Zverev und Kyrgios bei Tennis-Turnier in Berlin dabei

Alexander Zverev

Experiment im Tennis

Zverev und Kyrgios bei Tennis-Turnier in Berlin dabei

Die Tennis-Showturniere in Berlin dürfen unter strengen Hygieneauflagen vor Zuschauern ausgetragen werden. Teilnehmen sollen auch die Streithähne Alexander Zverev und Nick Kyrgios.

Die Berliner Tennisturniere Mitte Juli dürfen unter strengen Hygieneregeln vor Zuschauern ausgetragen werden. Das bestätigte die deutsche Damen-Tennischefin Barbara Rittner am Dienstag (30.06.2020). "Wir haben die Freigabe bekommen, dass wir dort vor bis zu 1.000 Zuschauern spielen dürfen", sagte die Turnierdirektorin.

Die Veranstalter teilten später mit, es würden jeweils 800 Eintrittskarten pro Tag für das dreitägige Turnier vom 13. bis 15. Juli im Steffi-Graf-Stadion angeboten und jeweils 200 Tickets für die dreitägige Veranstaltung vom 17. bis 19. Juli auf dem einstigen Flughafen Tempelhof. Die Karten kosten zwischen 120 und 150 Euro und müssen online gekauft werden. Die beiden zuständigen Bezirksämter segneten das strenge Hygienekonzept ab.

Rittner kritisiert Zverev

Der in der Kritik stehende Alexander Zverev soll trotz der jüngsten Schlagzeilen an den Start gehen. Deutschlands Topspieler hatte nach dem Abbruch der umstrittenen Adria-Tour versichert, sich in Isolation zu begeben. Stattdessen feierte er sechs Tage später offensichtlich in Südfrankreich in großer Gesellschaft. Dazu spielen der Weltranglistendritte Dominic Thiem (Österreich) und der Australier Nick Kyrgios, der Zverev zuletzt harsch kritisiert hatte.

Bei der Adria-Tour waren zuletzt prominente Profis wie der Hamburger wegen Verstoßes gegen die Hygieneregeln in die Kritik geraten. Vom deutschen Topspieler war zudem zuletzt ein Party-Video aufgetaucht, allerdings ohne zeitliche Zuordnung. Der 23-Jährige hat sich dazu bislang nicht geäußert. "Ich bin nicht dafür zuständig, ob Sascha Zverev dafür bestraft werden sollte. Ich glaube, er bestraft sich selber mit einem Imageverlust, denn das macht ihn unglaubwürdig", kritisierte Rittner.

"Guter Junge mit Ecken und Kanten"

"Wir werden ihn nicht ausschließen, aber er wird heute noch einmal getestet und sich dann in Isolation begeben und in Ruhe trainieren, hoffe ich", sagte Rittner. "Er muss sich bei uns an die Regeln halten". Man werde ihn in Berlin nicht mit Party-Bildern sehen. "Wenn er das tut, würden wir ihn ausschließen", kündigte Rittner an.

Zverev sei "ein guter Junge mit Ecken und Kanten. Hier hat er sich - und das verurteile ich auch ganz klar - aber völlig falsch verhalten. Er hat damit der ganzen Tennis-Szene einen Bärendienst erwiesen. Denn dadurch kommt alles ins Wackeln, die Turniere werden jetzt immer fragwürdiger. Und wenn wir positive Fälle haben, bricht das ganze Konstrukt zusammen", fürchtet die Turnierchefin.

Strenges Hygienekonzept

Zum "extremen Hygienekonzept" gehöre, dass jeder Zuschauer zunächst Fieber messen und dann durch einen Hygiene-Tunnel gehen müsse, "in dem man nicht mit Feuchtigkeit, sondern mit Luft bestrahlt" würde, sagte Rittner. "Wir werden alle Spieler vorher testen, die Anreisepflicht zwei Tage vor dem Event haben", berichtete sie. "Es wird leider keine Autogramme geben und auch keinen Kontakt von Spielern und Spielerinnen zu Kindern oder zu Fans", stellte Rittner klar.

Der deutsche Davis-Cup-Spieler Jan-Lennard Struff und die einstige Weltranglisten-Vierte Caroline Garcia aus Frankreich komplettieren die jeweils sechsköpfigen Teilnehmerfelder, wie die Veranstalter am Dienstag weiter mitteilten.

dpa, sid | Stand: 30.06.2020, 14:06

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