Deftige Strafe für Tennis-Rowdy Kyrgios

Wieder bestraft: Nick Kyrgios

Erneute Verfehlungen

Deftige Strafe für Tennis-Rowdy Kyrgios

Heißsporn Nick Kyrgios ist wieder aus der Rolle gefallen - selbst für seine Verhältnisse auf heftige Art. Der australische Tennisprofi zertrümmerte zwei Schläger und verweigerte den Handschlag mit dem Schiedsrichter. Die Geldstrafe ist saftig.

Der australische Tennis-Profi Nick Kyrgios ist von der Tennis-Vereinigung ATP beim Masters-Turnier in Cincinnati mit einer deftigen Strafe belegt worden. Für seine Undiszipliniertheiten im verlorenen Duell mit dem Russen Karen Chatschanow wurde er mit einer Geldbuße von 113.000 Dollar, umgerechnet mehr als 100.000 Euro belegt.

Es droht sogar ein Spielverbot

Kyrgios hatte sich wiederholt mit dem Schiedsrichter angelegt. Zudem nahm er sich eine nicht genehmigte Toilettenpause, zertrümmerte in den Katakomben zwei Schläger und kehrte anschließend wieder zurück. Nachdem er nach Spielende seinem Gegner zum Sieg gratuliert hatte, spuckte er in Richtung Schiedsrichterstuhl aus, beleidigte den Referee Fergus Murphy und verweigerte ihm den Händedruck. Mit dem Iren hatte er in der Vergangenheit schon des Öfteren Dispute gehabt.

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Die ATP kündigte zudem weitere Untersuchungen zu den Vorgängen rund um das Match an, die zu weitergehenden Geldstrafen und gar einem Spielverbot führen könnten.

Langes Sündenregister

Der Heißsporn hat inzwischen ein langes Sündenregister angehäuft. Kyrgios erhielt für sein undiszipliniertes und temperamentvolles Verhalten wiederholte Verwarnungen und Geldstrafen. Nach seiner Teilnahme am Shanghai Masters 2016 wurde er aufgrund seines unprofessionellen Auftretens zunächst für sechs Wochen gesperrt.

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Nachdem Kyrgios einwilligte, sich in sportpsychologische Behandlung zu begeben, wurde die Sperre auf drei Wochen verkürzt. Doch der hochtalentierte 1,93-Meter-Mann hat seine Emotionen bis heute nur schwer unter Kontrolle.

Becker hat Verständnis

Erst im Mai hatte Kyrgios beim Masters-Turnier in Rom für einen Eklat gesorgt. Dort war er nach einem Punktabzug ausgeflippt, hatte einen Stuhl über den Court geworfen und den Platz verlassen. Daraufhin war er disqualifiziert worden.

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Zwar kann er die Geldstrafen bei fast acht Millionen Dollar Preisgeld locker verschmerzen, aber an seinem Auftreten scheiden sich die Geister. Die einen halten ihn für einen unbelehrbaren Flegel, die anderen sehen in ihm einen ungezügelten Charakterkopf. So äußerte sich auch Tennislegende Boris Becker einigermaßen verständnisvoll.

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Er stimme zu, schrieb Becker, dass Spucken oder Schimpfworte hart bestraft werden sollten, "aber wir haben ein Dilemma, da wir wollen, dass starke Persönlichkeiten den Sport führen". In diesem Zusammenhang erinnerte er an Roger Federer, Rafael Nadal oder Novak Djokovic. Kyrgios verfüge über spielerische Anlagen, habe Charisma und besitze Mut, "aber noch nicht die Klarheit des Denkens, vielleicht nie" - das sei schade.

Noch ohne Grand-Slam-Halbfinale

Kyrgios ist als Kind eines griechischen Vaters und einer halb-malaysischen Mutter in Canberra aufgewachsen, besuchte dort das Radford College. Der 24-Jährige ist aktuell die Nummer 27 der Welt, hat sechs ATP-Titel gewonnen.

Trotz seiner Anlagen ist Kyrgios allerdings noch nie ins Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers vorgedrungen. Seit 2016 ist er nicht mehr über das Achtelfinale der vier großen Turniere hinausgekommen. Dabei galt er als das große Versprechen für die Zukunft, nachdem er am 1. Juli 2014 im Achtelfinale in Wimbledon den damaligen Weltranglistenersten Rafael Nadal aus dem Turnier geworfen hatte.

dpa, sid, red | Stand: 16.08.2019, 09:14

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