US Open - Zverev, Qualifikant Koepfer und Görges im Achtelfinale

Zverev jubelt bei den US Open

US Open in New York

US Open - Zverev, Qualifikant Koepfer und Görges im Achtelfinale

Alexander Zverev hat bei den US Open in New York das Achtelfinale erreicht. Auch die Erfolgsstory von Dominik Koepfer geht weiter. Bei den Damen zog Julia Görges in die Runde der letzten 16 ein. Für Andrea Petkovic ist der letzte Tennis-Grand-Slam des Jahres zu Ende.

Am Ende reckte Alexander Zverev die Faust in die Höhe. Dieses Mal brauchte die deutsche Nummer eins nicht wie in den Runden zuvor fünf Sätze, sondern nur vier. Durch ein 6:7 (4:7), 7:6 (7:4), 6:3 und 7:6 (7:3) gegen den Slowaken Aljaz Bedene am Samstag (Ortszeit, 31.08.2019) zog der 22-Jährige in die Runde der letzten 16 ein. Soweit war Zverev in Flushing Meadows zuvor noch nie gekommen, zufrieden ist er aber offenbar noch nicht. "Das ist kein Finale, sondern nur eine vierte Runde. Ich möchte noch mehr Matches hier gewinnen", sagte Zverev.

Über die 3:36 Stunden hatte er wie schon oft in dieser Saison eine Achterbahnfahrt abgeliefert. 5:1 führte Zverev bereits im ersten Satz und gab den Durchgang doch noch im Tiebreak aus der Hand. Verärgert zertrümmerte er danach seinen Schläger und kassierte eine Verwarnung.

Mehr Konstanz

Doch danach spielte der Deutsche konstanter, schlug einige Asse und holte sich Satz Nummer zwei im Tiebreak. In Satz drei nutzte Zverev seine wenigen Breakchancen. In Satz vier lag er mit einem Break zum 3:2 vorne, aber Bedene - der sich gegen Ende der Partie mit einer offenen Blase am Zeh herumplagte - kam noch einmal heran.

Zverev nutzte schließlich bei eigenem Aufschlag den zweiten Matchball zum Sieg. "Ich bin froh, dass ich durch bin und froh, dass ich die zweite Woche erreicht habe", sagte er im Anschluss. Im Achtelfinale trifft die Nummer sechs der Welt auf den Argentinier Diego Schwartzman.

Koepfer "nicht real"

Dominik Koepfer im Spiel

Dominik Koepfer im Spiel

Mit Dominik Koepfer erreichte sensationell auch ein weiterer Deutscher die zweite Woche. "Es fühlt sich nicht real an, ich kann es nicht glauben, ich bin sprachlos", sagte er nach dem 6:3, 7:6 (7:5), 4:6, 6:1 gegen den an Nummer 17 gesetzten Georgier Nikolos Basilaschwili. "Ich habe sogar den Matchball vergessen, ich bin mir nicht sicher, was passiert ist", berichtete Koepfer.

An alles, was davor und danach passierte, erinnerte er sich aber genau. So habe er Boris Becker auf den unteren Rängen des Grandstands natürlich bemerkt. "Er ist ja nicht zu übersehen mit seinen blonden Haaren", sagte Koepfer. Zur Nervosität gab es aber gar keinen Grund. Furchtlos und aggressiv rang Koepfer Basilaschwili nieder, unermüdlich rannte er jedem noch so unerreichbar scheinenden Ball hinterher.

Zu viele Nachrichten auf dem Handy

Zu stoppen war Koepfer erst, nachdem er den größten Erfolg seiner Karriere eingefahren hatte. "Ich habe erst einmal zehn Minuten draußen gewartet, weil Novak Djokovic und Denis Kudla ihr Interview gegeben haben und ich nicht in die Umkleidekabine konnte", erzählte Koepfer: "Also bin ich draußen rumgestanden, habe versucht, das zu realisieren und auf mein Handy geschaut. Aber zu viele Nachrichten".

