rang zwei vor.

"Bin bereit für den Kampf"

Für den "Djoker" indes ist es längst eine Gewohnheit, dass die Tennis-Saison mit ihm als Finalist der Australian Open beginnt. Und von seiner Bauchmuskelblessur, die ihn nach der dritten Runde noch von Aufgabe reden ließ, war beim Dreisatzerfolg im Halbfinale gegen Aslan Karazew nichts mehr zu spüren. Djokovic treibt es an, im faszinierenden Rennen um die größte Grand-Slam-Trophäensammlung Roger Federer und Rafael Nadal einzuholen. Noch hat er drei Titel weniger. "Ich bin ohne Zweifel bereit für den Kampf", sagte er nach seinem lockeren Halbfinalsieg gegen den russischen Sensations-Qualifikanten Karazew.

Und er sendete auch noch eine vollmundige Botschaft an die folgende Tennisgeneration: "Es wird viel geredet über die neue Generation, die von uns übernehmen soll. Aber realistisch gesehen, ist das noch nicht passiert. Mit allem Respekt gegenüber den anderen Jungs, sie haben noch viel Arbeit vor sich."

red/sid/dpa | Stand: 19.02.2021, 18:02

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