French Open - Struff weiter, Williams raus

Jan-Lennard Struff nach seinem Sieg in der 3. Runde der French Open

French Open, 3. Runde

French Open - Struff weiter, Williams raus

Jan-Lennard Struff hat bei den French Open für eine große Überraschung gesorgt. Der 29 Jahre alte Davis-Cup-Spieler aus Warstein besiegte den Kroaten Borna Coric am Samstag (01.06.2019) in einem spannenden Match über 4:22 Stunden mit 4:6, 6:1, 4:6, 7:6 (7:1), 11:9.

Struff steht nach dem eindrucksvollen Kampf gegen den 15. der Weltrangliste damit zum ersten Mal in seiner Karriere im Achtelfinale eines Grand Slams. Nun fordert er den Weltranglistenersten und Titelanwärter Novak Djokovic (Serbien) heraus.

Mitreißendes Match

Das Match auf dem kleinen Showcourt 14 in Pris riss das Publikum vor allem im fünften Satz von den Sitzen. Struff kassierte in der entscheidenden Phase zunächst ein Break zum 6:7, Coric schlug zum Matchgewinn auf. Struff, nur die Nummer 45 der Weltrangliste, konterte mit einem Re-Break. Danach hielten beide Spieler in eng umkämpften Spielen ihren Aufschlag - ehe Struff nach einem Doppelfehler von Coric plötzlich Matchball hatte und ihn nutzte. In seinen beiden vorangegangenen Matches hatte der aufschlagstarke Sauerländer zunächst überraschend Denis Shapovalov aus Kanada (Nr. 20) in drei, anschließend den widerspenstigen Radu Albot (Moldau) in vier hart umkämpften Sätzen besiegt.

Zverev müht sich in die Runde der letzten 16

Aufatmen zuvor schon bei Alexander Zverev: Der deutsche Tennis-Topstar erreichte ebenfalls das Achtelfinale. Das Match gegen Dusan Lajovic war allerdings ein hartes Stück Arbeit. Zverev haderte, er fing sich eine Verwarnung ein und erlebte einen fürchterlichen Einbruch - am Ende aber stand ein Sieg des Willens: Der Weltranglistenfünfte aus Hamburg besiegte den Serben Dusan Lajovic mit 6:4, 6:2, 4:6, 1:6, 6:2. Ess war sein zweiter Marathon nach dem Fünfsatzsieg zum Auftakt gegen John Millman (Australien).

Nach 3:03 Stunden nutzte Zverev seinen ersten Matchball auf dem neuen, von zwei Gewächshäusern umgebenen Court Simonne Mathieu. "Es war ein sehr schweres Match, ich bin froh, dass ich weiter bin", sagte Zverev bei "Eurosport": "Ich habe im vierten Satz schlecht gespielt, dann kann es schnell gehen. Im fünften Satz habe ich wieder aggressiver gespielt, dann lief es."

Struff und Zverev im Achtelfinale der French Open

Sportschau 01.06.2019 00:50 Min. Verfügbar bis 01.06.2020 ARD Von ARD-Reporter Guido Ringel

Unerklärlicher Durchhänger

Allerdings leistete sich Zverev auf dem Weg zu einem scheinbar klaren Dreisatzsieg wie schon gegen Millman einen unerklärlichen Durchhänger. Mit Nachlässigkeiten und eigenen Fehlern baute er Lajovic zusehends auf, folgerichtig verlor er erst den dritten Satz - und den vierten gleich hinterher.

Nach der erfolgreichen Aufholjagd in Durchgang eins bis zum 5:4 hatte Zverev aufgeputscht "let's go, come on" über den Court geschrien, kurz darauf holte er sich gegen den Aufschlag von Lajovic den Satz. Ab da hatte er auch ohne zu überzeugen zunächst leichtes Spiel gegen den inkonstanten Serben - bis sich dieser entschlossen wehrte und zunehmend an Sicherheit gewann. Das reichte schon, um Zverev zeitweise völlig aus dem Konzept zu bringen. Zverev spielt nun gegen den an Nummer neun gesetzten Italiener Fabio Fognini.

Struff - "Hoffe, auch Djokovic schlagen zu können"

Sportschau 01.06.2019 02:53 Min. Verfügbar bis 01.06.2020 ARD

Petkovic chancenlos

Sang- und klanglos ausgeschieden ist hingegen Andrea Petkovic. Die 31-Jährige aus Darmstadt verlor am frühen Samstagabend in Paris in der dritten Runde gegen die an Nummer acht gesetzte Australierin Ashleigh Barty in exakt einer Stunde 3:6, 1:6. Vor Petkovic waren Angelique Kerber, Julia Görges, Antonia Lottner, Mona Barthel und Tatjana Maria in der ersten Runde sowie Laura Siegemund in der zweiten Runde gescheitert. Damit sind alle sieben deutsche Starterinnen raus aus dem Turnier.

Williams ausgeschieden

Auch die langjährige Tennis-Weltranglisten-Erste Serena Williams ist in der dritten Runde ausgeschieden. Die an Nummer zehn gesetzte Amerikanerin unterlag ihrer Landsfrau Sofia Kenin mit 2:6, 5:7 und schied erstmals seit Wimbledon 2014 wieder bei einem der vier wichtigsten Turniere in der dritten Runde aus. Die 37-Jährige verpasste damit auch die Chance auf ihren 24. Titel bei einem Grand Slam. Mit 23 Siegen bei den vier wichtigsten Turnieren liegt Williams vor Steffi Graf (22) und hinter Margaret Court (24).

Osaka raus, Titelverteidigerin Halep problemlos

Die Weltranglistenerste Naomi Osaka (Japan) scheiterte nach zwei knapp gewonnenen Dreisatzmatches in der dritten Runde krachend: Die Gewinnerin der US Open 2018 und der Australian Open 2019 unterlag der Tschechin Katerina Siniakova, Nummer 42 der Weltrangliste, mit 4:6, 2:6. Von den sechs topgesetzten Spielerinnen in Roland Garros ist damit nur noch Titelverteidigerin Simona Halep (Rumänien) im Turnier. Halep hatte gegen die Ukrainerin Lessia Zurenko keine Mühe und gewann in nur 55 Minuten 6:2, 6:1. Bei dem Grand-Slam-Turnier in Paris trifft Halep jetzt auf Olympiasiegerin Monica Puig aus Puerto Rico oder die Polin Iga Swiatek.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Samstag. 01.06.19, 22.50 Uhr

sid/dpa | Stand: 01.06.2019, 20:17

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