Collins als lautstarkes Aschenputtel

Danielle Collins brüllt bei den Australian Open

Australian Open

Collins als lautstarkes Aschenputtel

Danielle Collins ist bislang bei jedem ihrer Grand-Slam-Turniere in der ersten Runde ausgeschieden. In Melbourne steht sie nun aber im Halbfinale - und sorgt mit ihrem Verhalten auf dem Platz für Diskussionen.

Julia Görges, Sachia Vickery, Caroline Garcia, Angelique Kerber und zuletzt Anastasia Pavlyuchenkova - sie alle hat Collins aus dem Turnier befördert. Am Donnerstag (24.01.2019) spielt Collins gegen Petra Kvitova um den Einzug ins Endspiel der Australian Open.

Brachiales Spiel, lautes Gebrüll

Und mit ihrer Art und Weise kommt nicht jeder zurecht. "Ich bin eine temperamentvolle Person. Ich mag es, aus dem Spiel eine Art Krieg zu machen", sagte Collins bei der Pressekonferenz nach ihrem Sieg im Achtelfinale gegen Angelique Kerber.

Collins brüllt auf dem Platz, feuert sich selbst an, blickt ihren Gegnerinnen dabei ins Gesicht. Gegen Kerber war der erste Satz nach rund zwanzig Minuten erledigt, ihr Angriffsspiel wirkt phasenweise brachial. Ihr insgesamt aggressives Auftreten ist zurzeit oft Thema bei Beobachtern, was Collins selbst aber offensichtlich wenig interessiert.

Collins lebt die Aschenputtel-Geschichte

Nun pflegt Collins das Bild des Aschenputtels, das es ganz nach vorn geschafft hat. Geld für private Tennis-Stunden habe die Familie im Gegensatz zu denen der Konkurrenz nicht gehabt. Sie habe auf öffentlichen Plätzen in einem Park den Ball stundenlang gegen eine Wand gespielt - bis ein paar Senioren sie hätten mitspielen lassen.

Ein Collegestipendium ermöglichte ihr dann die sportliche Entwicklung. Ersatzspielerin war sie an der University of Florida, dann wechselte sie zur University of Virginia und gewann zwei nationale Uni-Titel.

"Das geht jetzt weiter so"

Ihre Karriere im Spitzentennis verlief zunächst unspektakulär, bei fünf Grand-Slam-Turnieren schied sie fünf Mal in der ersten Runde aus. Die "New York Times" berichtet die anrührende Geschichte, dass Collins' Cousine auch diesmal mit einem ähnlichen Resultat rechnete, mit jedem Sieg aber weiter in Versuchung geriet, nach Melbourne zu reisen. Bei Collins' Sieg gegen Pavlyuchenkova saß sie am Spielfeldrand.

Collins selbst hat offensichtlich an Selbstvertrauen gewonnen. Nach dem Sieg gegen Kerber sagte sie auf dem Platz: "Ich mag vorher vielleicht noch kein Match bei einem Grand-Slam-Turnier gewonnen haben - aber das geht jetzt weiter so."

nch | Stand: 23.01.2019, 15:09

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