Fed Cup - Klassenverbleib für deutsche Frauen zum Greifen nah

Andrea Petkovic in der Fed-Cup-Partie gegen Lettland

Fed-Cup-Relegation

Fed Cup - Klassenverbleib für deutsche Frauen zum Greifen nah

Andrea Petkovic und Julia Görges haben die deutschen Tennis-Damen bei der Fed-Cup-Relegation in Lettland am ersten Tag mit 2:0 in Führung gebracht.

Petkovic gewann am Freitag (19.04.2019) in Riga mit 7:5, 6:4 gegen Jelena Ostapenko das Auftakteinzel, anschließend setzte sich Görges mit 6:4, 4:6, 6:1 gegen Außenseiterin Diana Marcinkevica durch. Durch die 2:0-Führung nach dem ersten Tag hat die deutsche Damentennis-Auswahl beste Chancen auf den sportlichen Verbleib in der Weltgruppe der Top-Nationen. Deutschland braucht am Samstag aus den weiteren drei Partien nur noch einen Sieg zum Klassenverbleib, Görges könnte in ihrem Einzel gegen Ostapenko bereits für die Entscheidung sorgen. Kapitän Jens Gerlach warnte allerdings: "Es steht erst 2:0. Wir werden mit der gleichen Intensität und dem gleichen Spirit raus."

Die frühere French-Open-Siegerin Ostapenko war von den Gastgebern nach dem Ausfall von Spitzenspielerin Anastasija Sevastova eigentlich für zwei Siege im Einzel eingeplant worden. Doch dem schob die Darmstädterin Petkovic früh einen Riegel vor. "Ich wollte unbedingt für mein Team diesen ersten Punkt holen", sagte Petkovic nach dem Sieg gegen die in der Weltrangliste 42 Plätze über ihr stehende Lettin fest, mit der sie der deutschen Auswahl einen optimalen Start bescherte.

Petkovic kämpft sich zurück

In der Riga Arena entwickelte sich wie schon bei den vergangenen US Open zwischen beiden ein enges, umkämpftes Match. Die auf Platz 29 der Weltrangliste zurückgefallene Ostapenko hatte aufgrund ihrer größeren Power mehr Möglichkeiten - nutzte sie aber oft nicht. Die an Stelle der erkrankten Angelique Kerber im Einzel aufgebotene Petkovic musste vor allem in der Defensive hart arbeiten und konnte das Tempo nicht immer mitgehen. Dafür konnte sie auf die Fehler von Ostapenko hoffen. Nach dem Spiel zum 5:3 war die 21-Jährige nur zwei Punkte vom Satzgewinn entfernt, doch Petkovic konnte verkürzen. Kapitän Jens Gerlach redete danach vor der Bank auf Petkovic ein, die derzeit auf Rang 71 der Weltrangliste steht. Die 31-Jährige schaffte mit viel Kampfgeist tatsächlich nicht nur den Ausgleich. Nachdem Ostapenko der Hessin mit einem erneuten Fehler das 6:5 schenkte, schlug die Lokalmatadorin mit dem Racket wütend auf ihre Tasche ein. Ein weiterer Fehler verhalf Petkovic bei der zweiten Chance zum kaum noch erwarteten Satzgewinn.

Drei Jahre nach ihrem bislang letzten Erfolg im Fed Cup bei der Relegation in Rumänien erarbeitete sich Petkovic im zweiten Satz eine 5:1-Führung und musste danach noch einmal kurz zittern. Nach einem Doppelfehler von Ostapenko durfte sie dann zu Recht jubeln.

Marcinkevica macht Görges das Leben schwer

Spannender machte es Görges in der zweiten Partie. Die Bad Oldesloerin benötigte drei Sätze zum Erfolg gegen Marcinkevica, die für die unter Rückenbeschwerden leidende Spitzenspielerin Anastasija Sevastova ins lettische Team gerückt war. Die Nummer 267 der Welt machte Görges das Leben mit einem mutigen Auftritt schwerer, als die Ranglistenposition vermuten ließ. Nach einem 0:3-Rückstand im zweiten Satz lag die Wimbledon-Halbfinalistin beim 4:3 und eigenem Aufschlag wieder vorn und schien dem Erfolg entgegenzusteuern. Doch die wechselhaft agierende Schleswig-Holsteinerin wurde erst im entscheidenden Satz ihrer Favoritenrolle gerecht. "Ich habe ein schweres Match erwartet. Im dritten Satz hat man gemerkt, ihr Niveau ist gesunken, und ich konnte die Intensität hochhalten", sagte Görges.

sid/dpa/red | Stand: 19.04.2019, 19:29

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