French Open - Andrea Petkovic kämpft sich durch

Andrea Petkovic

Zweiter Tag in Roland Garros

French Open - Andrea Petkovic kämpft sich durch

Tennisprofi Julia Görges erlebte bei den French Open in Paris einen Tag zum Vergessen, Yannick Maden steht vor dem größten Match seiner Karriere - und Andrea Petkovic bewies endlich mal wieder Kämpferqualitäten.

Einen Tag nach dem Erstrunden-Aus von Angelique Kerber verabschiedete sich auch die deutsche Nummer zwei Görges schon überraschend früh von den French Open. Die 30-Jährige aus Bad Oldesloe unterlag am Montag (27.05.2019) der Estin Kaia Kanepi nach 92 Minuten 5:7, 1:6. Die schwache Bilanz der deutschen Tennis-Damen mit dem Scheitern von Antonia Lottner und Tatjana Maria hübschte am Abend zumindest die zuletzt ebenfalls schwächelnde Petkovic auf. Die 31-Jährige aus Darmstadt setzte sich gegen die Amerikanerin Alison Riske noch mit 2:6, 6:3, 7:5 durch.

Maden jetzt gegen Nadal

Für einen Stimmungsaufheller sorgte auch ein 29 Jahre alter Qualifikant aus Stuttgart. Yannick Maden kam nach einem mehr als dreistündigen Kampf gegen den Belgier Kimmer Coppejans durch ein 7:6 (7:0), 7:5, 6:3 weiter und steht zum ersten Mal in seiner Karriere in der zweiten Runde eines Grand-Slam-Turniers. Dort bekommt es die Nummer 114 der Welt mit dem elfmaligen Champion und Titeltopfavoriten Rafael Nadal zu tun. Nadal hatte dem Karlsruher Yannick Hanfmann beim 6:2, 6:1, 6:3 keine Chance gelassen.

Maden war nach Philipp Kohlschreiber und Oscar Otte der dritte von zehn deutschen Männern, der sein Auftaktmatch gewinnen konnte. Alexander Zverev soll am Dienstag in die French Open einsteigen, allerdings ist Regen vorhergesagt. Sein Bruder Mischa ist bei seiner achten Teilnahme in Roland Garros zum siebten Mal in der ersten Runde gescheitert. Er unterlag dem Franzosen Richard Gasquet mit 3:6, 4:6, 3:6.

Struff sorgte für Überraschung

Auch für Peter Gojowczyk war der zweite Turniertag das Ende aller Hoffnungen. Der 29 Jahre alte Tennisprofi aus München verlor trotz einer couragierten Leistung gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga 6:7 (4:7), 1:6, 6:4, 3:6. Dagegen sorgte Jan-Lennard Struff für eine dicke Überraschung gegen den kanadischen Shootingstar Denis Shapovalov.

Der 29-Jährige aus Warstein rang seinen an Nummer 20 gesetzten Kontrahenten mit 7:6 (7:1), 6:3, 6:4 nieder. Nach 2:10 Stunden verwandelte der seit Wochen stark spielende Struff seinen ersten Matchball. Im Kampf um den Einzug in die dritte Runde der Sandplatz-Veranstaltung trifft Struff jetzt auf Radu Albot aus Moldawien. Ausgeschieden ist dagegen Qualifikant Rudi Molleker. Der 18 Jahre alte Oranienburger unterlag dem Kasachen Alexander Bublik 5:7, 7:6 (7:4), 1:6, 6:7 (2:7).

"Keine leichte Situation"

Auch Görges wäre gerne noch ein bisschen länger in der französischen Hauptstadt geblieben. "Es ist keine leichte Situation für mich gerade. Ich wollte natürlich eine bessere Sandplatz-Saison spielen", sagte sie und reflektierte das Match gegen Kanepi mit den Worten: "Es ist schon bitter, am Ende ging's ein bisschen zu schnell." Wie Kerber hatte auch Görges zuletzt mit einigen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

Görges: "Natürlich sehr enttäuschend"

Sportschau 27.05.2019 00:15 Min. Verfügbar bis 27.05.2020 ARD

31 vermeidbare Fehler

Julia Görges scheitert bei den French Open

Julia Görges scheiterte bei den French Open in der ersten Runde.

Bei ihrem Lieblingsturnier in Stuttgart berichtete sie nach ihrer Aufgabe in der ersten Runde von Problemen mit der Halswirbelsäule. In Rom verletzte sie sich am Oberschenkel und sagte für Nürnberg ab. "Körperlich ist es bislang ein sehr bescheidenes Jahr", sagte Görges, versicherte aber, dass sie ohne Schmerzen gespielt habe und es dem Körper "soweit gut" gehe.

In der sogenannten Stierkampfarena startete sie gut in das Match und ging schnell mit 4:1 in Führung. Doch je länger das Duell andauerte, desto verunsicherter wirkte Görges. 14 vermeidbare Fehler unterliefen ihr im ersten Durchgang, 31 waren es insgesamt. Im zweiten Satz schien ihre Moral nach dem dritten Spiel gebrochen. Beim Stand von 1:1 ging es elfmal über Einstand. Mehr als eine Viertelstunde dauerte es, bis Kanepi mit 2:1 in Führung ging und den Vorsprung dann ausbaute.

Vorgeschmack auf die "Durststrecken"

Da Antonia Lottner, die einst als eines der vielversprechendsten deutschen Talente galt, ebenfalls ausschied, andere Spielerinnen der Post-Kerber-Görges-Generation wie Carina Witthöft gar nicht in Paris dabei sind oder wie Annika Beck ihre Karriere bereits beendet haben, droht aus deutscher Damen-Sicht ein trostloses Turnier.

Und so dürften die jüngsten Ereignisse auch bei Damen-Chefin Barbara Rittner für den einen oder anderen sorgenvollen Blick in die Zukunft gesorgt haben. Die langjährige Bundestrainerin hatte zuletzt von "Durststrecken" gesprochen, die das deutsche Damen-Tennis in der Zeit nach Kerber (31), Görges (30) oder Petkovic (31) überstehen müsse. Einen unerwarteten Vorgeschmack bekommt sie schon jetzt.

sid/dpa | Stand: 27.05.2019, 20:08

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