US Open - Kerber und Kohlschreiber scheiden aus

Angelique Kerber in der 1. Runde der US Open 2019

US Open in New York

US Open - Kerber und Kohlschreiber scheiden aus

Die deutsche Tennis-Spitzenspielerin Angelique Kerber hat bei den US Open in New York das nächste frühe Aus hinnehmen müssen. Auch Philipp Kohlschreiber verabschiedete sich in Runde eins.

Die 31-jährige Kerber verlor am Montag (26.08.2019) gegen die Französin Kristina Mladenovic mit 5:7, 6:0, 4:6. Nach der Zweitrunden-Niederlage als Titelverteidigerin in Wimbledon war es die zweite herbe Grand-Slam-Enttäuschung binnen 53 Tagen und die dritte Auftaktpleite in Serie. 2016 hatte Kerber in Flushing Meadows den Titel gewonnen.

Anqelique Kerber verliert Auftaktmatch bei den US Open

Sportschau 26.08.2019 00:37 Min. Verfügbar bis 26.08.2020 ARD

Deutliche Worte von Becker und Rittner

"Wenn jetzt nicht der Groschen gefallen ist, wann dann", kritisierte Tennis-Legende Boris Becker nach der Partie mit Blick auf Kerbers ungelöste Trainerfrage bei Eurosport. "Ich kann nicht ganz verstehen, dass sie hier ohne Trainer angetreten ist. Alle Top-Ten-Spielerinnen haben hier einen Coach an ihrer Seite."

Barbara Rittner, Damen-Chefin im Deutschen Tennis Bund, sah es genauso: "Mit Coach hätte sie die Partie nicht verloren." Schon im Vorfeld hatte sie Kerber zu einem Nachfolger von Rainer Schüttler geraten, von dem sie sich nach Wimbledon getrennt hatte.

Kerber reagiert trotzig auf Kritik

Kerber wies die Kritik zurück: "Ich lasse mir von niemandem Druck machen. Der Schlüssel, dass ich verloren habe, liegt nicht darin, dass ich keinen Coach habe."

Kerber hatte mit dem variantenreichen Spiel Mladenovics zunächst große Mühe. Im zweiten Satz ließ die Französin aber nach, unter anderem beeinträchtigt von Rückenbeschwerden, und verlor diesen glatt. Mladenovic biss sich im dritten Durchgang aber zurück ins Spiel und fügte der Kielerin im sechsten Duell die zweite Niederlage zu.

Wenige Stunden danach erreichte hingegen Laura Siegemund als erste deutsche Spielerin die zweite Runde. Die Schwäbin setzte sich gegen Magdalena Frech aus Polen mit 5:7, 6:3, 6:4 durch. In der zweiten Runde trifft die 31-Jährige am Mittwoch auf die Amerikanerin Sofia Kenin.

Schlechtes Jahr für Kohlschreiber

Bei den Männern ist Philipp Kohlschreiber ebenfalls in der ersten Runde ausgeschieden. Der 35 Jahre alte Augsburger musste sich dem an Nummer 25 gesetzten Franzosen Lucas Pouille mit 3:6, 6:4, 4:6, 4:6 geschlagen geben.

Im vergangenen Jahr hatte Kohlschreiber noch das Achtelfinale erreicht. Der Routinier setzte damit sein schwaches Jahr 2019 fort, in dem er immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen wurde.

Qualifikant Dominik Koepfer hat dafür als erster deutscher Tennisprofi die zweite Runde erreicht. Der 25-Jährige schlug den Spanier Jaume Munar mit 6:4, 7:6 (7:2), 5:7, 7:5.

Djokovic locker weiter

Zudem erreichte Novak Djokovic mühelos die zweite Runde. Der Titelverteidger gewann seine Auftaktpartie gegen Roberto Carballes Baena aus Spanien mit 6:4, 6:1, 6:4. Der Weltranglisten-Erste benötigte nur 1:52 Stunden für seinen Erfolg.

Mehr Mühe hatte Roger Federer. Der Schweizer musste gleich den Startsatz gegen den frechen indischen Qualifikanten Sumit Nagal abgeben, gewann nach 2:29 Stunden aber 4:6, 6:1, 6:2, 6:4.

"So einen ersten Satz auszublenden, ist nie leicht", sagte der 38 Jahre alte Federer, der sich 57 unerzwungene Fehler (61 Winner) leistete, aber meinte: "Vielleicht ist es gar nicht schlecht, so ein Spiel am Anfang zu überstehen. Die letzten drei Sätze waren gut, das macht Mut."

Serena Williams macht kurzen Prozess

US-Superstar Serena Williams entschied bei den Frauen das mit Spannung erwartete Auftaktduell mit der früheren Weltranglistenersten Maria Scharapowa klar für sich. Gegen die Russin hatte die 23-malige Major-Siegerin keine Mühe und zog durch ein 6:1, 6:1 in nur 58 Minuten in die zweite Runde ein.

French-Open-Siegerin Ashleigh Barty wendete ein frühes Aus nur mit sehr viel Mühe ab. Die Nummer zwei der Tennis-Welt setzte sich gegen Sarina Dijas aus Kasachstan mit 1:6, 6:3, 6:2 durch. Erst nach 1:41 Stunden machte Barty das Weiterkommen perfekt.

Hart kämpfen musste auch die an Nummer drei gesetzte Tschechin Karolina Pliskova. Sie rang ihre Landsfrau Tereza Martincova mit 7:6 (8:6), 7:6 (7:3) nieder.

dpa, sid, red | Stand: 27.08.2019, 09:31

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