Kurioser Eingriff des Schiedsrichters bei US Open

Nick Kyrgios

US Open in New York

Kurioser Eingriff des Schiedsrichters bei US Open

Tennis-Schiedsrichter Mohamed Lahyani hat bei den US Open seine Rolle als Unparteiischer vergessen und mitten im Match versucht, den Australier Nick Kyrgios aufzumuntern.

"Ich will Dir helfen. Ich habe Deine Matches gesehen, du tust dem Sport gut", sagte Lahyani zu Kyrgios, der zu diesem Zeitpunkt gegen Pierre-Hugues Herbert aus Frankreich 4:6, 0:3 zurücklag. Der Schwede war dazu extra von seinem Stuhl gestiegen. Die aufbauenden Worte zeigten Wirkung. Kyrgios (23), zuvor weit von seiner Bestleistung entfernt, gewann das Zweitrundenmatch am Donnerstag (30.08.2018) mit 4:6, 7:6 (8:6), 6:3, 6:0.

Den Vorwurf, Lahyani habe ihn gecoacht, bezeichnete Kyrgios später als "lächerlich". Das Gespräch habe ihm auch nicht geholfen. Für Herberts Geschmack hatte der Referee dennoch eine Grenze überschritten. Welche Rolle das für den Ausgang des Matches hatte, wollte er nicht bewerten. "Alles, was ich weiß, ist, dass Nick von diesem Zeitpunkt an ein anderer Spieler war."

In einer Stellungnahme erklärten die Veranstalter später, Lahyani sei zu weit gegangen. Sie werden den langjährigen Schiedsrichter aufgrund seines sonst stets tadellosen Verhaltens aber weiter einsetzen. Seine Leistungen würden jedoch beobachtet.

US Open - wenn der Schiri zum Coach wird

Sportschau 31.08.2018 01:00 Min. Verfügbar bis 31.08.2019 ARD

"Die wollen uns wohl auf den Arm nehmen"

Oberschiedsrichter Brian Earley ließ über den amerikanischen Tennisverband USTA mitteilen, dass sich Lahyani nur nach Kyrgios' Gesundheit erkundigen wollte und aufgrund der Lautstärke auf dem Platz vom Stuhl gestiegen sei. Das wiederum ärgerte Herbert maßlos. "Die wollen uns wohl auf den Arm nehmen", schrieb er bei Twitter.

Herbert mit Verständnis und Kritik

Herbert kritisierte Lahyanis Verhalten, beruhigte allerdings zunächst die Gemüter. "Er hat einen Fehler gemacht. Dafür sollte er bestraft werden. Aber er ist auch nur ein Mensch so wie ich. Auch ich mache Fehler", sagte der 27-Jährige. Dennoch warte er immer noch auf eine plausible Erklärung. Unterstützung bekam Herbert von Roger Federer, in der dritten Runde Kyrgios' Gegner. "Ein Schiedsrichter sollte seinen Stuhl nicht verlassen", sagte der Schweizer: "Ich weiß nicht, was er gesagt hat, es ist mir auch egal. Er war zu lange unten, es war ein Gespräch, das kann deine ganze Denkweise ändern."

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Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Freitag (31.08.18), 22.50 Uhr

sid | Stand: 31.08.2018, 10:10

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