US-Open - Williams kämpft um ihren 24. Grand-Slam-Titel

Serena Williams nach ihrem Finaleinzug bei den US Open

US Open in New York

US-Open - Williams kämpft um ihren 24. Grand-Slam-Titel

Serena Williams steht im Finale der US Open und greift nach dem Rekord-Titel. Unterdessen hat das deutsche Herrendoppel Kevin Krawietz und Andreas Mies das Endspiel in New York knapp verpasst.

Serena Williams hat zum zehnten Mal das Endspiel der US Open erreicht und ist nur noch einen Sieg von ihrem 24. Grand-Slam-Titel entfernt. Die 37 Jahre alte US-Amerikanerin besiegte am Donnerstagabend (05.09.2019, Ortszeit) die Ukrainerin Jelena Switolina in 70 Minuten 6:3, 6:1. Im Finale am Samstag (22.00 Uhr MESZ) spielt Williams gegen die Kanadierin Bianca Andreescu, die sich mit 7:6 (7:3), 7:5 gegen die Schweizerin Belinda Bencic durchsetzte, um ihren siebten Titel in New York.

"Es wirkt echt verrückt, dass ich in einem weiteren Finale stehe. Aber ich erwarte eigentlich auch nicht viel weniger", sagte Williams, die mit ihrem 101. Sieg in Flushing Meadows die Bestmarke ihrer Landsfrau Chris Evert einstellte.

Williams greift nach 24. Grand-Slam-Titel

Für Williams ist es seit der Geburt ihrer Tochter Alexis Olympia im September 2017 die vierte Chance, den Rekord der Australierin Margaret Court von 24 Major-Titeln einzustellen. Im Vorjahr wurde die Finalniederlage in New York gegen Naomi Osaka von ihren verbalen Attacken gegen Schiedsrichter Carlos Ramos überschattet, dazu musste sie sich in Wimbledon jeweils Angelique Kerber und Simona Halep im Endspiel geschlagen geben.

Switolina, die schon im Juli in Wimbledon das Halbfinale erreicht hatte, fiel vor allem durch verpasste Chancen auf: Gleich sechs Breakbälle konnte sie im ersten Satz nicht nutzen. Extrem zielstrebig und fokussiert zeigte sich hingegen Williams, mit zwei Breaks zum 4:1 sorgte sie im zweiten Durchgang für die Vorentscheidung. Williams stellte indes einen Rekord für die größte Zeitspanne zwischen der ersten und der jüngsten Finalteilnahme bei Grand Slams im Damen-Tennis auf. Zwischen ihrem ersten Major-Finale 1999, das sie ebenfalls in New York gegen die Schweizerin Martina Hingis gewann, und dem Endspiel am Samstag liegen 19 Jahre und 362 Tage. Gleichzeitig ist Williams die älteste Finalteilnehmerin in der Ära des Profitennis (seit 1968).

Erstes Grand-Slam-Finale für Andreescu

Für Finalgegnerin Andreescu ist es die erste Teillnahme an einem Grand-Slam-Endspiel. Die 19-Jährige erreichte bei ihrem Hauptfeld-Debüt in New York als erst zweite Kanadierin ein Major-Finale und gehört einem Kreis von nur sechs Spielerinnen an, die binnen ihrer ersten vier Grand-Slam-Teilnahmen bereits das Endspiel erreichten. "Das fühlt sich nicht real an", sagte Andreescu: "Es ist ein Traum, der wahr wird, gegen Serena im Finale der US Open zu spielen. Es ist verrückt."

Die 22 Jahre alte Bencic war im ersten Durchgang gegen Andreescu die bessere Spielerin, konnte aber einen Satzball nicht nutzen. Im zweiten Satz brachte die Schweizerin in ihrem ersten Major-Halbfinale eine 5:2-Führung nicht über die Runden, Andreescu beendete die Partie nach 2:13 Stunden mit ihrem dritten Matchball.

Krawietz/Mies scheitern im Tiebreak

Knapp drei Monate nach ihrem überraschenden Triumph in Paris haben Kevin Krawietz und Andreas Mies bei den US Open ihr nächstes Grand-Slam-Endspiel verpasst. Das an Nummer zwölf gesetzte deutsche Tennis-Doppel verlor am Donnerstag (05.09.2019) im Halbfinale gegen Marcel Granollers und Horacio Zeballos (Spanien/Argentinien/Nr. 8) knapp mit 6:7 (2:7), 6:7 (5:7).

US Open: Krawitz/Mies scheitern knapp Sportschau 05.09.2019 00:57 Min. Verfügbar bis 06.09.2020 Das Erste

Die Routiniers Granollers (33) und Zeballos (34) servierten sicher und mussten lediglich beim Stand von 3:3 im ersten Satz einen Breakball abwehren. Krawietz und Mies schlugen ebenfalls souverän auf, erst im Tiebreak wackelten sie.

Kleinigkeiten entscheiden

Auch im zweiten Satz dominierten die Aufschläger. Breakchancen gab es keine, also musste wieder der Tiebreak entscheiden. Das deutsche Duo führte zwar mit 5:3, gab dann aber vier Punkte in Folge ab und damit das Match aus der Hand.

Kevin Krawietz und Andreas Mies klatschen sich ab

Kevin Krawietz und Andreas Mies klatschen sich ab

Damit musten sich Krawietz und Mies trotz guter Leistung nach 1:41 Stunden geschlagen geben. Krawietz und Mies waren nach einem Zwischentief rechtzeitig zu den US Open wieder in Form gekommen. Zwischen dem Titelgewinn von Roland Garros und der ersten Runde in New York verloren sie acht von zehn Matches, darunter auch die Erstrunden-Partie in Wimbledon.

Chancen auf die ATP Finals

Dennoch machte das Duo einen großen Schritt in Richtung Qualifikation für die ATP Finals in London Mitte November. Im aktuellen Ranking liegen die beiden Deutschen auf Platz vier. Die besten acht Doppel des Jahres qualifizieren sich für die Veranstaltung in London.

Das Erreichen des Halbfinales in Flushing Meadows bringt ein Preisgeld von 175.000 Dollar (knapp 160.000 Euro).

Thema in: Nachtmagazin, Das Erste, Freitag, 06.09.2019, 0.15 Uhr.

red/sid/dpa | Stand: 06.09.2019, 07:15

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