French-Open-Alleingang sorgt für Ärger

Roger Federer bei den Austrlian Open 2020

Neuer Termin zeitgleich zum Turnier von Roger Federer

French-Open-Alleingang sorgt für Ärger

In der Tennisszene ist ein Machtkampf über die Terminhoheit ausgebrochen: Die unabgesprochene Verschiebung der French Open in Paris stürzt andere Veranstaltungen ins Chaos - persönlich betroffen ist Roger Federer.

Roger Federer dürfte ziemlich verärgert sein. Der Schweizer "Maestro" hat im September 2017 in Prag erstmals den Laver Cup ausspielen lassen, ein sportlich unbedeutendes Spaßturnier, freilich eines, an dem die besten Tennisspieler mit großer Freude teilgenommen haben. Die vierte, für Boston geplante Austragung des Duells "Europa gegen den Rest der Welt", ist nun aber gefährdet: Seit Dienstag (17.03.2020) sollen zur gleichen Zeit die French Open in Paris stattfinden.

Eine Woche nach dem US-Open-Finale

Die Verschiebung des wichtigsten Sandplatzturniers der Welt auf den Zeitraum zwischen 20. September und 4. Oktober hat die Tennisszene kalt erwischt - und in ein Chaos gestürzt. Erst eine Woche vorher, am 13. September, soll mit dem Finale der Herren das normalerweise letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres zu Ende gehen, die US Open - auf Hartplatz. Für Rafael Nadal etwa hieße dies: Er müsste seine zwei Titel von 2019 innerhalb eines wahnwitzig kurzen Zeitraums verteidigen, und das auf unterschiedlichen Belägen.

Zuvor waren schon die Reaktionen der Spieler deutlich ausgefallen. "Excusez moi???", wie bitte???, twitterte die Japanerin Naomi Osaka, Siegerin der Australian Open 2019 und US Open 2018. "Das ist krank", sagte Vasek Pospisil, Mitglied im Spielerrat der ATP, der New York Times. Die Entscheidung der Veranstalter in Paris sei "egoistisch" und "ziemlich arrogant".

Der Tennisverband der USA (USTA) schloss in einer ersten Reaktion nicht aus, seinerseits sein Grand-Slam-Turnier zu verschieben, betonte allerdings mit einem Seitenhieb auf die French-Open-Organisatoren: Die USTA würde eine Entscheidung wie jene niemals alleine treffen, sondern sie absprechen "mit den anderen Grand-Slam-Turnieren, der WTA und ATP, der ITF und unseren Partnern - den Laver Cup eingeschlossen".

Laver Cup soll wie geplant stattfinden

Vor den US Open ist derzeit noch Wimbledon terminiert (ab 29. Juni). Angeblich haben die Veranstalter von Roland Garros, die aufgrund gewaltiger Investitionen in die Anlage am Bois de Boulogne dringend auf Einnahmen angewiesen sind, vor ihrer Ankündigung nur den zwölfmaligen Sieger Nadal informiert - unter anderem Federer blieb außen vor. Seine Agentur teilte mit, die Entscheidung der Franzosen werfe "viele Fragen auf". Und nur damit das klar sei: Der Laver Cup solle an dem dafür vorgesehen Termin (25. bis 27. September) stattfinden.

Stand: 18.03.2020, 20:21

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