Alexander Zverev - Fehlstart des Wüterichs

Alexander Zverev

Australian Open

Alexander Zverev - Fehlstart des Wüterichs

Von Jens Mickler

Mit einer anderen Einstellung und mehr Lockerheit wollte Alexander Zverev bei den Australian Open glänzen. Jetzt erlebte er die nächste große Grand-Slam-Enttäuschung.

Im Vorfeld dieses ersten großen Tennis-Turniers des Jahres wirkte Alexander Zverev anders als sonst. Viel entspannter und unverkrampfter saß er seinen Gesprächspartnern gegenüber, die wissen wollten, welche Erwartungen er an das Tennis-Turnier in Melbourne habe. Der Grund für die neue Lockerheit lag auf der Hand: Der gebürtige Hamburger reiste als aktueller ATP-Weltmeister in die australische Metropole.

"Denke, dass ich gelernt habe"

Im vergangenen November hatte Zverev zum Abschluss der Saison das Masters-Finale gewonnen - sein bis dato größter Erfolg in der noch jungen Profikarriere. Sogar die Branchengrößen Novak Djokovic und Roger Federer bezwang der Deutsche in Finale und Halbfinale. "Ich denke, dass ich daraus irgendwie gelernt und begriffen habe, dass ich bei den Grand-Slam-Turnieren mit einer ähnlichen Einstellung spielen muss. Man darf nur nicht denken, es ist das Ende der Welt, wenn man verliert", ließ Zverev in Melbourne seine Zuhörer wissen.

Alexander Zverev

Mit Milos Raonic nach dem Matchball.

Zur Erinnerung: Zverev hängt so etwas wie eine Grand-Slam-Allergie an. Immer dann, wenn die großen Top-Turniere anstehen, ist der Jungstar nicht in der Lage, seine Top-Leistungen abzurufen. Das Viertelfinale in Paris im Jahr 2018 ist die bislang beste Platzierung des Weltranglisten-Vierten bei den Top-4-Turnieren der Welt. Nach dem Triumph von London sollte also 2019 alles besser werden bei den Saison-Highlights.

Den Anfang wollte Zverev in Australien machen - dort, wo er schon beim Hopman-Cup Anfang des Jahres an der Seite von Angelique Kerber so gute Leistungen gezeigt hatte. "Ich will die Australian Open genießen", hatte Zverev vor dem ersten Ballwechsel gesagt.

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Was sich dann am Montag (21.01.2019) im Melbourne Park abspielte, darf getrost als Rückfall in alte Muster gewertet werden. Vor allem die Art und Weise, wie Zverev dem Kanadier Milos Raonic unterlag, gab zu denken. In den ersten zwei Sätzen habe er "keine Ahnung gehabt, wie man einen Tennisball überhaupt ins Feld spielt", sagte der 21-Jährige. Die Folge war ein denkwürdiger Wutausbruch im zweiten Durchgang, der sofort durch die sozialen Netzwerke flimmerte. Achtmal schlug Zverev sein Racket mit voller Wucht auf den Boden - dann ging es ihm immerhin besser. Für einen Sieg kam er freilich nicht mehr in Frage.

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Einen Platz rauf in der Weltrangliste

Unter dem Strich steht für Zverev das Erreichen des Achtelfinales - soweit war er "Down under" in seiner Karriere zwar noch nicht gekommen. Hinter den Erwartungen blieb der große deutsche Hoffnungsträger damit aber dennoch weit zurück. Bis Ende Mai muss sich Zverev nun gedulden, um die bittere Niederlage gegen Raonic vergessen zu machen - eine lange Zeit. Dass er am kommenden Montag (28.01.2019) auf Platz drei der Weltrangliste klettert und damit erstmals vor seinem ebenfalls im Achtelfinale ausgeschiedenen Kindheitsidol Roger Federer geführt wird, dürfte nur ein kleines Trostpflaster sein.

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Stand: 21.01.2019, 12:25

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