Freunde und Familie kommen mit ihren Gratulationen kaum hinterher - erst die zweite Runde in Wimbledon, dann marschierte Koepfer durch die Qualifikation ins Hauptfeld der US Open, und dort steht er nun unter den besten 16 Spielern. Sechs Partien hat er in den vergangenen zwei Wochen in New York bereits gewonnen - Nummer sieben soll am Sonntag (01.09.2019) gegen Cincinnati-Sieger Daniil Medwedew aus Russland folgen.

Sprung in die Top-100

Doch schon jetzt hat sich der Trip nach New York für den Mann, der nach dem Abitur zum Tennisspielen an die Tulane University in New Orleans ging und mittlerweile in Tampa in Florida lebt, gelohnt. Erstmals wird Koepfer nach dem Turnier zu den 100 besten Spielern der Welt gehören. "Das war ein Kindheitstraum, der jetzt in Erfüllung gegangen ist", sagte er, mindestens auf Platz 84 der Weltrangliste wird er klettern.

Dazu spült der Achtelfinaleinzug satte 280.000 Dollar (rund 250.000 Euro) in die Kasse - das bisherige Karriere-Preisgeld belief sich auf 332.732 Dollar. Da sei es schon auch mal schwierig gewesen, "jeden Monat den Trainer zu bezahlen", sagte Koepfer. Diese Sorgen hat er nun nicht mehr. Und das ein oder andere Abendessen beim Italiener ist sicher auch noch drin.

Petkovic draußen

Andrea Petkovic ist dagegen in der dritten Runde ausgeschieden. Die 31 Jahre alte Darmstädterin verlor gegen die Belgierin Elise Mertens mit 3:6, 3:6. Mertens verwandelte nach 72 Minuten ihren ersten Matchball.

Zwei Tage nach ihrem überraschenden Sieg gegen die Tschechin Petra Kvitova war Petkovic weitgehend ohne Chance. Petkovic konnte nicht an ihre zuvor guten Leistungen in New York anknüpfen und lag schnell mit 0:3 zurück. Zwar kämpfte sie sich danach zurück ins Spiel, nach einer halben Stunde ging der erste Satz aber an die Belgierin. Auch im zweiten Abschnitt kassierte Petkovic ein schnelles Break und haderte mit sich und den Umständen auf dem drittgrößten Platz der Anlage.

Petkovic: "Hat mich von Beginn an unter Druck gesetzt"

Sportschau 31.08.2019 00:29 Min. Verfügbar bis 31.08.2020 ARD

Görges im Achtelfinale

Julia Görges bei den US-Open

Julia Görges bei den US-Open

Besser machte es später Julia Görges. Die 30-Jährige gewann gegen die an Nummer sieben gesetzte Kiki Bertens aus den Niederlanden mit 6:2, 6:3 und zeigte dabei eine ganz starke Leistung.

Görges nutzte nach 77 Minuten ihren fünften Matchball und steht damit als einzige deutsche Tennisspielerin im Achtelfinale. Dort trifft sie am Montag auf die Kroatin Donna Vekic. Görges stand zuletzt vor zwei Jahren in Flushing Meadows in der Runde der letzten 16.

"Ich bin sehr glücklich, hier in der vierten Runde zu stehen", sagte Görges: "In der ersten Runde war ich fast schon raus und hatte einen Matchball gegen mich. Und jetzt stehe ich im Achtelfinale."

Gleich zwei Breaks

Von Beginn an setzte die inzwischen in Regensburg lebende Görges ihre Gegnerin im Louis Armstrong Stadium unter Druck und nahm Bertens gleich den Aufschlag ab. Zwar kassierte sie danach selbst ein Break, doch Görges blieb überlegen und schaffte prompt ein erneutes Break. Nach 35 Minuten holte sie sich den ersten Satz.

Auch danach blieb Görges konzentriert und bestimmte das Geschehen. Zum 4:2 schaffte sie das entscheidende Break und ließ sich dann auf dem Weg ins Achtelfinale nicht mehr aufhalten. Auch gegen Vekic hat die Fed-Cup-Spielerin in dieser Form gute Chancen, erstmals in New York das Viertelfinale zu erreichen.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Samstag, 31.08.19, 22.50 Uhr

dpa/sid | Stand: 01.09.2019, 10:22

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