Davis Cup - Modus zeigt Schwächen und empört Spieler

Der Serbe Novak Djokovic

Tennis

Davis Cup - Modus zeigt Schwächen und empört Spieler

Wettbewerbsverzerrung beim Davis Cup? Der deutsche Tennisprofi Jan-Lennard Struff hat heftige Kritik an der kanadischen Mannschaft beim Finalturnier in Madrid geübt. Die Kanadier hatten am Dienstag (19.11.2019) durch die beiden siegreichen Einzel gegen die USA den vorzeitigen Einzug ins Viertelfinale geschafft und waren zum abschließenden Doppel nicht mehr angetreten.

"Das gefällt mir einfach nicht", monierte Struff: "Ich konnte es auch nicht glauben, als ich es gelesen habe."

Neben den Siegern der sechs Dreier-Gruppen qualifizieren sich bei der Premiere des Finalturniers in Madrid auch die beiden besten Zweiten für das Viertelfinale. Es sei "absolut unglaublich", sagte Struff, dass den USA bei diesem Modus "einfach ein Punkt geschenkt wird und sie 2:0 Sätze und 12:0 Spiele haben. Das kann einfach nicht sein".

Auch Djokovic und Murray sauer

Novak Djokovic und Andy Murray pflichteten Struff bei. "Das gefällt mir persönlich nicht", sagte der 16-malige Grand-Slam-Champion Djokovic über das kanadische Vorgehen: "Ich finde, das sollte nicht erlaubt sein. Ich glaube nicht, dass das fair ist." Auch der zweimalige Olympiasieger Murray war der Meinung, dass Kanadas Verzicht "nicht gut" gewesen sei. "Sie hätten danach sowieso zwei Tage Pause gehabt", sagte der Brite, "deswegen hätten sie die Partie spielen sollen."

Fehler im System

Das US-Team habe dadurch "natürlich eine gute Ausgangsposition" im Kampf um das Viertelfinale, sagte Struff, der aber auch Verständnis für die Kanadier äußerte. "Das ist etwas, was vielleicht nicht bedacht werden konnte oder wurde", sagte der 29-Jährige. Die USA haben die Gruppe F nach der Niederlage gegen Kanada und einem Sieg gegen Italien auf Platz zwei abgeschlossen.

Kritik auch an den Ansetzungen

Auch Nachtschichten sind in diesen Tagen die Regel. Das Doppel zwischen den USA und Italien ging am Donnerstagmorgen erst um 4.04 Uhr zu Ende. Vor nur noch ein paar hundert Zuschauern setzten sich die Amerikaner Sam Querrey und Jack Sock in drei Sätzen gegen Simone Bolelli und Fabio Fognini aus Italien durch. Weil auch die beiden Einzel zuvor am Mittwochabend über drei Sätze gingen, hatte das Doppel erst um 1.33 Uhr in der Nacht begonnen.

Heftige Kritik an dieser Praxis gab es vom Weltranglistenersten Rafael Nadal. "Das sorgt für Probleme für uns, aber auch für die Zuschauer, die hier auf die Anlage kommen", sagte der Spanier. Die Gastgeber hatten in ihrer ersten Begegnung gegen Russland am Dienstag ebenfalls bis weit nach Mitternacht spielen müssen.

Davis-Cup-Reformen - das Ende der Legende

Sportschau 01.02.2019 02:12 Min. Verfügbar bis 01.02.2020 ARD

sid/dpa | Stand: 21.11.2019, 11:00

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