Wimbledon-Siegerin Halep - hartnäckig in der Weltspitze

Simona Halep nach ihrem Sieg in Wimbledon

Wimbledon

Wimbledon-Siegerin Halep - hartnäckig in der Weltspitze

Von Marco Schyns

Auf der WTA-Tour gibt es viele "One-Hit-Wonder" und große Spielerinnen, die häufig enttäuschen. Simona Halep beweist mit ihrem Sieg in Wimbledon, dass sie anders ist.

"Vor dem Turnier habe ich zu den Leuten in der Umkleide gesagt, dass ich hier eine lebenslange Mitgliedschaft bekomme, wenn ich gewinne. Das war extra Motivation", sagte Simona Halep nach ihrem Triumph am Samstag (13.07.2019) im Wimbledon-Finale gegen Serena Williams.

Finale dauerte nur 56 Minuten

Diese Extra-Motivation war der Rumänin nicht nur während der vergangenen zwei Wochen, sondern vor allem im Endspiel anzumerken. Mit einer unglaublichen Energieleistung und herausragendem Tennis ließ Halep der 23-maligen Grand-Slam-Siegerin Williams nicht den Hauch einer Chance.

In nur 56 Minuten besiegte Halep ihre Gegnerin mit 6:2 und 6:2. Wie ein Wirbelwind fegte sie über Williams hinweg. Die US-Amerikanerin präsentierte sich nach der Pleite wie so oft fair - und gestand sich hinterher ein, chancenlos gewesen zu sein. "Sie hat wie von Sinnen gespielt", sagte Williams.

Erster Grand-Slam-Titel 2018 in Paris

Halep hat mit dem Sieg auf dem Heiligen Rasen bewiesen, dass sie mehr ist, als eine Sandplatz-Spezialistin. Bei ihrem Lieblingsturnier in Paris hatte sie 2014 ihr erstes Grand-Slam-Finale erreicht. Nach einer erneuten Finalniederlage bei den French Open 2017 und anschließend bei den Australian Open 2018 gelang ihr im Juni 2018 endlich der ersehnte Grand-Slam-Sieg.

Auch damals fand ihre Finalgegnerin, Sloane Stephens, nur lobende Worte für die Rumänin. "Niemand hat es mehr verdient als du, Simona", sagte Stephens und spielte auf jene Endspielniederlagen an.

Eine der wenigen Konstanten im Damentennis

Seit 2014, damals erreichte sie sogar das Halbfinale in Wimbledon, gehört Halep zur Weltspitze. 2017 stand sie erstmals ganz oben in der Weltrangliste. Ab Montag wird sie als Nummer vier geführt. Trotz einiger teils peinlicher Vorstellungen (fünf Erstrunden-Niederlagen bei Grand Slams seit 2015) gehört Halep zu den wenigen Konstanten in der Weltspitze des Damentennis'. 18 WTA-Titel konnte sie bislang gewinnen, 13 Mal unterlag sie im Finale - zuletzt im Mai gegen Kiki Bertens in Madrid.

Simona Haleps Grand-Slam-Bilanz seit 2014
Turnier201420152016201720182019
Australian OpenViertelfinaleViertelfinale1. Runde1. RundeFinaleAchtelfinale
French OpenFinale2. RundeAchtelfinaleFinaleSiegViertelfinale
WimbledonHalbfinale1. RundeViertelfinaleViertelfinale3. RundeSieg
US Open3. RundeHalbfinaleViertelfinale1. Runde1. Runde

Trotz ihrer vergleichsweise kleinen Körpergröße von 1,68 Meter fehlt es der Rumänin nicht an Power. Aber weil Grundschläge bei ihrer Größe nur selten eine passende Variante sind, hat Halep ihr Repertoire über die Jahre erweitert. Kaum jemand auf der WTA-Tour hat eine vergleichbare Fähigkeit in Sachen Richtungswechseln. Auch gelingt es ihr in phänomenaler Manier, mit nur einem Schlag aus der Defensive herauszurücken und in die Offensive zu gehen.

Halep: "Es war das beste Match"

Gegen Williams war sie nur selten in der Defensive. Zu dominant war ihr Auftreten von Beginn an. Zu fehlerhaft der Auftritt von Williams. "Es war das beste Match, ich habe dafür hart gearbeitet, vor der Royal Box zu spielen", sagte Halep. "Niemals" habe sie ein besseres Match abgeliefert.

Den Zeitpunkt hätte sie nicht besser wählen können. Denn jetzt hat die beste Sandplatz-Spielerin auf der Tour nicht nur bewiesen, auch auf anderen Belägen große Turniere gewinnen zu können, jetzt hat Halep auch die lang ersehnte Mitgliedschaft im All England Lawn Tennis Club. Lebenslang.

Deutsches Tennis im Tief: Rittner sieht Vorteil bei "Erfahrenen"

Sportschau 13.07.2019 03:25 Min. ARD

mit dpa | Stand: 14.07.2019, 10:00

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