Schüttler und Kerber - "dieselbe Idee vom Tennis"

Rainer Schüttler

Neuer Trainer

Schüttler und Kerber - "dieselbe Idee vom Tennis"

Mit der Verpflichtung von Rainer Schüttler als Trainer hat Tennis-Profi Angelique Kerber für Aufsehen gesorgt - doch sie bekam auch sehr viel Lob. Dem Gespann wird eine erfolgreiche Zusammenarbeit vorhergesagt.

Im Urlaub auf den Malediven genießt Wimbledon-Siegerin Kerber ihre Ruhe - in der Heimat hat sie mit der Verpflichtung ihres neuen Trainers für einen echten Aufreger in der Tennis-Szene gesorgt. Was sich zuletzt schon als Gerücht angedeutet hatte, bestätigte Kerbers Management nun: Mit dem Ex-Profi und früheren Australian-Open-Finalisten Schüttler will die 30 Jahre alte Kielerin ihren erfolgreichen Weg fortsetzen. 

Schüttler tritt die Nachfolge des Belgiers Wim Fissette an. Der hatte Kerber zwar in diesem Jahr beim Titel in Wimbledon begleitet, konnte sich aber mit Deutschlands Nummer eins nicht auf eine gemeinsame Zukunft einigen und heuerte recht schnell nach dem Ende der Zusammenarbeit bei der Weißrussin Victoria Asarenka an. Was genau zu der Trennung führte, ist offiziell noch immer nicht bekannt. Klar scheint aber schon jetzt zu sein: Kerber und Schüttler bilden eine der spannendsten und ungewöhnlichsten Kombinationen im Damen-Tennis.

"Tolle, spannende Herausforderung"

Natürlich sei es "eine tolle, spannende Herausforderung, einen dreimaligen Grand-Slam-Champion zu trainieren", sagte Schüttler. Er freue sich sehr auf die neue Aufgabe, "weil Angie und ich dieselbe Idee vom Tennis haben".

Das meint auch Schüttlers Manager und Förderer Dirk Hordorff. "Ich glaube, dass das Gespann bestens zusammenpasst. Angie hat mit Rainer jemanden verpflichtet, der weiß, was es heißt, erfolgreich Grand Slams zu spielen", sagte er. Der Vizepräsident des Deutschen Tennis Bundes dürfte zumindest im Hintergrund eine dezente Rolle bei dem Coup gespielt haben. Kerbers Manager Aljoscha Thron und Schüttler haben früher in der Akademie von Hordorff trainiert, sie kennen sich bestens und sind sehr gut befreundet. Zuletzt trafen sich Kerber und Schüttler bei der Hochzeit Throns.

Viel Lob

Lob gab es auch von Bundestrainerin Barbara Rittner. Das "Gesamtpaket" werde "gut passen", schrieb Rittner bei Twitter und lobte Schüttlers "Erfahrung, Kompetenz und Charakter".

"Angelique hat schon mehrfach unter Beweis gestellt, was sie für ein Champion ist. Für mich steht außer Frage, dass sie mit ihrem Talent noch viel erreichen kann", wurde Schüttler in einer Mitteilung zitiert. Der 42 Jahre alte Korbacher kämpft derzeit mit den Folgen einer Grippe und wird auch in der kommenden Woche noch nicht bei Kerbers Saisonabschluss-Pressekonferenz in Köln dabei sein. 

Schüttler mit guten Erinnerungen an Melbourne

Anfang Dezember aber beginnt für das neue, hochinteressante Duo die Vorbereitung auf das Tennis-Jahr 2019, das am 29. Dezember mit dem Hopman Cup in Perth startet. Anschließend bestreitet die 30 Jahre alte Kielerin das WTA-Turnier in Sydney, ehe bei den Australian Open (14. bis 27. Januar) der erste Grand-Slam-Höhepunkt bevorsteht.

In Melbourne feierte Schüttler einst den größten Erfolg seiner Einzel-Karriere, auch wenn er beim 2:6, 2:6, 1:6 im Endspiel gegen Andre Agassi chancenlos war. Schüttler gewann vier Turniere auf der ATP-Tour, war die Nummer fünf der Weltrangliste. Doch die sportlichen Meriten der Vergangenheit dürften kaum den Ausschlag gegeben haben für die Entscheidung Kerbers. Schüttler passt bestens in das Suchprofil der dreimaligen Grand-Slam-Gewinnerin. Er spricht deutsch, kennt seine neue Klientin gut, gilt als ausgeglichen und besonnen.

Trainerjob auf der Frauentour Neuland

"Ich freue mich auf die Zusammenarbeit in dieser spannenden Phase ihrer Karriere", erklärte Schüttler, der dem Vernehmen nach mehrere attraktive Angebote als Trainer ausschlug. Spannend ist das ganze Projekt vor allem auch aus einem Grund: Schüttler führt mit Alexander Waske eine Tennis-Akademie in Offenbach, beim ATP-Turnier in Genf ist er Turnierdirektor, auf der Herren-Tour arbeitete er als Coach für den Litauer Ricardas Berankis oder den Serben Janko Tipsarevic - doch ein Trainerjob auf der Frauentour ist für den Hessen Neuland.

red/sid/dpa | Stand: 14.11.2018, 14:47

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