French Open - Nadal holt sich den elften Titel

Grand-Slam-Turnier in Paris

French Open - Nadal holt sich den elften Titel

Rafael Nadal ist auf Sand einfach nicht zu bezwingen. Der Spanier besiegte im Finale der French Open den Österreicher Dominic Thiem in drei Sätzen.

Nadal gewann die French Open damit bereits zum elften Mal. Der Spanier setzte sich am Sonntag (10.06.2018) im Finale von Paris nach 2:42 Stunden mit 6:4, 6:3 und 6:2 durch.

"Es ist unglaublich, ich bin sehr zufrieden heute. Es war ein großartiges Match", sagte Nadal. Und hatte noch ein Kompliment für den unterlegenen Kontrahenten übrig: "Dominic ist ein fantastischer Herausforderer. Ich bin sehr sicher, dass er in den nächsten Jahren noch öfter hier stehen wird."

Es ist Nadals 17. Triumph bei einem Grand-Slam-Turnier, zudem verteidigte er durch die Wiederholung seines Erfolgs aus dem Vorjahr die Führung in der Weltrangliste.

Thiem startet stark

Zu Beginn dieses Finales sahen die Zuschauer aber ein Bild, das viele überrascht haben dürfte. Thiem, die Nummer sieben der Welt, drückte Nadal im ersten Satz sein Haudrauf-Tennis auf, und der Spanier hatte seine liebe Mühe damit. Vom ersten Ballwechsel an lieferte er Nadal einen harten Kampf.

Thiems wuchtiger Vorhand-Topspin erinnerte streckenweise schon sehr an den Paradeschlag seines Gegenübers. Immer wieder zwang er Nadal in lange Duelle, ließ den "Matador" an der Grundlinie entlanghetzen.

Lange Zeit ein ebenbürtiger Gegner für Rafael Nadal: Dominic Thiem

Lange Zeit ein ebenbürtiger Gegner für Rafael Nadal: Dominic Thiem

Doch als der völlig ausgeglichene erste Satz nach 58 Minuten in die entscheidende Phase ging, versagten Thiem die Nerven. Beim Stand von 4:5 unterliefen dem 24-Jährigen vier einfache Fehler in Serie. Nadal genügten 120 Sekunden, um die Kräftverhältnisse wiederherzustellen.

So ist Nadal nicht zu schlagen

Es war ein Finale, das allerhöchsten Anprüchen genügte. Im zweiten Satz zog Nadal zwischenzeitlich auf 3:0 davon, es schien, als erahne er jeden Schlag von Thiem schon im Voraus. Nadal, das zeigte dieses Finale einmal mehr, hat sein ohnehin schon grandioses Spiel noch verbessert. Er ist nicht mehr nur an der Grundlinie übermächtig, sondern auch gnadenlos effizient am Netz, und seine Stoppbälle sind kaum zu verteidigen.

Dabei hielt Thiem wacker dagegen, wie schon im ersten Satz kam er noch einmal auf, doch Nadal ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und tütete auch diesen Satz ein - 6:3.

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Nadal und die Schmerzen

Im dritten Durchgang stand der Sieg des Spaniers dann plötzlich auf der Kippe. Während eines Ballwechsels signalisierte Nadal, dass er Schmerzen habe. Schon auf dem Weg zur Bank riss sich Nadal sämtliche Bandagen und Pflaster von den Fingern und wurde behandelt. "Ich hatte Angst, als das mit meiner Hand passiert ist", sagte Nadal. "Dominic ist ein Spieler, der einen an die Grenzen treibt."

Nadal konnte nach kurzer Pause weiterspielen, doch die Probleme an der Schlaghand waren offensichtlich. Und sie machten sich bemerkbar: Nadals Aufschläge, die sonst gut 200 km/h erreichen, kamen fast neunzig Stundenkilometer langsamer.

Verletzung bringt Thiem aus dem Konzept

Demonstrierte im Finale der French Open seine Stärke: Rafael Nadal

Demonstrierte im Finale der French Open seine Stärke: Rafael Nadal

Einen Vorteil konnte Thiem daraus nicht ziehen, ganz im Gegenteil: Der Österreicher verlor den Faden, machte zu viele zu einfache Fehler und Nadal berappelte sich. Zwar ließ er anschließend vier Matchbälle liegen, den dritten Satz brachte er aber auch so über die Runden - 6:2.

Nadal steht bei seinem Lieblingsturnier nun bei 86:2 Siegen, er ist und bleibt der Herrscher von Paris. Thiem hat gezeigt, dass er Nadal herausfordern kann, womöglich hat er sich gar als Kronprinz in Stellung gebracht. Doch der König denkt noch nicht ans Abdanken, er regiert einfach weiter.

Thema in Sport aktuell, Deutschlandfunk, Sonntag, 10. Juni, 22.50 Uhr

tb/dpa/sid | Stand: 10.06.2018, 17:55

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