Marian Vajda - der Schlüssel zu Djokovics Erfolg

Marian Vajda im Training mit Novak Djokovic

Vor dem ATP-Finale in London

Marian Vajda - der Schlüssel zu Djokovics Erfolg

Novak Djokovic führt wieder die Tennis-Weltrangliste an und ist Favorit auf den Titel beim ATP-Saisonfinale in London - und das alles nach langer Verletzungspause. Der Schlüssel zum Erfolg ist sein neuer und alter Trainer.

Vor rund einem Jahr plagten Novak Djokovic große Zweifel. Wegen einer langwierigen Ellbogenverletzung wusste der Serbe nicht, ob er seine Karriere überhaupt würde fortsetzen können. Und falls doch: Ober er jemals wieder so erfolgreich sein könnte.

Mittlerweile sind alle Zweifel beseitigt. Seit Montag (05.11.2018) führt der 31-Jährige wieder die Tennis-Weltrangliste an, zum ersten Mal seit rund zwei Jahren. Nun fährt er am Sonntag als Favorit zum ATP-Saisonfinale nach London, bei dem alljährlich die acht Besten gegeneinander antreten."Wenn ich daran denke, was ich im letzten Jahr durchgemacht habe, ist das schon eine phänomenale Leistung", sagte Djokovic.

Erste Probleme im Frühjahr 2017

Erste Probleme am Ellbogen hatte der Belgrader schon im Frühjahr 2017. Beim Rasenturnier in Wimbledon musste er dann verletzungsbedingt aufgeben. Kurz darauf gab er bekannt, dass er die Saison 2017 vorzeitig beenden müsse. Das Comeback scheiterte. Djokovic trat zwar bei den Australian Open in Melbourne an, verlor aber schon im Achtelfinale und ließ sich Ende Januar am lädierten Ellbogen operieren.

22 Siege in Serie

Erst im April kehrte er auf die Tour zurück und er fand zu seiner alten Stärke. Erst der ungesetzte Russen Karen Chatschanow beendete zuletzt beim Turnier in Paris eine beeindruckende Serie von 22 Siegen in Serie.

"Wir sind sehr, sehr zufrieden mit dem, was in den vergangenen vier, fünf Monaten erreicht wurde. Es sind ganz verschiedene Extreme, wie ich mich vor fünf Monaten gefühlt habe und wie ich mich jetzt fühle", sagt Djokovic. "Glaub an dich. Jeden einzelnen Tag", schrieb der "Djoker" in den sozialen Medien und postete dazu ein Foto aus Kindertagen.

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"Ich musste mich neu erfinden"

Mitentscheidend war wohl die erneute Rückkehr zu seinem langjährigen Coach Marian Vajda im April 2018. Der war schon von 2006 bis 2017 sein Trainer, bevor er erst unter Coach Boris Becker ins zweite Glied rückte und dann seinen Platz ganz räumen musste für Andre Agassi. "Ich musste mich neu erfinden", sagte Djokovic. Dazu gehörte er auch, dass er sich von seinem umstrittenen "Guru" Pepe Imaz trennte - auf Anraten von Vajda, der mittlerweile alle Einflüsse von außen von ihm fern hält.

Der Slowake führte seinen Schützling zurück nach oben. Vor allem durch die Triumphe in Wimbledon und bei den US Open kehrte bei Djokjovic das Selbstvertrauen zurück. So gilt die Rückkehr des Trainers als Schlüssels des Erfolgs. So brachte ihn erst ein Schritt zurück wieder nach vorne.

Alle neun Masters-Turniere gewonnen

Das bekamen die Kontrahenten seit dem Sommer zu spüren. Ihnen stand wieder jener Djokovic gegenüber, der unter der Regie seines einstigen Trainers Boris Becker zwischen 2015 und 2016 alle vier Grand-Slam-Turniere nacheinander gewann. Wie spektakulär die Rückkehr auf den Tennis-Thron ist, beweisen die Zahlen. Erst als zweiter Profi schaffte Djokovic es, innerhalb einer Saison von einem Platz außerhalb der Top-20 wieder die Nummer 1 zu werden. Dies hatte zuvor nur der Russe Marat Safin vor 18 Jahren geschafft. Mit seinem Triumph in Cincinnati im August hatte er bereits Einzigartiges geschafft und als erster Spieler bei allen neun Turnieren der Masters-Serie triumphiert.

 Vom Erfolg ist er selbst überrascht. "Ich habe immer an mich geglaubt, aber dass es so schnell klappt, hätte ich nicht gedacht", sagte Djokovic: "Wenn mir jemand das im Februar erzählt hätte, ich hätte es wohl kaum geglaubt."

In London auch gegen Zverev

Beim ATP-Saisonfinale in London tritt er in der Gruppenphase gegen Alexander Zverev, den Kroaten Marin Cilic und John Isner aus den USA an. In der anderen Gruppe spielen  Roger Federer aus der Schweiz, der Südafrikaner Kevin Anderson, der Österreicher Dominic Thiem und der Japaner Kei Nishikori.

Fünfmal hat Djokovic bereits das Abschlussturnier der besten acht Profis gewonnen. Ein sechster Triumph würde in der aktuellen Form niemanden überraschen.

red/sid/dpa | Stand: 06.11.2018, 15:15

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