Maria Scharapowa beendet Tenniskarriere

Maria Scharapowa

Russlands Wimbledonsiegerin

Maria Scharapowa beendet Tenniskarriere

Maria Scharapowa, über ein Jahrzehnt lang eine der schillerndsten Persönlichkeiten im internationalen Tennis, beendet ihre Karriere. "Tennis - ich sage goodbye", schrieb die 32-jährige Russin in ihrer Kolumne für das US-Magazin Vanity Fair.

"Tennis war mein Fels, die Täler waren tief, aber die Aussicht von der Spitze war unglaublich", schrieb die fünffache Grand-Slam-Siegerin im besten PR-Jargon - passend zu den letzten Jahren ihrer Karriere, als sie eher als Vermarkterin ihres Namens und diverser Lifestyle-Produkte aufgetreten war.

"Tennis gab mir ein ganzes Leben"

Nach 28 Jahren in dem Sport sei sie nun bereit, "neue Gipfel zu besteigen, mich auf einem anderen Terrain als Wettbewerberin zu beweisen". Sie habe ihr bisheriges Leben dem Sport gegeben, "und Tennis gab mir ein ganzes Leben zurück. Ich werde meine tägliche Routine vermissen, das Aufstehen im Morgengrauen, meinen linken Schuh vor dem rechten zuzubinden und vor meinem ersten Schlag die Tür zum Platz zu verschließen."

Es seien vor allem körperliche Beschwerden, die die Russin zu diesem Schritt bewogen hätten. Immer wieder sei sie mit denselben Situationen konfrontiert worden: "Hast du genug getan? Bist du gut vorbereitet? Du hattest ein paar Tage Auszeit, dein Körper verliert Spannung. Noch ein Stück Pizza? Besser noch eine Trainingseinheit. Das hinterlässt Spuren." Und weil die 32-Jährige eben stets so genau in ihren Körper hineingehorcht habe, habe sie auch diese finalen Signale empfangen. Das entscheidende kam bei den US Open 2019, als sie ihre rechte Schulter betäuben musste, um überhaupt spielen zu können: "Mein Körper ist ein Wrack."

Wimbledonsieg 2004 als Start einer Tenniskarriere

2004 in Wimbledon war Scharapowas Stern aufgegangen. Als 17-Jährige stürmte sie damals furios zum Titel, entzauberte im Finale Serena Williams (USA). Scharapowa war eine Erscheinung: 1,85 groß, blond, ausgestattet mit einer krachenden Vorhand und einem donnernden Aufschlag. "La Schara" wurde zum Superstar, gewann als zehnte und bis heute letzte Spielerin alle vier Major-Turniere. Insgesamt 21 Wochen lang war sie die Nummer eins der Tennis-Welt.

Meldonium-Affäre der Anfang vom Ende

Der letzte Erfolg datiert allerdings aus dem Jahr 2014, als sie ihren zweiten French-Open-Titel holte. Die Meldonium-Affäre 2016 und die damit verbundene Zwangspause schadeten nicht nur ihrem Ruf, sondern auch ihrem Spiel. Scharapowa konnte nie mehr an alte Erfolge anknüpfen. In der Weltrangliste wurde sie zuletzt nur noch auf Position 373 geführt.

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red/dpa/sid | Stand: 26.02.2020, 15:00

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